Donnerstag, 28. November 2013

"Ketchupflasche" und volles Haus

(Ketchupflasche: Erst kommt lange nichts - und dann alles auf einmal... Also jetzt: ganz viel auf einmal!):


Funkstille herrscht auf diesem Blog seit über zwei Wochen, und das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass dieses Haus hier immer noch überquillt von zuviel Büchern, zuviel Hausrat, zuviel Stoff- und Wollevorräten, zuviel Skistiefeln und -hosen und Bildern und sonstigen schönen und nützlichen, teils aber auch entbehrlichen Dingen, von Skate- und Snowboards und von all dem, was schon vor unserem Einzug die Bühne (resp. Dachboden ;-)) und den Keller bevölkerte... und... und... und...


Vor allem die Bücher sind so ein Kapitel für sich. Da gibt es nicht nur das, was Familie Amselgesang im Laufe der Jahrzehnte angesammelt und mitgebracht hat. Da gibt es auch all das, was Omas und Opas gerne gelesen haben - das Meiste davon wohl nicht wertvoll im antiquarischen Sinne, aber doch vieles von so nostalgischem Charme, dass es mir widerstrebt, all diese Zeugen der Leselust meiner Altvorderen einfach im Altpapier zu entsorgen. 


Das Auseinandersortieren erweist sich als sehr zeitaufwendig - erstens, weil es mir so schwerfällt, mich für "behalten" oder "wegwerfen" zu entscheiden, und zweitens, weil ich immer wieder mit einem Buch in der Hand zu Boden sinke und lese... lese... lese... bis eine Etage tiefer der Ruf ertönt: "Gibt es heute auch mal Mittagessen??" (oder so) - o je! schon so spät? Ich wollte doch nur kurz mal reinschauen, ob es sich lohnt, dieses Buch zu behalten...


Tja, und dann sind da ja auch noch die eigenen Bücher, viele davon eng verknüpft mit einem bestimmten Lebensabschnitt, mit einem Menschen, der einem dieses Buch geschenkt hat, mit der Erinnerung an eine schwierige Zeit, in der einem genau im rechten Moment genau das richtige Buch "in den Schoß gefallen" ist... Und manches würde doch vielleicht auch unsere Kinder später mal noch interessieren?? Äähm - na ja...
Aber die Wände, an denen man Bücherregale aufstellen kann, sind begrenzt und inzwischen ausgereizt. Und zudem sehen Bücherregale, die so mit Büchern vollgestopft sind, dass sie fast zusammenbrechen, auch nicht besonders wohnlich aus. Also habe ich kartonweise Bücher aussortiert und weggegeben. Solche, von denen ich mir eingestehen musste, dass sie vielleicht irgendwann einmal wichtig oder auch nur unterhaltsam waren, dass ich sie aber bestimmt kein zweites Mal lesen werde. Manches hat eben seine Zeit und ist dann einfach nicht mehr nötig. Aber jetzt ist es genug - an dem, was jetzt noch da ist, hängt mein Herz und, nebenbei, auch jede Menge Erinnerung und Lebenszeit. 



Aber auch sonst findet sich hier oben so manches, was auf einem Flohmarkt oder beim Trödler gute Chancen hätte: Globusse (ne, das heißt glaube ich "Globen" - oder? Klingt beides komisch) - und alte Stricklieseln (mit dieser hier habe ich meine ersten Wollewürmer fabriziert, nehme ich an :-)).
                                                                                                        












           







...schöne alte Stühle und weniger schöne, aber praktische Schränke und Kommoden (die einiges von dem ganzen "Zuviel" schlucken) - ja, und auch ganz besondere Kleidungsstücke, wie dieses Jäckchen, das zum Hochzeitskleid meiner Mutter gehörte: Fallschirmseide, selbstgeschneidert (vermutlich von der gleichen alten Tante, die mir, als ich ein kleines Mädchen war, aus abgelegten Sachen Schürzen und Kleider genäht hat). Diese Perlenknöpfchen, hach...
       






                                                      
In den Schubladen der alten Küchenmöbel aus der Zeit meiner Kindheit, die hier oben ihr Dasein fristen, finden sich wunderbare kleine Sammelsurien, deren Bestandteile mir teilweise seltsam bekannt vorkommen (siehe auch das erste Bild dieses Posts). Ganz nebensächliche Dinge, und doch in einem Winkel des Gedächtnisses aufbewahrt für immer, Requisiten meiner ersten Lebensjahre...



Nicht gerade antik, aber auch aus meinen Jugendjahren ist das  dekorative Melitta - Service, das ich hier oben wiederentdeckt habe. So schön - aber leider soo kleine Tässchen, und wir trinken den Kaffee doch eh immer aus unseren großen Bechern... und ein "gutes" Service für wenn Besuch kommt habe ich auch schon - na, vielleicht bekommt man ja mal eine Schwiegertochter, die sich in genau dieses Geschirr verliebt, wer weiß???  :-)
Also auch aufheben...


Echt "antik" sind dagegen diese Schulheft - Etiketten, die meinem Großvater als Schüler gehört haben müssen. So stilvoll war das damals. Aber doch unglaublich, dass sie bis heute, in irgendeiner alten Schwarte versteckt, überlebt haben und einem dann beim Öffnen derselben wie ein Gruß aus alten Zeiten entgegenflattern...
                          

So viele alte Schätze - es wird noch einiges an Arbeit kosten, für jedes Schätzchen ein Plätzchen zu finden, ohne dass man beim Betreten des leider ziemlich engen Dachbodens klaustrophobische Zustände bekommt. Aber da muss ich durch... wie sagt der Schwabe so treffend: "Nix habe ischt a ruhige Sach'!" Also kruschtel ich halt weiter (und lasse euch beim gelegentlichen Auftauchen vielleicht auch noch einen Blick auf dies oder jenes werfen).

Kommentare:

  1. Hallo Brigitte schön das du wieder da bist, ich habe mich schon gewundert, warum es so still bei dir geworden ist. Na, du hast jetzt viel zu tun, aussortieren fällt mir auch immer so schwer. So schön manche Sachen auch sind, meistens hebt man sie auf um sie beim nächsten mal wegzuschmeissen/wegzugeben. Wenn ihr einen Oxfam in der Nähe habt kannst du vieles auch dort abgeben. Die machen vieles zu Geld und es idt für den guten Zweck. Liebe Grüße

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    1. Die Jugendlichen in unserer Kirchengemeinde betreiben ein "Büchercafé", wo man gebrauchte Bücher und Spiele abgeben oder kaufen und nebenbei Kaffeetrinken kann - sehr gemütlich und sehr praktisch für meine Entrümpelungsaktionen (ich muss nur aufpassen, dass ich nicht mit lauter "neuen" Büchern von dort zurückkomme...) :-)

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  2. Liebe Brigitte, ich hatte dich bereits "vermißt", mir aber schon denken können, daß du mit irgendetwas zugange bist. Entrümpelung also. Das läßt Erinnerungen in mir wach werden. Haben wir alles schon mehrfach hinter uns. Und wenn ich ehrlich sein soll, bin ich auch so immer wieder dabei. Denn schneller als man gucken kann, wird man von allen Seiten zu allen erdenklichen, besonderen Tagen zugeschüttet mit liebgemeinten Dingen. In so mancher deiner beschreibungen habe ich mich wieder erkannt: mir passiert das selbst oft genug, daß ich mich beim "Aussortieren" irgendwo festlese. Und statt daß die Stapel weniger und niedriger werden, baut sich irgendwo ein neuer Stapel auf. Gerade mit Büchern tue auch ich mich extrem schwer. Gutes Gelingen auch weiterhin! Liebe Grüße...

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  3. Liebe Frau Amselgesang,
    oh weh, "ausmisten" ist bei mir auch ein wundes Thema... Ich beneide dich kein Stückchen.
    An so vielem hängen Erinnerungen.

    So ein altes Buch, wie deine, habe ich mir vor einiger Zeit aus einer öffentlichen "Bücherzelle" mitgenommen. Die gibt es bei uns in Hannover an vielen Plätzen und Straßen.
    (Vielleicht kannst du auf diesem Weg noch das ein oder andere Buch in gute Hände geben?)
    Was mit meinem Buch geschehen ist, findest du hier:
    http://alltagsbunt.blogspot.de/2013/11/sterne-basteln.html
    Erst hatte ich Skrupel, ein Buch zu zerschneiden - noch dazu so ein altes. Besser, als es wegzuwerfen, ist das jedoch allemal. Mein Buch hat nun sozusagen ein neues Leben.
    Die Sterne finden überall großen Anklang und ständig werde ich gefragt, woher man so ein altes Buch bekommt...
    Voradventliche
    Claudiagrüße

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  4. Hach das Aus"misten", als wäre es erst gestern gewesen! Ich fand es im Nachhinein gar nicht schlimm, mich erst einmal für "Behalten" zu entscheiden, wenn es hart auf hart ging. Jetzt, wo ich Zeit habe und Jahre vergangen sind, lichtet sich der Dachboden, auf dem alles schlummerte, von ganz allein. Die Räumaktionen sind wohl individuell wie die Menschen und die Möglichkeiten.
    Ich bin übrigens auf der Suche nach einer großen weißen Kaffeetasse mit kleinen gelben Herzen. Meine ist kaputt gegangen und ich hänge so sehr daran. Vielleicht gibt es ja jemanden .... :-) Obwohl, der Zufall ist ja blind.

    ein wunderbares Aufarbeiten, das ist nämlich in mehrerlei Hinsicht wohltuend, wünsch ich Dir von Herzen weiterhin.
    Beate

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  5. Oh ja, da hast du einen Haufen Arbeit vor dir. Gerade bei den Büchern verstehe ich, wie schwer es dir fällt sie auszusortieren. Mir widerstrebt es auch immer sehr Bücher wegzuwerfen bzw. wegzugeben. Aber manches wird man einfach nicht wieder lesen. Und immerhin sieht es danach wohnlicher aus =)
    Viel Erfolg noch!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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  6. Eine wahre Schatzkammer hast du da wo ich gern Stöbern würde ich finde das so interessant und spanend .Ich wünsche dir ein schönes Wochenende .lg galina

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  7. Oh je... solche Ausmistaktionen haben wir am Anfang hier im Haus auch gehabt. Mein Mann ist da sehr entschieden beim Weggeben, sodass es nicht ganz so schwierig war (denn hätte ich da alleine gewirtschaftet, wäre unser Dachboden wohl immer noch vollgestopft mit alten Dingen).
    Weißt du, dass du deine Bücher auch verkaufen kannst (immer noch besser als Wegwerfen), schau mal auf www.momox.de - wir haben so viele Dinge weggebracht. Sowas wie Altwarenhändler gibt es hier nämlich nicht, da gibt es nur die Alternative wegschmeißen oder behalten...
    Alles Liebe und frohes Werkeln!
    Maria

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    1. Bei momox habe ich vieles verkauft - sie nehmen ja nicht alles, aber drei oder vier Pakete voll waren es schon.

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  8. Danke für den Blick hinter die Kulissen deiner "Bühne"..., ich kann dich so was von verstehen, nur dass die Bühne bei mir ein Keller ist... Lieben Gruß Ghislana

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