Freitag, 15. Januar 2016

Geschenkt!

"Welcher Schenk-Typ sind Sie?" könnte einer dieser Persönlichkeits-Tests aus einer dieser Wartezimmerzeitschriften lauten. Tatsächlich, ich denke, es gibt wirklich bei vielen Menschen einen Hang zu einem ganz bestimmten Schenk-Stil. Schon bei Kindern kann man das feststellen, sobald sie aus dem Kindergartenalter raus sind und keine unter Anleitung angefertigten Basteleien mehr mit nach Hause bringen. 
Die einen haben die Nase voll vom Basteln oder sind zu selbstkritisch, um eigene Werke als schenkwürdig einzuschätzen. Wozu gibt es (Taschen-)Geld? Man geht in einen Laden und kauft was Feines, der Papa mag dies, die Mama das: fertig! Das ist der unkomplizierte Typ.
Ein anderer lehnt DIY ebenfalls ab, möchte aber auch nicht einfach nur "Gegenstände" kaufen. Aber was dann??? Er zermartert sich eine Zeitlang das Hirn, ist mit keiner Idee und keinem Vorschlag zufrieden und beschließt endlich, dass nichtgegenständliche Geschenke das Beste sind. Erleichtert lädt er einen ins Kino ein und hat damit ein Stück gemeinsames Erlebnis verschenkt: eine feine Sache!
Und dann ist da der Tüftler- und Handwerkertyp, der weiterhin Selbstgebasteltes verschenkt,  jetzt aber nach eigenen Entwürfen oder nach Anleitungen aus dem Internet. Bei entsprechender handwerklicher Begabung können da erstaunliche Dinge entstehen.
Ich habe in meinen großen Jungs alle drei Schenktypen beisammen. Wobei ich sagen muss, dass Typ 1 (was kaufen) in unserem Falle äußerst fantasievoll zu Werke geht und sich jedes Weihnachten etwas Lustiges dazu einfallen lässt. Er besorgt auf dem Weihnachtsmarkt oder im Weltladen ein Sortiment edler Leckereien (Mangoessig, Pralinen, feine Tees etc.) und denkt sich ein Spiel oder ein Quiz oder etwas Ähnliches aus. Wer punktet, darf sich ein Geschenk aussuchen. Das ist immer wie ein Extrageschenk für die ganze Familie, ein fröhlich-spielerisches Heiligabend-Highlight!
Die Kino-Einladung von Typ 2 galt der ganzen Familie (außer dem Vater, der diese Art Filme weniger schätzt, er bekam was anderes), und so kam ich in den Genuss der neuesten "Star Wars"-Episode in 3D, die ich mir alleine vielleicht nicht angeschaut hätte, die ich aber in Gesellschaft meiner drei jungen Männer in vollen Zügen genossen habe.
Typ drei schließlich kam am 22. nach Hause, verbrachte den folgenden Tag in Opas Werkstatt im Keller und überraschte uns an Heiligabend mit einem einzigen, großen und schön gearbeiteten Geschenk für die ganze Familie: einem Tisch-Boccia-Spiel, das noch am selben Abend eingeweiht wurde (funktioniert wie hier sehr gut mit Pokerchips) und uns allen viel Spaß machte.




Und weil ich nun schon dabei bin, zeige ich hier noch zwei Werke des geschickten Gelegenheitshandwerkers:


Zum Geburtstag bekam ich ein Küchenmesser, hergestellt aus einem alten Sägeblatt (auf dem unteren Bild gut zu erkennen) und einem Stückchen Holz aus Opas Vorräten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass man Messer einfach so selber machen kann... Jedenfalls ist es mein absolutes Lieblingsmesser, nicht nur wegen des Produzenten, sondern auch weil es schmal und lang ist, wunderbar in der Hand liegt und schön scharf ist (da nicht rostfrei). Ideal zum Zwiebelschneiden. Ich hüte es wie meinen Augapfel und verstecke es meist ein bisschen, damit es nicht versehentlich von unaufmerksamen Familienmitgliedern nass liegengelassen oder gar in die Spülmaschine gesteckt wird... MEIN Messer!!
 

Ganz nebenbei entstand als kleine Zugabe noch ein schön geformter Brieföffner:
 

Was für ein Schenk-Typ ich selber bin? Hmmm - ich denke, von allem etwas... je nach Empfänger, verfügbarer Zeit und verfügbaren Ideen...    ;-)      Und ihr?

Kommentare:

  1. Geschenke sind bei mir oft von langer Hand vorbereitet und bestehen aus Wünschen, die der oder die Betreffende irgendwann geäußert hat. Das kann dann etwas Gekauftes oder auch Selbstgemachtes sein. Habe ich keine Idee, frage ich schon mal nach. Der Renner waren im letzten Jahr waren gestrickte Hausschuhe aus selbst verarbeiteter Wolle und Himbeermarmelade von Beeren aus dem Garten. Heute konnte ich wieder einen Wunsch notieren und da der Geburtstag erst im Mai ist, wird sie es bis dahin vergessen haben....
    Ist das jetzt typgerecht :-))

    Grüße mit Schleifchen
    Beate

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  2. Die Gedanken, die sich der Schenkende vorher gemacht hat, sind das Wichtige denke ich. Da kann bei allen 3 Varianten die Freude groß sein. Dass du dich gefreut hast, kommt gut rüber!! Hätte mir ebenfalls gefallen (der Kinobesuch steht hier noch aus, alleine würde ich mir den Film auch nicht ansehen). Beim Schenken halte ich es auch wie Beate, der Überraschungsefekt ist dann zu schön ( und wusstest du, dass der Schenker genauso glücklich ist, wie der Beschente!?).
    Mach's gut du, Birgit

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  3. Liebe Brigitte,
    du wurdest/ ihr wurdet reich beschenkt.
    Das Messer ist wirklich etwas Besonderes.
    Ich erinnere mich an ewige Diskussionen zur Frage: was wünscht du dir? Und meine Antwort: dass du dir Gedanken machst, was du schenken könntest, denn alles andere kann ich mir selber kaufen oder es ist eh zu teuer...
    Schenken finde ich mit zunehmenden Jahren immer schwieriger. Alle haben schon alles und viele (ich auch) möchten ihren Besitz lieber reduzieren, als vermehren.
    Da du mein Blog kennst, kannst du es dir vermutlich denken. Zu meinen Geschenken gehört immer auch wenigstens etwas klitzekleines Selbstgemachtes.
    Claudiagruß

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    1. Ja, kann ich mir gut denken! Und sicher was besonders Hübsches!

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  4. Liebe Brigitte,
    danke für deinen Besuch bei mir...ich war hier noch gar nicht zum Kommentieren gekommen, nachdem ich mir die Ufo-Geschichte durchgelesen hatte. Es hat mich gleich an meine Ufos in der Truhe erinnert, die ich mich schon länger vorgenommen habe.
    Deine Jungs sind ja ganz schön kreativ...und beim Kinobesuch musste ich schmunzeln. Bei meiner Schwägerin ist es ähnlich....sie liebt Star Wars und Fussball und der Mann nicht...:-))
    LG Sigrun

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    1. Also auf Fußball bin ich auch nicht soo scharf... ;-)

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  5. Liebe Brigitte, ich bin gerührt. Wirklich toll, was eure Jungs haben sich so einfallen lassen. Ich glaube, ich bin auch ein Misch-Typ: geäußerte Wünsche merke ich mir. Oftmals mache ich mir viele Gedanken, weil ich gerne mit einem "tieferen Sinn" schenke.

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  6. Liebe Brigitte, ich glaube, ich bin eher die Selbermacherin. Und tief beeindruckten dem schönen Messer und von überhaupt so liebevollen Schenkern.
    Lieben Lisagruß!

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  7. Vorbildhaft! Alle 3! Genießen!
    Du hast es gut!
    Herzliche Grüße
    Ingrid

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