Donnerstag, 13. Oktober 2016

ISLAND (2) - Vík bis Jökulsárlón

Schlaflos durch die Nacht - nein, ganz so schlimm ist's nicht, nur leider um vier schon aufgewacht und nicht mehr eingeschlafen. Was macht man da bloß?


Na klar - man lädt Island-Fotos hoch, höchste Zeit für die Fortsetzung... und schwelgt dabei nochmal ein bisschen in der Erinnerung an eine schöne Woche Anfang September (das kommt mir jetzt schon wieder so lange her vor...).
 
Der zweite Tag unserer Reise begann sonnig, trübte sich aber bald ein. Egal, das Wetter wechselt hier eh alle paar Stunden, und solange es nicht dauerregnet, ist alles gut.
Wir waren unterwegs nach Kirkjubaejarklaustur, einem kleinen Dorf mit einer besonderen Geschichte, die, wie so oft in Island, mit einem Vulkanausbruch zu tun hat. Im Jahre 1783 wurde hier der Pfarrer  Jón Steingrimssón zum Volkshelden, als ein auf das Dorf zufließender Lavastrom wunderbarerweise kurz vor der Kirche zum Stehen kam, während er drinnen die Dorfbewohner, statt zu fliehen, zum Gottesdienst versammelt hatte und eine seiner "Feuerpredigten" hielt (etwas ausführlicher hier). 


Oben eine historische Darstellung, unten der heutige Blick auf den erstarrten Rand des Lavastromes, neben dem eine kleine Kapelle an das denkwürdige Ereignis erinnert.
 

Auf dem alten Kirchhof liegt Jón Steingrimssón begraben (hach, ich liebe diese isländischen Namen - erinnert ihr euch an die EM? Sigthorsson...?)  :-)


Ausläufer des Myrdalsjökull (in direkter Nachbarschaft zum Eyafjallajökull, dem Gletschervulkan mit dem unaussprechlich-unvergesslichen Namen seit damals): In Island liegen die aktiven Vulkane gerne unter Gletschereis, was bei einem Ausbruch zu großen Wasserströmen, sog. Gletscherläufen, führen kann. Unter dem Myrdalsjökull grummelt es seit einiger Zeit, ein Ausbruch des darunter befindlichen Vulkans Katla wird erwartet. Für uns nicht an solche Dinge gewöhnten Ausländer war es ein spannender und etwas unheimlicher Gedanke, als wir in Vík übernachteten: Wenn es jetzt passieren würde, käme das Wasser geradewegs hier herunter... (obwohl, so schnell geht das dann auch wieder nicht). Zumindest gäbe es vielleicht eine Aschewolke, die unseren Heimflug etwas verzögern könnte!  :-)


Graufilziges Moos wächst auf den Lavastein - Flächen.






Und wer würde sich bei diesem Anblick nicht unversehens wie Frodo fühlen - am Eingang zum Lande Mordor?


Und jetzt (ich weiß, es wird eine Bilderflut und ja, weniger ist meist mehr, ganz abgesehen davon, dass man im Netz Tausende von fantastischen Islandfotos findet - aber Leute, nun war ich einmal da und ich kann einfach nicht anders...) - also, einfach noch mehr Bilder, teils aus dem Autofenster geknipst, weil wir einfach zu wenig Zeit hatten, um alle paar Kilometer anzuhalten. Obwohl - meine beiden Männer waren wirklich sehr geduldig mit mir, wenn zum x-ten Mal der Ruf ertönte: "Ooohhh - kannst du bittebitte mal kurz...  geht auch ganz schnell...?!!"   :-)




Wo beim Blick in die Ferne weit und breit kein Baum zu sehen ist, muss man eben mal nach unten schauen:


Wer bis hierher durchgehalten hat, kriegt jetzt noch das Sahnehäubchen zu sehen: Vieleviele Bilder (ich konnte einfach nicht aufhören, es war zu schön...) von der Gletscherlagune Jökulsárlón, in der in majestätischer Ruhe die Brocken, die vom Vatnajökull-Gletscher abbrechen, herumschwimmen wie zu Eis erstarrte Fabelwesen.











Ein, zwei Kilometer weiter hocken sie dann, nachdem sie den Abfluss der Lagune Richtung Meer passiert haben, bei Ebbe auf dem schwarzen Sand und warten darauf, dass die nächste oder übernächste Flut sie wieder flott macht.





   ...ein kleines URMEL AUS DEM EIS   :-) 

                                                                             
  
   ...dieser schöne Stein war zu groß und schwer, um ihn mit nach Hause zu nehmen, so hab ich
   ihn eben auch fotografiert.

Damit die Bilderflut nicht allzu epische Ausmaße annimmt (erinnert ihr euch an die langen Diaabende mit Urlaubsbildern in den 60ern?), mache ich hier eine Pause - Fortsetzung folgt...


Kommentare:

  1. Jetzt verrate ich Dir was: Nach Deinem ersten Beitrag zu Eurer Islandreise habe ich mich auf den Weg gemacht ;-) Mit Streetview kann man den Inselrundweg "nachfahren", die Eindrücke sind selbst auf diese Weise schon grandios.
    Und was die Bilderflut damals wie wie heute betriff: ich tauche ein in diese Landschaften, egal ob Foto oder Realität. Das war schon immer so und ich liebe nachzuspüren, was dort ist: Kühle, Wind, Feuchtigekit, die Gerüche nach Wasser und Erde.
    Geografie/Reisen ist und bleibt meine große Leidenschaft. Eine erlebnisreiche Reise wird hier buchstäblich!!!
    Danke
    Lieben Gruß
    Beate

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    1. Streetview, das kannte ich noch nicht, habe eben kurz reingeschaut und nicht durchgeblickt, aber mit etwas mehr Zeit komme ich vielleicht noch dahinter (oder du schickst mir einen Link, wo das Ganze funktioniert...).
      Mit dem Eintauchen in Bilder geht es mir wie dir - sofern es gute Bilder sind. Die Dias meines Vaters konnte ich immer genießen, während mich 0/8/15-Bilder auch der tollsten Gegenden ganz schnell zum Gähnen bringen (ich nehme an, dich auch).
      Ich freu mich, dass dir meine gefallen! :-)

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    2. Der Link ist sehr lang und deshalb permail unterwegs :-)

      Sonntägliche Frankengrüße

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  2. Eine beeindruckende Landschaft. Wie schön es doch ist auf dieser Erde. Danke für die Bilderflut. Island war mir bisher eher fremd. LG

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    1. Fremd war es mir auch. Und auch jetzt hab ich erst ein bisschen was vom Rand gesehen... :-)

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  3. Liebe Brigitte,
    nein, an die Diaabende in den 60.- ern erinnere ich mich natürlich nicht. In dieser Zeit mußte (oder durfte ?! ;o) ich nach dem Sandmännchen ins Bett...
    Von deinen Fotos allerdings hätte ich keines verpassen mögen. Du entführst uns in eine fremde, manchmal etwas unwirklich scheinende Welt voller kleiner Wunderwerke der Natur. (Urmel ist einfach allerliebst.) Ich bin entzückt und danke dir für diesen Ausflug.
    Claudiagruß

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    1. Ich habe heute die Wanderung durchs Moor bei dir auch mit Genuss mitgemacht! :-)

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  4. Hallo Brigitte,
    ja, an diese Abende vom Albverein kann ich mich noch gut erinnern, damals fand' ich das total langweilig. Aber hier kann ich noch einige Fotos ertragen. *g* Ein faszinierendes Land und irgendwann werden der Mann und ich es bestimmt besuchen. Mir liegt ja der Norden eh mehr als der Süden.
    LG
    Manu

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    1. Ich kann es nur empfehlen - fangt schon mal an zu sparen... :-) Island ist leider ziemlich teuer, aber weil alles relativ nah beieinander ist, kann man auch in kurzer Zeit schon vieles sehen. (Tipp: wenn man wie wir in Hostels übernachtet, einen Jugendherbergsschlafsack oder leichten Bettbezug mitnehmen. Braucht nicht viel Platz und spart einiges, da Bettwäsche oft extra berechnet wird).

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  5. Wouw... So beeindruckende Bilder. Schon ein sehr interessantes Land, dieses Island...

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  6. Wow, vielen Dank für die Bilderflut. Auch ich bin beeindruckt! Island ist schon lange ein Traum von mir!!!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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