Donnerstag, 15. Dezember 2016

Ich und die Zahlen...

...wir sind keine besten Freundinnen und stehen immer ein bisschen auf Kriegsfuß - jedenfalls was die (nur sehr schwach ausgebildete) Fähigkeit meines Gedächtnisses angeht, Ziffern und Daten zu speichern. Es geht hier nicht um Rechenschwäche - obwohl ich nie ein großes Mathegenie war, kann ich doch ganz durchschnittlich gut rechnen, auch im Kopf. Aber merken kann ich mir die Dinger nur sehr schwer, sie bleiben einfach nicht in meinem Gedächtnis hängen.
                                       
          
          Eins - 
          Zwei - 
          Viele - 
          ob Schäfchenzählen hilft???   :-)  
          Wohl eher nicht...
                                         


Ich bin froh, wenn ich die wichtigsten Geburtstage im engeren Familienkreis plus zwei Freundinnen nicht vergesse, meine EC-Karten-PIN und (nach vielen Wiederholungen) IBAN-Nummer parat habe und zumindest meine Schwester sowie die beiden auswärts lebenden Söhne anrufen kann, ohne mein Telefonbüchlein zu konsultieren. Aber dann ist auch schon Schluss. Autonummern? Geldbeträge? Die eigene Mobilnummer? Fehlanzeige. Das aktuelle Datum? Äähhmm... da muss ich dran denken, wie mein Vater bei diesen  Demenztests von den Ärzten immer gefragt wurde: "Welches Datum haben wir heute?" Und ich saß daneben und wusste es auch nicht besser als er - nur dass mich niemand fragte, denn ich war ja nicht demenzverdächtig (*räusper* vielleicht gibt es ja so was wie partiellen Zahlen-Alzheimer?).


Manchmal hat es aber auch sein Gutes.
Ich mache ja dieses Jahr erstmals bei einer "Adventskalender im Briefumschlag" - Aktion mit (hier bei Manu). Zu meinem Erstaunen kamen die ersten Briefe schon Ende November, viele dann in der ersten Dezemberwoche, weit im Voraus. Ich war voller Bewunderung für die fleißigen und gut planenden Absenderinnen, wusste aber, dass ich erst in der Woche vor "meinem" Termin dazu kommen würde, meine Idee zu verwirklichen. Ich war fürs 17. "Türchen" zuständig, also mussten meine Briefe spätestens am 15. zur Post, besser noch einen Tag früher.
So weit, so gut. Zumal ich unter einem gewissen Zeitdruck erst wirklich kreativ werde (leider, aber so war es schon immer). Es kam auch wie immer: am Sonntag machte ich die ersten Versuche mit einer Technik, die ich vor langer Zeit einmal ausprobiert hatte und von der ich annahm, dass ich es immer noch draufhätte. War aber nicht ganz so. 
Am Montag probierte ich ein bisschen weiter herum und fand eine gute Methode, hatte aber keine Zeit, um sie umzusetzen. Am Dienstagnachmittag klappte es endlich etwa so, wie ich es mir vorgestellt hatte, da das Ganze jedoch zwischendurch immer wieder mit Wartezeiten verbunden ist (ich berichte dann darüber, jetzt kann ich ja noch nicht verraten, worum es geht) und am Abend eine längere Sitzung anstand, habe ich das Werk schließlich in einer Nachtschicht fertiggemacht. Wobei ich sagen muss, dass ich gerne nachts solche Sachen mache. 
Die ganze Zeit war als ultimatives Absende-Datum "Mittwoch, 15. Dezember" in meinem Kopf, und wirklich war am Mittwochmorgen alles fix und fertig (ich auch ein bisschen, denn jetzt hätte ich mir doch noch einen Tag mehr gewünscht, weil mir nun klar war, wie man alles noch viel schöner und perfekter hätte machen können...). Ich brachte meine Schachtel voller Briefe zum Postamt und ließ mir die passenden Marken geben. Hoffte, dass deutschlandweit alle Briefträger fit und meine Briefe überall rechtzeitig im Kasten sein würden. Während ich mit dem Aufkleben beschäftigt war, fragte mich ein Mann, ob ich wisse, welches Datum wir hätten? Klar, sagte ich ganz siegesgewiss (endlich! endlich einmal wusste ich es auf Anhieb!): heute ist der 15. 12.! Der Schalterbeamte hörte das und rief herüber: Stimmt nicht, wir haben erst den vierzehnten!
Ach soooo....??? Das heißt, "mein" 17. ist erst - am Samstag! Na so was!
Da hätte ich ja glatt heute Nacht ein paar Stunden länger schlafen können... und meine Adventsgrüße wären noch viiiel schöner ausgefallen... manno!
Aber ein Gutes hat es, wie gesagt: Die Briefe werden nun ganz sicher bis Samstag 17.12. in den Briefkästen liegen. Na bitte, geht doch!
Erleichtert stieg ich ins Auto und fuhr nach Hause. 
Und da fiel es mir plötzlich ein. Das mit der Zahl. Der Siebzehn.
Ich hatte sie vergessen draufzuschreiben. Auf den Umschlag.
Ein Adventskalendertürchen ohne Zahl geht ja eigentlich gar nicht.
Zum Glück sind alle anderen Teilnehmerinnen nicht so zahlenbehindert wie ich. Deren Umschläge sind alle ordentlich numeriert. Also dürfte der eine ohne Zahl leicht einzuordnen sein.

Liebe Empfängerinnen (soweit ihr das hier lesen solltet):

Der Umschlag ohne Zahl - den dürft ihr am Samstag aufmachen!

Und bis dahin dürft ihr mal raten, was das hier ist:



Na...?





Kommentare:

  1. Kennst Du das Lied: "Du bist nicht allein"? Das mit den Zahlen ist wirklich, gut beschrieben, oft meine Situation und nervig für mich.
    Da in Schweden der Zahlungsverkehr fast nur noch bargeldlos funktioniert und nicht überall alle Kredit- und Bankkarten genommen werden, gibt es automatisch mehr Zahlen zu merken, aber welche Zahl gehört zu welcher Karte. Kein Vergnügen für unsereins, etwas zu kaufen. Vielleicht hat das auch ein Gutes ;-)

    mitfühlende Grüße und, der Pfau ist Dir toll gelungen
    Beate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nicht allein... das tröstet mich!
      Mehrere Kreditkarten und PINs - das wäre mein Untergang. Ich würde nur noch mit meinem Mann,der einen hervorragenden Kopf für Zahlen und Daten hat, einkaufen gehen (und das heißt: sehr, sehr selten...!) ;-)

      Löschen
    2. P.S. Und weißt du, was echt zum Schreien ist? Bei der Sitzung am Dienstag abend hab ich soger Protokoll geführt und somit das Datum eigenhändig obendrüber geschrieben - und nichts gemerkt...
      Ich habe auch schon zwei verschiedene Termine aufs gleiche Datum vereinbart und es erst in letzter Sekunde gemerkt - bis dahin existierten sie in meinem Kopf friedlich nebeneinander. Seitdem bin ich Terminkalenderfetischist... ;-)

      Löschen
  2. Ist ja witzig, das hätte ich auch so schreiben können! aber Du arst wenigstens einen Tag zu früh 😂
    Meine Karten hatte ich mir im Vorfeld perfekter ausgemalt, aber was solls, die meist Folie wird wohl zum platzen gebracht, ob sie jetzt schief ist oder nicht...
    Liebe Grüße und ein schönes restliches 2016! Bis bald wieder,
    Petra

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Brigitte,
    ein wunderbarer Post:))) Aufgrund der Kartenschwämme in diesem Haus und der vergessenen 17 auf der Karte fiel deine Karte eine verfrühte Öffnung zum Opfer (sorry). Ein Blick hinein offenbarte aber, das es mit dem Briefumschlagsadventskalender (was für ein Wort) zu tun haben musste. Also habe ich sie schnell in die Kalenderschachtel gelegt. Sie ist wunderschön, wie hast du das nur gemacht???
    Hoffentlich verräts du es uns hier . Vielen Dank.... Herzlichst Kirsten

    AntwortenLöschen
  4. Wunderschön ist sie geworden, die Flucht nach Ägypten, herzlichen Dank! Und Dein Post ist genial :-)). Wie Du das Springerle gemacht hast interessiert mich auch, wobei ich nicht glaube, dass ich das fertig bringe ... Auf den Tee bin ich gespannt, den gibt es morgen. Liebe Grüße und einen schönen 4. Adventssonntag, Christine

    AntwortenLöschen
  5. @Kirsten und Christine:
    Danke für das Lob! Es ist kein Hexenwerk, wenn man es mal raus hat... Beschreibung folgt noch.
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  6. Danke, liebe Brigitte, für die schöne Adventspost! Auch ich bin schon sehr gespannt auf Deine Beschreibung der Technik. Eine wage Vorstellung hab ich, aber scheint ja nicht so leicht gewesen zu sein. Auf jeden Fall sehr effektvoll, das Minirelief!
    Den Tee werde ich erst morgen trinken, bin gerade gut ausgestattet mit den unterschiedlichsten Teesorten - herrlich!
    Liebe Grüße und alles Gute!
    Judy

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Brigitte, was Du so beschreibst könnte ich auch glatt sein! Zahlengedächnis gleich null...Datum, ach herjeh von wann bitte?
    leider sind Marina und ich leer ausgegangen, aber wenn Du quasi rechtknapp geschickt hast, werden die Umschläge sicher Montag im Kasten sein, ist kein Weltuntergang.Einen schönen 4.Advent LG Petra und Marina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das tut mir herzlich leid - drei Tage sollten ja eigentlich reichen, da war wohl der Postbote unpässlich...? ;-)
      Ich hoffe es kommt noch gut an!

      Löschen
  8. Ja, seit dem Öffnen des Umschlages weiß ich, was das mit deinem "Bildchen" auf sich hat. Hübsch, sehr hübsch und danke dir!
    Tja, hinterher fällt einem doch immer ein, was man noch alles hätte machen können, etc. Geht mir aaaabsolut genauso!!! *lach*
    LG Lehmi

    AntwortenLöschen
  9. Genau wie ich!:)

    Mathe hab ich immer gehasst in der Schule.
    Aber Geburtstage konnte ich mir früher immer von jedem einzelnen merken. In den letzten Jahren merke ich, dass ich mir nichts mehr merken kann und muss mir alles immer notieren und aufschreiben, es wird immer schlimmer. Ok , ich werde ja auch nicht mehr jünger, nech?...:) LG, Ayse

    AntwortenLöschen