Dienstag, 8. März 2016

Siebenachtel-Veggie... und ein (ganzes) Rezept :-)

Schon seit längerem bin ich am Sammeln und Ausprobieren von guten vegetarischen Rezepten, und das liegt vor allem daran, dass der jüngste Sohn (18) irgendwann  im letzten Jahr beschlossen hat, kein Fleisch mehr essen zu wollen. Aus Gründen des Tierschutzes, aus Protest gegen Massentierhaltung. Nun gibt es hier in der Stadt zwar problemlos Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu kaufen, und wenn man nur ab und zu ein Stück davon isst, kann man es sich auch durchaus leisten. Das war bislang mein "Stil": ich esse schon immer wenig Fleisch, aber wenn ich wirklich Lust darauf habe, lasse ich mir schon mal ein gutes - und möglichst aus anständiger Tierhaltung stammendes - Stück Schmorfleisch oder ein Szegediner Gulasch (mein Mann kocht das ganz wunderbar!) schmecken. Mit Wurst fast aller Art kann man mich allerdings jagen, da fällt mir der Verzicht nicht schwer. Da aber Mann und Söhne doch ziemliche Fleisch- und Wurstliebhaber waren, habe ich mich nicht so sehr um interessante vegetarische Rezepte bemüht, sondern eben nur für mich das Fleisch weggelassen, wenn mir nicht danach war. 

Nun wohnt ja nur noch der Jüngste daheim, und der wollte keine halben Sachen machen, denn "wenn ich nur sehr selten mal ein Würstchen oder ein Schnitzel esse, dann fällt mir das Verzichten viel schwerer als wenn ich es ganz bleiben lasse!" (Ich habe ihn sehr bewundert, als er es ganz zu Beginn seiner Vegetarierzeit fertigbrachte, bei einem Jugendgruppen-Abend von den angebotenen Hot dogs nur die Brötchen zu essen - mit etwas Ketchup...)! 
Ich habe also angefangen, nach wirklich leckeren, vollwertigen Rezepten zu schauen, und ich muss sagen, es macht mir großen Spaß! Das Netz ist voll von tollem Veggie-Essen, und man entdeckt die interessantesten Zutaten-Kombinationen, Abwechslung ist garantiert. Aus Gründen der Vollwertigkeit - vor allem im Blick auf einen 18jährigen, großen und sehr dünnen jungen Mann - und weil wir ihn einfach sehr gerne essen, genehmigen wir uns einmal die Woche Fisch (der Sohn passt auf, dass es welcher aus nachhaltiger Fischerei ist). Und ich für mein Teil setze sehr selten, aber doch ab und zu mit dem Vegetarismus aus und genieße ein Schnitzel vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein oder ein Gulasch vom Limpurger Weideochsen. Ich stelle allerdings fest, dass ich immer seltener Lust drauf habe. Man gewöhnt es sich offenbar ab.



Das gilt ein Stück weit sogar für meinen fleischliebenden Mann, der in letzter Zeit immer öfter abwinkt, wenn ich ihm anbiete, zum Veggie-Essen ein schönes Steak oder auch nur eine Bratwurst für ihn in die Pfanne zu hauen: "Ach, ist nicht nötig!" Und das liegt natürlich daran, dass "fleischlos" jetzt eben nicht mehr nur bedeutet, etwas Feines wegzulassen, sondern ganz viel Feines hinzuzufügen. Meine Sammlung von Rezepten, bei deren Verkostung es hieß: "Lecker - kannst du wieder machen!" wächst stetig, und deshalb möchte ich hier regelmäßig das eine oder andere unserer neuen Lieblingsgerichte vorstellen. Ich werde natürlich bei Rezepten aus dem Internet die Quelle angeben, aber da ich  auch manches abwandle - mit Gemüse kann man ja endlos variieren -, findet ihr hier meine jeweilige persönliche Variante.
Und hier kommt gleich das erste Beispiel (irgendwann irgendwo abgeschrieben, ich weiß nicht mehr wo) - mit reichlich gemischtem Salat ergibt es eine leichte Hauptmahlzeit:  


KÜRBIS-RÖSTI MIT JOGHURT-DIP

Man nehme (für 4 Personen):

400 g mehligkochende Kartoffeln
400 g Kürbis
(beides geputzt gewogen)
2-3 Eier (je nach Größe)
2 Esslöffel Mehl
Salz, Pfeffer, Gewürze nach Geschmack


Kartoffeln und Kürbis fein raspeln, mit den Eiern und dem Mehl gründlich vermischen, mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver, Kurkuma, etwas Ingwerpulver (oder frisch geraspeltem Ingwer, wer's mag), Kräutern... nach Geschmack würzen. Ihr habt da sicher eure eigenen Vorlieben, bei mir wird es jedesmal ein bisschen anders.


Etwa zehn Minuten stehen lassen, dann dünne Puffer in Öl oder Butterschmalz knusprig ausbacken.


Dazu gehört unbedingt ein pikanter Joghurt-Dip. Ich nehme gerne den griechischen Joghurt mit 10% Fett, aber natürlich geht auch 3,5%iger. Bei mir kommt hinein: Zitronensaft, Kräutersalz und gepresster Knoblauch, und wenn vorhanden: frische Salatkräuter. Wenn's schnell gehen muss, passt fertig gekaufter Tzatziki sicher auch gut dazu.




GUTEN APPETIT!
(...oder, um mit Albus Dumbledore zu sprechen: Haut rein!)   :-)

 




Kommentare:

  1. Ich bin zwar kein Vegetarier, aber Röstis liebe ich. Allerdings habe ich noch nie welche mit Kürbis gemacht. Das wird demnächst ausprobiert.
    Danke für's Rezept. Klingt wirklich lecker.
    Lieben Gruß
    Katala

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  2. Liebe Brigitte,
    auch bei uns gibt es immer weniger Fleisch auf den Tellern und insofern freue ich mich auf deine Anregungen sehr.
    Von meinen Söhnen ist es der ältere, der die vegetarische Küche bevorzugt. Allerdings (noch?) nicht in letzter Konsequenz.
    Der jüngere Sohn könnte jedoch leider getrost auf die Beilagen verzichten und sich ausschließlich von Fleisch ernähren.
    Die Devise "lieber nicht, als wenig" ist mir von Schokolade bekannt. Esse ich ein Stück, ist die Tafel weg ;o)
    Claudiagruß

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  3. Unser Mädchen ist ebenfalls kein Fleisch und auch keinen Fisch mehr, das schon seid sie ungefähr 5 oder 6 ist. Und wie bei euch ist es für die Familie kein Problem. Bratlinge stehen hoch im Kurs, weil sie einfach lecker sind und mit Getreide und Gemüse variiert werden können. Am WE gab es auf besonderen Wunsch Lasagne-fleischlos, lecker. Freu mich auf deine Rezepte!

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  4. Das ist auch was für uns!!! Kürbis mögen wir in allen Varianten aber in Rösti kannte ich es nicht und werde es mal ausprobieren. Sieht super lecker aus, afiyet olsun ;-)

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  5. Bei uns gibt seit (tja kaum zu glauben, aber wahr) 30 Jahren mehr oder weniger Vegetarisches (mein Mann weniger ;-)). Damals habe ich mir ein Kochbuch mit indischer Küche bestellt. Kürbisrezepte sind da auch drin und ich liiiiiiebe Kürbis. Danke also für dieses schmackhafte Rezept das kommt ganz sicher bald auf den Tisch.

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  6. Hab zwar gerade schon gegessen....macht aber richtig Appetit, wenn man dein Rezept so liest und die Leckereien so sieht. Ich binauch "Teilzeitvegetarierin", weil es wenig Sinn macht sich etwas zu verbieten. Aber wie du schon sagtest, esse ich am liebsten fleischlos und der Geschmacksinn kann umlernen, genauso wie er ja auch von klein an gelernt hat, was so gut schmeckt.
    LG und allezeit einen Guten Appetit,
    Marion

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  7. "Sondern ganz viel Feines hinzuzufügen" - ich glaube, gerade das ist auch ausschlaggebend. Seit 1 Jahr essen wir auch bewusster; gut es steht auf unserem Speiseplan immer noch zuviel Fleisch, aber wir kommen drr der Sache schon näher, auch fleischlose Rezepte auszuprobieren.
    Ich freue mich schon auf Deine anderen getesteten Rezepte. Dies hier mit Kürbis kannte ich sogar schon so ähnlich; mit Zucchini, Möhren und Kartoffeln mache ich manchmal die Puffer.
    Lieber Gruß
    Birgit

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  8. Hier gibt es immer seltener Fleisch. Wenn ich mir ab und an mal ein Gericht von meinem Mann wünsche, dann ist es u.a. Szegediner Gulasch. Ich liebe es!! Kürbis-Rösti hae ich noch nie gemacht. Da es aer sehr lecker ausschaut und wir gerne Knolauch-Joghurt dazu essen mögen, werde ich das mal passender Gelegenheit ausproieren. Danke dafür! Liebe Grüße.

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    1. Ha ja, unsere Männer! Wenn sie schon kochen, dann aber richtig! Ich mag das Krautgulasch auch sehr, und auch dieses geniale Reste-plus-was-gerade-da-ist-Pfannengebrutzel namens "Räuberpfanne a la Papa"... :-)
      So, und jetzt muss ich kochen gehn.
      LG, Brigitte

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  9. Oh... mir ist das "B" ahanden gekommen ;-)

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  10. die Bilder duften, zum Reinbeißen!
    Lieben Lisagruß!

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