Wenn
es eng wird im Keller und unterm Dach, dann muss dringend entrümpelt
werden, da sind wir uns einig, mein Papa und ich. Und dass man Sachen,
die man noch brauchen kann, nicht wegwirft, ist auch unstrittig. Nur: was nun irgendwann noch gebraucht werden könnte und was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die nächsten zehn Jahre nicht von der Stelle bewegen wird, darüber gehen die Meinungen manchmal ziemlich auseinander...
Bücher
können in dieser Hinsicht schwierig sein, viele Jahrgänge
wohlsortierter Fach- oder auch Kunst&Kulturzeitschriften, Stoff- und
Wollvorräte (ja, ich habe auch so meine heiligen Kühe, gebe ich zu) und
viele andere Materialien, aus denen "man noch etwas machen kann".
Zum
Beispiel die Holzvorräte. Mein Vater ist zwar nicht von Beruf, aber
doch mit großer Leidenschaft und beachtlichem Sachverstand Schreiner,
und da er vor dem Architekturstudium eine halbe Zimmermannslehre gemacht
hat, auch auf diesem Gebiet recht beschlagen. Ein gut Teil der
Möblierung dieses Hauses stammt aus seiner Kellerwerkstatt, den
Gartenteich samt Holzterrasse drum herum hat er mit eigenen Händen
gebaut, und hinter dem Haus harrt ein Geräteschuppen der Vollendung.
Letzterer und auch so manches andere Stück besteht zum großen Teil aus
gebrauchtem oder übriggebliebenem Material. Kein kaputter Tisch,
kein altes Sofa darf einfach zum Sperrmüll gegeben werden, ohne dass es
zerlegt und alle noch brauchbaren Teile aufgehoben werden. Was natürlich
gut und richtig ist - dennoch: der Stauraum ist sehr begrenzt (das Haus
ist nur halb unterkellert, vieles lagert auch in der Garage...), und
auch die Schaffenskraft des betagten Hobbyschreiners stößt an
unübersehbare Grenzen. So kommt es, dass wir immer mal wieder um paar
Teile, die meiner Meinung nach wirklich keine Zukunft mehr haben, heftig
feilschen. Zum Glück hat meine Schwester einen Schwedenofen im
Wohnzimmer stehen, und die Möglichkeit, das aussortierte Material
immerhin noch verheizen zu können, macht das Loslassen ein kleines
bisschen leichter...
dass mich die Akribie, mit der mein Papa alles Mögliche und Unmögliche aufhebt, richtig glücklich macht! Dann nämlich, wenn ich für einen ganz bestimmten
Zweck händeringend nach irgendeinem "Zeugs" suche, von dem ich selber
keine genaue Vorstellung habe, was es denn sein könnte.
Neulich zum Beispiel: Ich hatte für einen offenen Frauentreff einen Abend zum Thema "Labyrinthe" zu gestalten. Ein Lieblingsthema von mir, das ich mit viel Freude vorbereitet habe. In dem Gemeindehaus, in dem der Abend stattfinden sollte, gab es einen leeren Nebenraum, der mich auf die Idee brachte, nicht nur über die Geschichte und Symbolik von Labyrinthen zu reden, sondern auch eines zum Begehen anzubieten.
Neulich zum Beispiel: Ich hatte für einen offenen Frauentreff einen Abend zum Thema "Labyrinthe" zu gestalten. Ein Lieblingsthema von mir, das ich mit viel Freude vorbereitet habe. In dem Gemeindehaus, in dem der Abend stattfinden sollte, gab es einen leeren Nebenraum, der mich auf die Idee brachte, nicht nur über die Geschichte und Symbolik von Labyrinthen zu reden, sondern auch eines zum Begehen anzubieten.
Nur:
woraus sollte ich es bauen? Einmal habe ich schon eines mit
Kreppklebeband auf den Boden geklebt. Das geht ganz gut, aber die
Ästhetik von Malerkrepp ist doch eher - na ja, unelegant... und für "Eva's Evening"
wollte ich ein schönes Labyrinth haben. Dickes weiches Nylonseil
aus dem Baumarkt ist teuer und verrutscht leicht. Farbige Tücher sehen
wunderschön aus, zumal für Frauen - aber woher so viele passende nehmen?
Ein Lichterlabyrinth ist schon lange mein Traum, aber nur im Freien und
nicht auf Parkett. Suchend streifte ich über den Dachboden - und mein
Blick fiel auf das hier:
Keine
Ahnung, wie viele Jahre es gedauert hat, bis diese Sammlung beieinander
war. Aber ich erinnere mich wohl, dass wir ab und zu gegrinst haben,
wenn mein Vater nach dem Eisschlecken den Stiel sorgfältig abspülte und
aufhob: "Da kann man mal was draus machen!" Es stimmt: so manches
Erstaunliche hat er schon aus "Abfällen" und Fundstücken gebastelt. Aus
einem Eisstiel-Projekt ist aber doch nichts geworden - bis jetzt. Denn
nun sah ich es vor meinem inneren Auge: das Eis-am-Stiel-Labyrinth!
Und
es wurde fast noch schöner, als ich erwartet hatte. Genau eine Stunde
brauchte ich zum Auslegen, in der Mitte brannte eine Kerze und jede
Frau durfte sich eine kleine Karte mit einem guten Spruch mitnehmen.
Während des langsamen Gehens sangen wir leise einen Kanon. Es war sehr
stimmungsvoll und eine schöne Abrundung des Abends!
Also: immer fleißig Sachen sammeln - man weiß nie, wann man sie braucht! ;-)