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Mittwoch, 9. Juli 2014

Hübsche Jungfer


Wenn man nach einem Umzug beginnt, sich mit dem neuen Drumherum, sprich Garten, zu beschäftigen, dann ist das fast, als lerne man eine kleine neue Welt kennen. So ging es mir hier auch, und es war und ist eine interessante Entdeckungsreise. Der Boden ist anders: nachdem wir vorher lockeren Flusstalboden mit vielen Steinen hatten, wo sich in jeder Handvoll Erde drei Regenwürmer kringelten, sehen wir uns nun einem schweren, vollkommen steinfreien und ziemlich fruchtbaren Lehmboden gegenüber, der bei Trockenheit allerdings steinhart wird und wo man die paar Würmer, die man zu Gesicht bekommt, fast schon mit Namen kennt.


Natürlich wachsen auf diesem anderen Boden auch andere Pflanzen, seien es nun (Un)kräuter oder andere wildwachsende und sich immer neu aussamende Gartenbewohner. Ein solches Pflänzchen habe ich im vorigen Garten einmal versucht aus Samen zu ziehen - vergeblich.  Hier hingegen wächst es wie Unkraut.  Es handelt sich um diese liebreizende kleine Blume:


Sie ist keine elegante Königin wie die Rose, keine steife Hofdame wie die Nelke und keine feurige Flamencoschönheit wie die Gladiole. Sie ist ein prinzessinnenhaft zart wirkendes Wesen mit der Robustheit und Bodenständigkeit eines Landmädchens. Und das drückt sich auch in ihrem Namen aus:  
       
Jungfer im Grünen
(Nigella damascena)


Es gibt sie in auch in Rosa, am häufigsten jedoch in Blau. In meinem Garten wächst sie nur in Weiß, sowohl mit einfachen als auch mit gefüllten Blüten. In früheren Jahrhunderten war sie als Gartenblume sehr beliebt, dann kam sie aus der Mode und war in den letzten hundert Jahren nur noch in den Bauerngärten zu finden. Heute freuen wir uns wieder über solche "altmodischen" Schönheiten mit ihrer romantischen Anmut und ihrem Großmutter-Flair.
Was mir außer der schönen Blüte an dieser Pflanze so überaus gut gefällt, das ist ihre dekorative Verwandlung im Reifeprozess. Schon die Knospe hat etwas interessant Distelhaftes:


Und nach der Blüte hängen dann nicht nur ein paar traurige welke Reste herum, sondern es entwickelt sich sofort eine ballonartige Samenkapsel, die sehr attraktiv aussieht und sich wunderbar für winterliche Trockensträuße eignet.








Ich finde sie einfach toll, diese Jungfer im Grünen, die noch manche anderen Namen trägt wie z.B. Braut in Haaren, Gretl in der Stauden, Damaszener Schwarzkümmel u.a. (Wer mehr über sie wissen möchte: es gibt einen Wikipedia-Artikel dazu).

Donnerstag, 28. November 2013

"Ketchupflasche" und volles Haus

(Ketchupflasche: Erst kommt lange nichts - und dann alles auf einmal... Also jetzt: ganz viel auf einmal!):


Funkstille herrscht auf diesem Blog seit über zwei Wochen, und das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass dieses Haus hier immer noch überquillt von zuviel Büchern, zuviel Hausrat, zuviel Stoff- und Wollevorräten, zuviel Skistiefeln und -hosen und Bildern und sonstigen schönen und nützlichen, teils aber auch entbehrlichen Dingen, von Skate- und Snowboards und von all dem, was schon vor unserem Einzug die Bühne (resp. Dachboden ;-)) und den Keller bevölkerte... und... und... und...


Vor allem die Bücher sind so ein Kapitel für sich. Da gibt es nicht nur das, was Familie Amselgesang im Laufe der Jahrzehnte angesammelt und mitgebracht hat. Da gibt es auch all das, was Omas und Opas gerne gelesen haben - das Meiste davon wohl nicht wertvoll im antiquarischen Sinne, aber doch vieles von so nostalgischem Charme, dass es mir widerstrebt, all diese Zeugen der Leselust meiner Altvorderen einfach im Altpapier zu entsorgen. 


Das Auseinandersortieren erweist sich als sehr zeitaufwendig - erstens, weil es mir so schwerfällt, mich für "behalten" oder "wegwerfen" zu entscheiden, und zweitens, weil ich immer wieder mit einem Buch in der Hand zu Boden sinke und lese... lese... lese... bis eine Etage tiefer der Ruf ertönt: "Gibt es heute auch mal Mittagessen??" (oder so) - o je! schon so spät? Ich wollte doch nur kurz mal reinschauen, ob es sich lohnt, dieses Buch zu behalten...


Tja, und dann sind da ja auch noch die eigenen Bücher, viele davon eng verknüpft mit einem bestimmten Lebensabschnitt, mit einem Menschen, der einem dieses Buch geschenkt hat, mit der Erinnerung an eine schwierige Zeit, in der einem genau im rechten Moment genau das richtige Buch "in den Schoß gefallen" ist... Und manches würde doch vielleicht auch unsere Kinder später mal noch interessieren?? Äähm - na ja...
Aber die Wände, an denen man Bücherregale aufstellen kann, sind begrenzt und inzwischen ausgereizt. Und zudem sehen Bücherregale, die so mit Büchern vollgestopft sind, dass sie fast zusammenbrechen, auch nicht besonders wohnlich aus. Also habe ich kartonweise Bücher aussortiert und weggegeben. Solche, von denen ich mir eingestehen musste, dass sie vielleicht irgendwann einmal wichtig oder auch nur unterhaltsam waren, dass ich sie aber bestimmt kein zweites Mal lesen werde. Manches hat eben seine Zeit und ist dann einfach nicht mehr nötig. Aber jetzt ist es genug - an dem, was jetzt noch da ist, hängt mein Herz und, nebenbei, auch jede Menge Erinnerung und Lebenszeit. 



Aber auch sonst findet sich hier oben so manches, was auf einem Flohmarkt oder beim Trödler gute Chancen hätte: Globusse (ne, das heißt glaube ich "Globen" - oder? Klingt beides komisch) - und alte Stricklieseln (mit dieser hier habe ich meine ersten Wollewürmer fabriziert, nehme ich an :-)).
                                                                                                        












           







...schöne alte Stühle und weniger schöne, aber praktische Schränke und Kommoden (die einiges von dem ganzen "Zuviel" schlucken) - ja, und auch ganz besondere Kleidungsstücke, wie dieses Jäckchen, das zum Hochzeitskleid meiner Mutter gehörte: Fallschirmseide, selbstgeschneidert (vermutlich von der gleichen alten Tante, die mir, als ich ein kleines Mädchen war, aus abgelegten Sachen Schürzen und Kleider genäht hat). Diese Perlenknöpfchen, hach...
       






                                                      
In den Schubladen der alten Küchenmöbel aus der Zeit meiner Kindheit, die hier oben ihr Dasein fristen, finden sich wunderbare kleine Sammelsurien, deren Bestandteile mir teilweise seltsam bekannt vorkommen (siehe auch das erste Bild dieses Posts). Ganz nebensächliche Dinge, und doch in einem Winkel des Gedächtnisses aufbewahrt für immer, Requisiten meiner ersten Lebensjahre...



Nicht gerade antik, aber auch aus meinen Jugendjahren ist das  dekorative Melitta - Service, das ich hier oben wiederentdeckt habe. So schön - aber leider soo kleine Tässchen, und wir trinken den Kaffee doch eh immer aus unseren großen Bechern... und ein "gutes" Service für wenn Besuch kommt habe ich auch schon - na, vielleicht bekommt man ja mal eine Schwiegertochter, die sich in genau dieses Geschirr verliebt, wer weiß???  :-)
Also auch aufheben...


Echt "antik" sind dagegen diese Schulheft - Etiketten, die meinem Großvater als Schüler gehört haben müssen. So stilvoll war das damals. Aber doch unglaublich, dass sie bis heute, in irgendeiner alten Schwarte versteckt, überlebt haben und einem dann beim Öffnen derselben wie ein Gruß aus alten Zeiten entgegenflattern...
                          

So viele alte Schätze - es wird noch einiges an Arbeit kosten, für jedes Schätzchen ein Plätzchen zu finden, ohne dass man beim Betreten des leider ziemlich engen Dachbodens klaustrophobische Zustände bekommt. Aber da muss ich durch... wie sagt der Schwabe so treffend: "Nix habe ischt a ruhige Sach'!" Also kruschtel ich halt weiter (und lasse euch beim gelegentlichen Auftauchen vielleicht auch noch einen Blick auf dies oder jenes werfen).

Donnerstag, 23. Mai 2013

Neue Heimat - alte Lasten

Der Umzugs-Countdown läuft und ich werde in den nächsten Tagen sicher keine Zeit für Streifzüge durchs Bloggerland oder gar eigene Aktivitäten daselbst finden. Als "Pausenfüller" lasse ich ein paar Bilder hier von unserem zukünftigen (ab nächste Woche) Zuhause, wo ich in den letzten beiden Tagen versucht habe, wenigstens soweit "Klar Schiff" zu machen, dass man Platz für die Umzugskisten hat. Dieses Haus (mein Elternhaus, noch von meinem Vater bewohnt) ist nämlich alles andere als leer,vor allem der Dachboden hat's in sich... also, ich zeige ich euch am besten vorerst nur Gartenansichten:


Der vordere und größte Teil des Gartens besteht fast nur aus Wasser...


...und Urwald :-)
 

              Weiß in Weiß...
 

                ...und Weiß mit Lila.


 Seerosen: bald werden sie blühen.



              Hier gibt's allerdings noch viel zu tun...
 

...und hier auch. Ich habe schon mal ein Stückchen Erde freigelegt und eine Pflanze aus meinem bisherigen Garten hineingepflanzt: die "Horstige Ungarwurz" (die ich einst nur wegen ihres Namens gekauft habe... :-)).
 

Es ist aber ein hübsches Pflänzchen mit kleinen gelben Blüten (demnächst), das gerne im Schatten wächst. Ich mag es.
 

An einen sonnigen Platz habe ich Goldoregano und Griechischen Bergtee  gesetzt, ebenfalls aus dem alten Garten (meine Lieblingspflanzen kann ich nicht ganz zurücklassen...).

Und jetzt ist erstmal Funkstille hier bei amselgesang - Chaosbewältigung ist angesagt. Eine Menge Müll muss weg, eine nicht sehr viel kleinere Menge Noch-nicht-Müll ist schon für den nächsten Flohmarkt eingepackt (tja, das hätte man alles schon vor einem Jahr machen können... wenn man es nicht immer verdrängt hätte), und obwohl schon viele Umzugskisten fertig gepackt überall herumstehen, wirkt das Haus immer noch ziemlich voll...


(Hier immerhin sieht es inzwischen etwas besser aus... das auf dem Foto war die heißeste Entrümpelungsphase. Aber glaubt mir: ich werde Freudentänze aufführen, wenn es endlich richtig leer ist)!

Bis dann - ich wünsch' euch was (schönes Sommerwetter zum Beispiel)!

Samstag, 18. Mai 2013

in heaven: Heute hängt der Himmel voller...

    ...Gießkannen!!!


Großes Garten - Geräte - Kunstwerk in meiner allerliebsten Lieblingsgärtnerei.


Eigentlich hab ich ja überhaupt keine freie Minute - aber ich brauche diese ganzganz kleinen Auszeiten hier soo nötig, sonst werd ich verrückt in diesem Umzugstohuwabohu. Und da ich nicht rauche und demnach keine Zigarettenpausen machen kann, gönne ich mir ein bisschen amselgesang und hin und wieder einen klitzekleinen Post. Also: auch heute ein Himmel von mir für euch alle, für Katja, die Raumfee - und natürlich für mich selber... :-)

Freitag, 17. Mai 2013

Zeitbewegt


Noch neun Tage bis zum Umzug - im Vergleich zu den einundzwanzig Jahren Familienleben, die jetzt in Umzugskisten zu verpacken sind, eine sehr kurze Zeit. Vieles ist schon eingepackt, und trotzdem sieht es immer noch überall so "voll" aus. Und die Zeit scheint immer rascher zu vergehen, je näher der Termin rückt... ich komme mir manchmal vor wie auf einem Floß, das flussabwärts treibt, schneller und schneller auf den Wasserfall zu...
Ja, die Zeit rast, läuft mir davon!
 

Tut sie das wirklich?
Beim Durchsehen vieler aufgehobener Zettel und Ausschnitte aus Zeitschriften, Kalendern u.ä. fand ich dieses Gedicht, das mich einlud, einen Moment innezuhalten:

Die Zeit

Die Zeit geht nicht, sie stehet still,
Wir ziehen durch sie hin;
Sie ist ein' Karawanserei,
Wir sind die Pilger drin.

Ein Etwas, form- und farbenlos,
Das nur Gestalt gewinnt,
Wo ihr drin auf- und niedertaucht,
Bis wieder ihr zerrinnt.

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts.

 
 
Es ist ein weißes Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem roten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.

An dich, du wunderbare Welt,
Du Schönheit ohne End',
Auch ich schreib' meinen Liebesbrief
Auf dieses Pergament.

Froh bin ich, dass ich aufgeblüht
In deinem runden Kranz;
Zum Dank trüb' ich die Quelle nicht
Und lobe deinen Glanz.

Gottfried Keller


Dieser Gedanke ist... erstaunlich. Elektrisierend! Nachdenkenswert.
Zeit ist also eigentlich, ihrem innersten Wesen nach, Bewegung. Würde jegliche, auch die allerwinzigste Atombewegung, auch jede (immaterielle?) Bewusstseinsregung, aufhören - dann wäre Zeit ein irrelevanter Begriff.
Es hängt somit auch von meiner Art, mich zu bewegen, ab, was "Zeit" für mich ist. Ich erzeuge meine Zeit selbst, durch meine Bewegung. Sie stößt sich manchmal hart mit den "Zeit-Bewegungen" anderer, der Bewegungsspielraum kann eng werden, aber wie ich mich darin - oder hindurch - bewege, ist meine Sache. Ob ich hektisch und kopflos durch die Gegend renne, mit dem Gefühl "das schaffe ich nie" - oder ob ich möglichst ruhig und stetig versuche, den Berg an Arbeit Stück für Stück zu bewältigen - zwar unter Zeitdruck, aber ohne dieses innere Bild vom Mitgerissenwerden.
Ich will's versuchen... und freue mich über diese Farnwedel, die mir mit ihrem aufrechten, gelassenen Sich-Entfalten ein schönes Beispiel geben:


(Bilder aus meiner Lieblings-Staudengärtnerei, von der ich später noch ein paar mehr Fotos zeigen möchte).

Sonntag, 21. April 2013

Sonntagsfreuden

Werktagsarbeit und Sonntagsfreude in dieser Woche:
In unserer zukünftigen Wohnung (in meinem Elternhaus) die letzten Wände und Decken gestrichen zu haben, bevor nächste Woche der Bodenleger kommt...





...und sich nach getaner Arbeit  mit einem deftigen Vesper zu stärken: Brot, Quark mit Frühlingszwiebeln, Apfelschnitzen und einem Salat aus Gurke, Tomaten, Paprika, noch mehr Zwiebeln (ohne geht gar nicht...) und frischen Sprossen aus Joonas Sprossenglas - ein Genuss!

(Sonntagsfreuden - nach einer Idee von maria ).