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Sonntag, 5. April 2015

Osterspuren


 Am Ende der Nacht ein Feuer anzünden.
Drumherum stehen und schweigen, hören, erinnern, singen.
Vom Anfang aller Dinge.
Von Gefangenschaft und Befreiung.
Von Dunkel und Licht. 
  Von Verzweiflung, Vertrauen und Verwandlung.
Von Liebe und Hingabe.
Vom Tod und wie er den Kürzeren zog.
Vom neu geschenkten Leben.
  

So auf die Morgendämmerung warten.
Die ersten verschlafenen und dann immer kräftigeren Vogelstimmen hören.
Den Himmel immer heller werden sehen,
da, wo bald die Sonne aufgehen wird.
Ein altes Osterlied in den jungen Morgen hineinsingen.



Und dann: am Osterfeuer Stockbrot backen!
Kleine und Große sind mit Hingabe am Werk.
 Die Brote werden danach in die Kirche hinaufgetragen
und beim Abendmahl ausgeteilt und aufgegessen.
(Manche werden von den Kindern auch gleich angeknabbert,
frühmorgens auf sein und Brot backen macht hungrig).
Auch das Licht vom Osterfeuer wird mitgenommen.


Noch mehr hören, noch mehr singen.
Man möchte gar nicht mehr aufhören damit.
Wenn man jetzt nicht doch auch hungrig wäre.
Und wenn es nicht schon so fein nach Kaffee duften würde...
  Auf zum Osterfrühstück!


Dies ist eines von den neueren Osterliedern
(leider ohne die Melodie von Detlev Jöcker):
 
Wo einer dem andern neu vertraut
und mit ihm eine Brücke baut,
um Hass und Feindschaft zu  überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer am Ende nicht verzagt
und einen neuen Anfang wagt,
um Leid und Trauer zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer das Unrecht beim Namen nennt
und sich zu seiner Schuld bekennt,
um das Vergessen zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer das Unbequeme wagt
und offen seine Meinung sagt,
um Schein und Lüge zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer gegen die Strömung schwimmt
und fremde Lasten auf sich nimmt,
um Not und Leiden zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Wo einer dich aus der Trägheit weckt
und einen Weg mit dir entdeckt,
um hohe Mauern zu überwinden,
da kannst du Osterspuren finden.

Evang. Gesangbuch (Regionalteil Württ.) Nr.551 / Text: Reinhard Bäcker 1986

Einen fröhlichen zweiten Ostertag euch allen!

Montag, 21. April 2014

Nix los hier...??















Hier im Blog - ja, da war wirklich nicht viel los in den letzten Tagen. Eigentlich schon seit längerem nicht... nun ja. Es war eben einfach anderweitig zu viel los, im ungeschriebenen, unfotografierten, unveröffentlichten Leben. Ganz schön viel war da los, mit der Betonung auf "schön": Besuch vom mittleren Sohn samt Freundin, viel Gekoche und Gerede und Gespiele, auch viel Genecke und Gelächter... und manchmal ein bisschen Generve... aber nicht schlimm, nur so, dass man sich wieder an die alten Zeiten erinnert fühlte, als sie alle noch zuhause waren und Ruhe ein eher seltener Zustand war. Es gab Osternacht und Osterfeuer, Osterfrühstück und Osterhasensuchen (auf Nachfrage, ob das denn noch gewünscht werde, hieß es "Aber natürlich! unbedingt!"). Es gab Spaziergänge und Musik und, ja, auch Augenblicke der Stille.


Und ein paar von den schönen, stillen Augenblicken draußen in der österlichen Natur, zur Erinnerung im Bild festgehalten, möchte ich hier mit euch teilen:


Osterspaziergang mit Vater und Hund im warmen Sonnenschein durch den frühlingsgrünen Taschenwald (der heißt wirklich so!)...
 

 ...vorbei an einem Meer von blühenden Aaronstab-Pflanzen, die den Waldboden hier so großflächig bedecken, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe...





 ...zur Annalinde, einem Baum-Naturdenkmal, von der man sich eine schaurige, wenn auch nicht unbedingt ganz historisch exakte Geschichte erzählt.
 













Heute dann eine stille Stunde nur für mich alleine, schauend und schnuppernd durch den leichten Ostermontags-Nieselregen, der eine wunderbar zartgrau-träumerische Stimmung schuf. Ich hätte immer weiter und weiter laufen können, alle Gedanken allmählich hinter mir lassend, in einer Art von zeit- und schwereloser Verzauberung. Fotos können nur eine Ahnung davon vermitteln, aber vielleicht kennt und liebt ihr solche Stimmungen auch?
 





Ich wünsche euch allen eine gesegnete Osterwoche! Mich begleitet das folgende Gedicht der wunderbaren Marie-Luise Kaschnitz, manche werden es kennen:

Manchmal stehen wir auf
Stehen zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana mit Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Zeiger löschen nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

Marie-Luise Kaschnitz 

Montag, 1. April 2013

Rund ums Osterei :-)


Auf ein Ei geschrieben

Weil sich Hahn und Henne lieben
ward gelegt dies Osterei,
welches ich der Liebsten weih'.
Liebesbrief, aufs Ei geschrieben
rundherum und ohne Ende:
so leg ich's in deine Hände!

Eduard Mörike

Sonntag, 31. März 2013

Ostersonntagsfreude



Draußen: weiße Ostern.



Drinnen: Der Einzug in die dunkle Kirche am frühen Morgen. 
Das warme Licht der Osterkerzen.  
Und die Osterlieder - uralt, ewig jung und vor lauter Osterfreude geradezu überschäumend:  Christ lag in Todes Banden...!