Fast vorbei ist er schon, der Sonntag, aber über diese Freude konnte ich nicht früher berichten, denn es war eine Sonntagabendfreude - und was für eine!
Zur Zeit gastiert der Zirkus Roncalli in unserer Stadt. Da weder Mann noch Sohn große Zirkusfans sind, wäre ich wohl nicht alleine hingegangen (ich gehe gerne in den Zirkus, aber am liebsten mit Kindern dabei).
Nun arbeite ich seit einiger Zeit ehrenamtlich bei einer Gruppe des Freundeskreises Asyl mit. Wir betreuen an zwei Nachmittagen in der Woche Kinder aus irakischen Flüchtlingsfamilien und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Vor zwei Tagen rief mich eine Mitbetreuerin an und fragte, ob ich am Sonntag Abend Zeit hätte, mit in den Zirkus zu gehen. Sie hatte Freikarten für die ganze Gruppe bekommen und trommelte nun einige HelferInnen zusammen.
So marschierten wir also heute um fünf mit einer buntgemischten Gruppe aus fünfundzwanzig größeren und kleineren Kindern und ein paar Vätern los Richtung Zirkus, immerhin drei Kilometer quer durch die Stadt. Und es war für alle ein Riesenerlebnis, auch für uns Einheimische, denn keiner von uns war je im Roncalli gewesen. Es gibt vielleicht Zirkusse mit einer größeren Dichte an atemberaubenden Sensationen, gefährlichen Drahtseil- oder Trapezakten oder exotischen Tieren (von denen gab es hier dankenswerterweise gar keine). Aber ich kenne keinen mit so viel freundlicher Wärme, fantasievoller Inszenierung, mit so viel Humor und Poesie. Man durfte natürlich nicht fotografieren, darum beschreibe ich euch den allerersten Anfang des Programms: leise Musik, gedämpftes bläuliches Licht und wabernder Bühnennebel - und dann kommt im leichten Galopp ein wunderschöner Schimmel herein, ganz allein, ohne jedes Zaumzeug, und bewegt sich auf anmutigste Art frei durch die Manege. Es war traumhaft schön. Statt Elefanten und Tigern sah man Pferdedressur und eine muntere Hundetruppe. Und mein ganz persönlicher Lieblingsact war ein dünner, schüchterner, storchenbeiniger junger Mann mit strubbeligen Stehhaaren, der Blockflöte spielte und im Laufe der Zeit immer mehr davon aus seinen Hosentaschen zog und an Mund und Nasenlöchern ansetzte, bis er schließlich fünfstimmig Mozarts Kleine Nachtmusik spielte... unglaublich virtuos und dabei hinreißend komisch!
So marschierten wir also heute um fünf mit einer buntgemischten Gruppe aus fünfundzwanzig größeren und kleineren Kindern und ein paar Vätern los Richtung Zirkus, immerhin drei Kilometer quer durch die Stadt. Und es war für alle ein Riesenerlebnis, auch für uns Einheimische, denn keiner von uns war je im Roncalli gewesen. Es gibt vielleicht Zirkusse mit einer größeren Dichte an atemberaubenden Sensationen, gefährlichen Drahtseil- oder Trapezakten oder exotischen Tieren (von denen gab es hier dankenswerterweise gar keine). Aber ich kenne keinen mit so viel freundlicher Wärme, fantasievoller Inszenierung, mit so viel Humor und Poesie. Man durfte natürlich nicht fotografieren, darum beschreibe ich euch den allerersten Anfang des Programms: leise Musik, gedämpftes bläuliches Licht und wabernder Bühnennebel - und dann kommt im leichten Galopp ein wunderschöner Schimmel herein, ganz allein, ohne jedes Zaumzeug, und bewegt sich auf anmutigste Art frei durch die Manege. Es war traumhaft schön. Statt Elefanten und Tigern sah man Pferdedressur und eine muntere Hundetruppe. Und mein ganz persönlicher Lieblingsact war ein dünner, schüchterner, storchenbeiniger junger Mann mit strubbeligen Stehhaaren, der Blockflöte spielte und im Laufe der Zeit immer mehr davon aus seinen Hosentaschen zog und an Mund und Nasenlöchern ansetzte, bis er schließlich fünfstimmig Mozarts Kleine Nachtmusik spielte... unglaublich virtuos und dabei hinreißend komisch!
Ach, es war toll! Und danach sind wir dann wieder nach Hause gelaufen, und selbst die Kleinsten marschierten müde, aber glücklich, klaglos eine dreiviertel Stunde zurück.
"Können wir nicht morgen gleich noch mal in den Zirkus gehen?" (Suham, 14)
Verlinkt mit den Sonntagsfreuden auf Ritas Blog "Mit Herz und Hand"