Posts mit dem Label Stille werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stille werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 18. Dezember 2015

Bitte einen Moment Ruhe...


...denn ohne die stillen Momente, und seien sie noch so klein, geht es nicht.
Wie gut, wenn man Tannengrün, Kerzen und einen gehaltvollen Kalendertext als "Pausenbrot" hat.
Heute von Albert Einstein: 

Es gibt nur zwei Arten,
sein Leben zu leben:
Entweder so,
als gäbe es keine Wunder,
oder so,
als wäre alles ein Wunder.

Lasst es uns üben, täglich, das Wundern und Staunen. Auch dann - gerade dann - wenn man die Wunder ein bisschen mit der Lupe suchen muss...

Und dass dieser Text ausgerechnet von einem Physiker stammt, ist auch wunderbar und sagt etwas über die Beweggründe für seine wissenschaftliche Arbeit.


Montag, 21. April 2014

Nix los hier...??















Hier im Blog - ja, da war wirklich nicht viel los in den letzten Tagen. Eigentlich schon seit längerem nicht... nun ja. Es war eben einfach anderweitig zu viel los, im ungeschriebenen, unfotografierten, unveröffentlichten Leben. Ganz schön viel war da los, mit der Betonung auf "schön": Besuch vom mittleren Sohn samt Freundin, viel Gekoche und Gerede und Gespiele, auch viel Genecke und Gelächter... und manchmal ein bisschen Generve... aber nicht schlimm, nur so, dass man sich wieder an die alten Zeiten erinnert fühlte, als sie alle noch zuhause waren und Ruhe ein eher seltener Zustand war. Es gab Osternacht und Osterfeuer, Osterfrühstück und Osterhasensuchen (auf Nachfrage, ob das denn noch gewünscht werde, hieß es "Aber natürlich! unbedingt!"). Es gab Spaziergänge und Musik und, ja, auch Augenblicke der Stille.


Und ein paar von den schönen, stillen Augenblicken draußen in der österlichen Natur, zur Erinnerung im Bild festgehalten, möchte ich hier mit euch teilen:


Osterspaziergang mit Vater und Hund im warmen Sonnenschein durch den frühlingsgrünen Taschenwald (der heißt wirklich so!)...
 

 ...vorbei an einem Meer von blühenden Aaronstab-Pflanzen, die den Waldboden hier so großflächig bedecken, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe...





 ...zur Annalinde, einem Baum-Naturdenkmal, von der man sich eine schaurige, wenn auch nicht unbedingt ganz historisch exakte Geschichte erzählt.
 













Heute dann eine stille Stunde nur für mich alleine, schauend und schnuppernd durch den leichten Ostermontags-Nieselregen, der eine wunderbar zartgrau-träumerische Stimmung schuf. Ich hätte immer weiter und weiter laufen können, alle Gedanken allmählich hinter mir lassend, in einer Art von zeit- und schwereloser Verzauberung. Fotos können nur eine Ahnung davon vermitteln, aber vielleicht kennt und liebt ihr solche Stimmungen auch?
 





Ich wünsche euch allen eine gesegnete Osterwoche! Mich begleitet das folgende Gedicht der wunderbaren Marie-Luise Kaschnitz, manche werden es kennen:

Manchmal stehen wir auf
Stehen zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana mit Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Zeiger löschen nicht aus.

Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

Marie-Luise Kaschnitz 

Montag, 9. September 2013

Wege zwischen Tag und Nacht


 In der Abenddämmerung unterwegs sein -


Die Unruhe des Tages hinter mir lassen -
 


Die Augen entspannt das sanfte Abendlicht genießen lassen -

 

 Unten in der Stadt die Lichter angehen sehen -


 Der Sonne beim Untergehen...


...und dem Mond beim Aufgehen zuschauen -


 Wenn es dunkel wird, heimkommen -


Den Tag gut sein lassen

Ruhe einkehren lassen

Gelassen

Abendfrieden atmen

. . . . .


Freitag, 19. Oktober 2012

Aus - Zeit

Retraite - Rückzug in die Stille. Ankommen bei mir selber. Allein sein dürfen. Getragen werden von einer Gemeinschaft, die sich nie aufdrängt, aber da ist, wenn ich sie brauche. Erleben, wie die Einfachheit und Schlichtheit des Lebens alle Sinne anspricht und öffnet. Wieder neu hören lernen.
 

Ohr sein

Die ausgetretenen Wortwege 
verlasse ich,
um einzutreten
in den Raum des Schweigens.
Warten will ich,
bis die Stille
das Laute überwächst
und ich ganz Ohr werde
für Deine Gegenwart. 

Antje Sabine Nägeli


Jedes Jahr im Oktober verbringe ich zusammen mit einer Gruppe fünf Tage bei den Schwestern der Communauté du Grandchamp in der Schweiz, abwechselnd im Mutterhaus am Neuchateler See und im Sonnenhof bei Basel. Das ist eine Kommunität von evangelischen Frauen, die nach der Regel von Taizé leben, aber in ihrer ganz eigenen, viel stilleren Ausprägung.


Einen "Nachklang" davon möchte ich gerne mit euch teilen. 




Unsere Gruppe ist immer wieder ein bisschen anders zusammengesetzt, der erste Tag ist deshalb ein Kennenlern- und Wiedersehenstag. Die nächsten drei Tage sind dann Schweigetage, mit einer gemeinsamen Stunde am Vormittag (eine Runde Morgengymnastik, bei der es meist ziemlich munter zugeht, und eine Bibelarbeit als Impuls für den Tag). Am Nachmittag ist Gelegenheit zum Austausch in kleinen Gruppen oder zu Einzelgesprächen mit der begleitenden Schwester. Die Mahlzeiten sind ebenfalls stille Zeit. So ist man eingebettet in eine Gemeinschaft und zugleich auf eine wunderbare Art in Ruhe gelassen.

 
Wenn man einmal ganz frei wird von der Fülle an Worten und Bildern, die täglich von außen auf uns einprasseln, dann wächst die Aufmerksamkeit für die inneren Bilder, die aufsteigen und angeschaut werden wollen.
Wenn man die meiste Zeit schweigt, dann wird das Wenige, was man redet, wesentlicher.


Wenn man schweigend, langsam und aufmerksam isst, dann wird aus dem einfachsten Essen ein Festmahl (und man bekommt, nebenbei, wieder ein Gefühl dafür, wie viel oder wenig einem gut tut).
Wenn man, ohne viel zu denken, seiner Wege geht und in die Stille hineinhorcht, dann wird auch das Sehen und Fühlen und Riechen und Gehen zu einer Art von Hören. Sogar die Füße scheinen in die Erde hineinzulauschen...


Seit acht Jahren bin ich nun dabei, und jedesmal stelle ich fest, dass diese wenigen Tage eine unglaublich intensive Wirkung haben. Sie sind für mich wie ein Katalysator für die langsamen Prozesse des inneren Wachsens. Immer komme ich einen wichtigen Schritt weiter, erlebe, wie das, was ich gerade am Nötigsten brauche (oft ohne dass es mir bewusst ist), einfach auf mich zukommt, mir geschenkt wird. (Das alles gibt es im oft unruhigen Alltag zuhause auch, aber nicht in dieser Dichte - jedoch lerne ich es  allmählich immer besser, auch da ein Stück innere Stille und Gelassenheit zu bewahren und die leise Stimme in mir nicht dauernd zu überhören...).


An den Tieren könnte man sich dabei öfter mal ein Beispiel nehmen - jedenfalls an den Katzen und Kühen :) ...


Den Lärm hinter mir lassen

Atemzug um Atemzug
lasse ich hinter mir
den Lärm der Welt.
Ich lasse mich nieder
im Raum des Schweigens.
Warten will ich
auf Dich, mein Gott. 
Bahne Dir den Weg
durch das Gewirr
der Bilder und Gedanken.
Berühre mich da,
wo ich unruhig und zerrissen bin.
Lass mich ganz umfangen werden
von Deiner Gegenwart.

Antje Sabine Nägeli

 


Dienstag, 3. Juli 2012

Sommer(mon)tagsgefühl


So ein Morgen mit bedecktem Himmel, mit dem Duft der vom Nachtregen feuchten Kornfelder in der Luft, mit sanftgrauem Gewölk, das sich in den Pfützen spiegelt, so ein Montagmorgen hat seine ganz eigene, nüchterne und zugleich verzauberte Stimmung... 

.
                            
Trotz des grauen, gedämpften Tageslichtes haben alle Farben eine eigenartige, sanfte Leuchtkraft, die von innen heraus zu kommen scheint.
Die Dinge wirken klarer, nüchterner, wirklicher als im Licht - und Schattenspiel der Sonne. Jedes Ding ist "ganz bei sich", ganz es selber - und nimmt mich mit hinein in dieses einfache, starke Gefühl vollkommener Anwesenheit.



.






Ein paar Himbeeren sind durch den Zaun gewachsen - extra für mich :), und verstärken mit ihrem Aroma auf meiner Zunge mein Montagmorgen - Wirklichkeits - Gefühl.


 Ja, ich mag sie sehr, diese grauen, sanften, regenfeuchten Sommer(mon)tage!