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Sonntag, 1. Juli 2018

Sonntagsfreude: Habe fertig! :)





Die letzten beiden Wochen waren - nein, nicht wirklich schlimm, schlimm ist ganz anders, aber - irgendwie doch ein bisschen zum Vergessen. Die Erkältung, die ich mir Anfang Juni im ICE eingefangen hatte, zog sich runter auf die Bronchien, und da blieb sie trotz Intensiv-Dauerbeschuss mit diversen "Lösemitteln" zwei Wochen lang hocken und raubte mir Schlaf und Nerven. Fast am meisten ärgerte mich, dass ich mich nicht traute, meine geliebten abendlichen Schwimmrunden im Freibad zu drehen. Das Wasser ist zwar nicht besonders kalt dort, aber wenn jeder rasche Atemzug mit offenem Mund einen mittleren Hustenanfall zur Folge hat, hält sich der Schwimmspaß in Grenzen... 
Das ist nun meine erste Sonntagsfreude, dass ich damit über den Berg bin. Heute verkneife ich mir den Freibadbesuch noch (wegen des sonntäglichen Massenansturms bei diesem Wetter), aber morgen wird mich nichts mehr halten: Wasser, ich komme!

Die zweite "Habe-fertig"-Sonntagsfreude seht ihr auf den Fotos oben: eine Babydecke. Im Familienkreis hat sich wieder Nachwuchs angekündigt, und wir warten täglich auf die frohe Nachricht. Bis jetzt hat ja nur mein Mann Enkelkinder, und ich liebe sie allesamt, fühlte mich aber bisher nie als "Stief-Oma", sondern eher als eine Art von Tante. Aber da die betreffende Tochter als Jüngste oft bei uns zu Besuch war und wir ein sehr inniges Verhältnis haben, verspüre ich jetzt doch auch starke "Omagefühle"... hach, ich freu mich auf dieses Kind!
Die Wolle für die Decke (Lang Merino fine superwash, 500 g) ist herrlich soft und flauschig und glitt fast von selber durch die Finger und über die Nadeln. Allerdings habe ich, nachdem ich ein Stück weit gestrickt hatte, große Zweifel an meiner Farbwahl bekommen. Dieses sanfte Graubraun hatte mich im Laden sofort alle üblichen Babyfarben vergessen lassen, es sah so schön nach Wärme, Geborgenheit und Natur aus und erinnerte mich an das Buch von den "Wurzelkindern", das ich immer so mochte. Aber am gestrickten Stück wirkte die Farbe um einiges dunkler, und ich habe eine Zeitlang nur weitergestrickt, weil ich nicht wusste, was ich sonst mit der Wolle hätte anfangen sollen. Jetzt, wo sie fertig ist, gefällt mir die sanftbraune Decke aber wieder recht gut - ich denke, es muss ja nicht immer Blau oder Flieder oder Weiß sein (so schön das ist). 
Das Muster mit den lustigen "Windmühlen" (auf dem dritten Bild am besten zu erkennen) habe ich in einem Blog gefunden, weiß aber nicht mehr in welchem. Falls es jemanden interessiert, kann ich es gerne weiterreichen.


Ja, und fast fertig habe ich noch ein kleines Dreieckstüchlein aus Baumwollresten, angeschlagen auf dem Flug nach Zypern (um mich von meiner latenten Flugangst abzulenken), weitergestrickt im Reisebus, und dann beim Rückflug doch nicht ganz fertig geworden. Aber da ich jetzt schon mal im Schwung bin, werde ich das wohl auch noch schaffen... ;)

Mittwoch, 4. Mai 2016

Geschafft...

...habe ich heute "wie ein Brunnenputzer" (so hieß das bei meiner Mama, wenn einer sich sehr angestrengt hat). Ich habe nämlich einen Gartenweg gebaut. Einen langen Weg längs durch die Beetflächen anstatt mehrere kürzere quer durch. Weil das weniger Platz verbraucht.





Auf einer Seite habe ich eine Beetbegrenzung aus Brettern gemacht, da die Fläche leicht abschüssig ist und ich sie etwas ausgleichen wollte, damit das Gießwasser nicht immer davonfließt.
Für den Weg habe ich alte Waschbetonplatten genommen, die zwar nicht ganz mein Schönheitsideal sind, aber so reichlich vorhanden waren, dass es unsinnig gewesen wäre, etwas Neues zu kaufen. Tja, wirklich schön sind sie nicht, dafür aber schwer, und da der Herr des Hauses bei einer Konferenz ist und der junge Herr in der Berufsschule weilte, musste die Mutter ihren Bizeps trainieren (oder was immer das ist, was man nach dem Herumschleppen von zwanzig Waschbetonplatten spürt - nein, ich glaube, es ist eher der Rücken und das Knie...). Aber ganz ehrlich: Ich wollte es so. Es befriedigt mich ungemein, wenn ich so eine Arbeit selber hinkriege, ohne nach meinen "starken Männern" zu rufen. Dafür, dass es sehr unprofessionell hingebastelt ist (ohne ordentliches Sandbett, ohne richtige Fugen), ist es ganz gut geworden, nur eine einzige Platte wackelt ein bisschen... sonst ist alles stabil.


...bin ich deshalb auch ein wenig, was mich, wie man sieht, nicht davon abhält, noch spät nachts am Laptop zu sitzen (auf dem Sofa, mit hochgelegten Beinen) und mit meinen Heldentaten anzugeben...  ;-) - aber nicht mehr lange, denn morgen ist an anderer Stelle auch noch einiges zu bewegen, und etliche Samen und Pflänzchen müssen auch noch in die Erde. Auf dass, wenn die letzten Tulpen verblüht sind, neue Blüten und neues Grün aufgehen.
Also: Feierabend! Fine! The End! Und Gute Nacht!





Mittwoch, 11. März 2015

Zufrieden

Das bin ich heute, zufrieden mit mir und der Welt. Der einfache Grund dafür ist: ich habe handgewerkt (oder gehandwerkt?) und mit meiner Hände Arbeit ein Stückchen Wohnung in Ordnung gebracht. Dabei handelt es sich um nichts Großartiges oder Besonderes, ich habe einfach Badezimmer und WC mit einem neuen Anstrich versehen. Einmal weiß und einmal blau.






Die meiste Zeit braucht ja nicht das Streichen an sich, sondern die ganze Vor- und Nacharbeit - Abkleben, Abdecken, Geräte saubermachen, Kleckse entfernen... langweiliges und mühsames Zeug, dazu in sehr beengten Räumlichkeiten, weshalb ich die längst fällige Aktion seit längerem vor mir hergeschoben habe. Aber jetzt musste es einfach mal sein, und es ging mir wie schon so oft: sobald ich die "Schaffhosen" angezogen und alles Nötige zusammengesucht habe, gerate ich in allerbeste Laune!  Ich hüpfe leiterauf leiterab, klatsche mit dem dicken Pinsel satt Farbe in die Ecken, mag das sanft schmatzende Geräusch, mit dem die Rolle ihre Farbladung an die Wand abgibt, pussle mit Ehrgeiz an fitzeligen Stellen herum, schimpfe vor mich hin, wenn mir Farbe auf die Socken tropft, und bin mit mir und dem, was ich tue, vollkommen im Reinen.


Ich glaube, solche reine Hand-Arbeit - ohne Ansprüche an geistige Leistung oder Kreativität - tut mir deshalb so gut, weil die Aufgabe klar definiert ist und weil bei genügender Aufmerksamkeit eigentlich nichts schiefgehen kann. Ich muss mir nichts ausdenken, nichts erfinden, ich muss einfach nur tun. Wenn ich jeden Tag solche Arbeit machen müsste, würde es mir wahrscheinlich bald zu eintönig werden. Aber hin und wieder ist es wunderbar. Und nach vollbrachter Tat hat man einen guten Handwerkerhunger und -Durst und kann sich eine echt schwäbische Laugenbrezel schmecken lassen und dazu - nein, keinen echt schwäbischen Most, sondern eine ganz unschwäbische Tasse Chai trinken.

 








(Liebes Pünktchen, an dich musste ich während-
dessen öfter denken: ich hoffe und wünsche, 
du hast heute abend auch ein wenig Grund zum
Zufriedensein...!?)