Posts mit dem Label spielen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label spielen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 6. Juli 2016

Unruhenächte

Gestern habe ich unter dieser Überschrift einen ellenlangen Post-Entwurf geschrieben, d.h. er wurde immer länger und länger, obwohl ich das gar nicht vorgehabt hatte. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das kein blog-geeigneter Text wird - und umso hemmungsloser weitergeschrieben. Als "Entwurf" bleibt er hier gespeichert, aber da mein Blog nicht nur ein privates Tagebuch ist und ich nun schon angefangen habe, meine Erfahrungen mit der Krankheit meines Vaters ein Stück weit hier zu teilen, möchte ich dies auch weiterhin tun. Und ich werde es eher sachlich tun, denn meine Gefühle fahren zur Zeit oft Achterbahn, und es ist mir unmöglich, sie zugleich authentisch und doch im formalen Rahmen eines normalen Blogeintrags in Worte zu fassen ("Pünktchen", das kannst du besser als ich...!). Vielleicht könnt ihr zwischen den Zeilen etwas davon lesen.


So ruhig die Tage meist sind - zumindest die Vormittage, denn da schläft mein Vater nach der Morgentoilette und einem kleinen Frühstück im allgemeinen bis zum Mittagessen und danach auch nochmal eine Runde -, so unruhig sind derzeit die Nächte. Leider.
Seit mein Vater vor gut sechs Wochen aus der Klinik entlassen wurde, habe ich jede Nacht unten bei ihm, im Nebenzimmer, geschlafen, mit offener Türe und "Hasenohren" (wie damals mit den  kleinen Kindern...). Solange er noch zu schwach war, um selbständig aufzustehen, und überhaupt sehr, sehr müde, hatte er einen Schlafrhythmus wie ein Säugling: drei, vier Stunden schlafen, aufwachen, rufen, etwas trinken und evtl. eine Kleinigkeit essen, weiterschlafen. Im Schlaf erlebt er allerdings immer aufregende, teils auch wirklich schreckliche Dinge, die er nicht von der Wirklichkeit unterscheiden kann und dann erzählen und besprechen muss. Ganz schwierig wird es, wenn er von mir verlangt, mich z.B. um "die armen verletzten Menschen" zu kümmern - und wenn ich dann versuche ihm zu erklären, dass da keine verletzten Menschen sind, wird er sehr ärgerlich und macht mir schwere Vorwürfe... Das hieß anfangs, ein oder zwei Mal in der Nacht aufstehen und sich dem stellen, versuchen zu beruhigen. Dann kamen zwei Wochen mit ruhigeren Nächten, mit einem oder sogar keinem Aufwachen und leichtem Wiedereinschlafen, sehr regelmäßig. Ich dachte schon, jetzt könnte ich mit einer "Überwachung" per Babyphon beginnen und so auch mal wieder ins eigene Bett kommen (dass auch "Herr Amselgesang" sich darüber gefreut hätte, brauche ich wohl nicht extra zu sagen).  :-)


Mit zunehmender Beweglichkeit (in engem Rahmen, aber immerhin) wuchs aber auch die nächtliche Unruhe - wohlgemerkt, nur nachts. Tagsüber schläft er immer noch vom Frühstück bis zum Mittagessen und dann nochmal ein, zwei Stunden. Dann werden die Intervalle kürzer, und mein "Wachhalteprogramm" beginnt: eine halbe Stunde auf der Terrasse sitzen, am Tisch beim Johannisbeeren-Abzupfen helfen, Apfelschnitze oder Kirschen essen, ein bisschen reden... alles macht ihn bald müde, und er will wieder liegen und dösen. Spätestens um halb zehn geht er dann "richtig" ins Bett und schläft bis irgendwann nach Mitternacht. Dann ist Schluss mit Schlafen - er ist wach. SEHR WACH! Und meist total daneben, verwirrt, ärgerlich, will aus dem Bett (und tut es auch, sogar übers Bettgitter), streitet mit mir, kommentiert meinen dringenden Wunsch, dass ich jetzt aber schlafen will, mit "Ach was, immer nur schlafen, schlafen! Hast du nichts zu tun?" und so weiter.


In dieser Situation kann es mir trotz allen Mitleids und aller inzwischen erworbenen Übung im Gelassenbleiben passieren, das mir der Kragen platzt. Einfach aus Müdigkeit, aus Ratlosigkeit und der Einsicht, dass ich überhaupt nichts tun kann, um diese Phase schneller zu beenden - er ist dann ganz in seiner eigenen Welt und kann nicht raus. Und ich nicht rein. Ich kann nur seufzend und augenreibend warten, bis es sich von selber beruhigt. Und dann versuchen, wieder einzuschlafen -  wenn nicht noch mehr Unterbrechungen kommen, geht das.


Mir ist inzwischen klar, dass man einen körperlich und geistig gebrechlichen alten Menschen nur zu zweit zuhause pflegen kann, alleine wäre es vollkommen unmöglich. Solange jemand total bettlägerig ist und gar nicht aufstehen kann, mag es gehen - da ist zwar die Körperpflege anstrengender, aber man hat doch die Sicherheit, dass nicht viel passieren kann, wenn man sich mal für eine Weile entfernt. Wenn ein dementer Mensch aber in der Lage ist, aus dem Bett zu steigen und (wackelig) herumzulaufen, zugleich jedoch keinerlei Gefühl hat für das, was ihm passieren kann, dann braucht die Betreuung mindestens zwei Personen. Wenn nicht mein Mann in Haus und Garten und auch beim Aufpassen auf den Schwiegervater so tatkräftig mit anpacken würde, könnten wir meinen Vater nicht hier behalten. Und wie lange wir es so schaffen, muss man noch abwarten - vor allem im Blick auf die Nächte.

Die bunten Muster entstanden beim Spielen mit Holzklötzchen, die in wunderschönen leuchtenden Farben lackiert sind und meinem Papa gehören. Ich wollte ihn gerne animieren, sich ein wenig damit zu beschäftigen, aber er hatte kein Interesse. Nachdem ich mehrere Muster in der Art der ersten drei Fotos gelegt hatte, meinte er: "Mach doch mal was Zentrales. Einen Stern oder so." Ich sagte listig: "Ob das überhaupt geht? Ich glaube nicht." Später sah ich ihn dann doch die Klötzchen sortieren - das Ergebnis sieht man auf dem letzten Bild. Ein Stern ist es nicht geworden, und es hat mich schon ein bisschen erschüttert, dass er es nicht schaffte, auch nur ansatzweise eine "Ordnung" hineinzubringen. Das mag nebensächlich erscheinen, aber wenn ihr meinen Vater kennen würdet, wüsstet ihr, dass es bei ihm nie ohne irgendein System, ein Gestaltungsprinzip abgehen würde, wäre er gesund. Schön ist es trotzdem, eigentlich viel schöner als meine braven Musterchen - erinnert ein bisschen an Paul Klee - , schön ist vor allem, dass er es überhaupt probiert hat (leider nur einmal).

Freitag, 17. Juni 2016

Enkelpower



Die beiden Enkeltöchter kommen zu Besuch und bringen fertig, was ich in den letzten Tagen nicht geschafft habe und, zumindest momentan, nicht für möglich gehalten hätte: die großväterlichen Lebensgeister soweit zu wecken, dass er Lust auf Mensch-ärgere-dich-nicht bekommt! Und sogar gewinnt!!
Danach war er ziemlich erschöpft, aber ich hoffe doch, dass es ihm gut genug getan hat, um es in Erinnerung zu behalten. Und sollte er es morgen doch vergessen haben (was gut möglich ist), habe ich ja noch dieses Beweisfoto...!  

Freitag, 15. Januar 2016

Geschenkt!

"Welcher Schenk-Typ sind Sie?" könnte einer dieser Persönlichkeits-Tests aus einer dieser Wartezimmerzeitschriften lauten. Tatsächlich, ich denke, es gibt wirklich bei vielen Menschen einen Hang zu einem ganz bestimmten Schenk-Stil. Schon bei Kindern kann man das feststellen, sobald sie aus dem Kindergartenalter raus sind und keine unter Anleitung angefertigten Basteleien mehr mit nach Hause bringen. 
Die einen haben die Nase voll vom Basteln oder sind zu selbstkritisch, um eigene Werke als schenkwürdig einzuschätzen. Wozu gibt es (Taschen-)Geld? Man geht in einen Laden und kauft was Feines, der Papa mag dies, die Mama das: fertig! Das ist der unkomplizierte Typ.
Ein anderer lehnt DIY ebenfalls ab, möchte aber auch nicht einfach nur "Gegenstände" kaufen. Aber was dann??? Er zermartert sich eine Zeitlang das Hirn, ist mit keiner Idee und keinem Vorschlag zufrieden und beschließt endlich, dass nichtgegenständliche Geschenke das Beste sind. Erleichtert lädt er einen ins Kino ein und hat damit ein Stück gemeinsames Erlebnis verschenkt: eine feine Sache!
Und dann ist da der Tüftler- und Handwerkertyp, der weiterhin Selbstgebasteltes verschenkt,  jetzt aber nach eigenen Entwürfen oder nach Anleitungen aus dem Internet. Bei entsprechender handwerklicher Begabung können da erstaunliche Dinge entstehen.
Ich habe in meinen großen Jungs alle drei Schenktypen beisammen. Wobei ich sagen muss, dass Typ 1 (was kaufen) in unserem Falle äußerst fantasievoll zu Werke geht und sich jedes Weihnachten etwas Lustiges dazu einfallen lässt. Er besorgt auf dem Weihnachtsmarkt oder im Weltladen ein Sortiment edler Leckereien (Mangoessig, Pralinen, feine Tees etc.) und denkt sich ein Spiel oder ein Quiz oder etwas Ähnliches aus. Wer punktet, darf sich ein Geschenk aussuchen. Das ist immer wie ein Extrageschenk für die ganze Familie, ein fröhlich-spielerisches Heiligabend-Highlight!
Die Kino-Einladung von Typ 2 galt der ganzen Familie (außer dem Vater, der diese Art Filme weniger schätzt, er bekam was anderes), und so kam ich in den Genuss der neuesten "Star Wars"-Episode in 3D, die ich mir alleine vielleicht nicht angeschaut hätte, die ich aber in Gesellschaft meiner drei jungen Männer in vollen Zügen genossen habe.
Typ drei schließlich kam am 22. nach Hause, verbrachte den folgenden Tag in Opas Werkstatt im Keller und überraschte uns an Heiligabend mit einem einzigen, großen und schön gearbeiteten Geschenk für die ganze Familie: einem Tisch-Boccia-Spiel, das noch am selben Abend eingeweiht wurde (funktioniert wie hier sehr gut mit Pokerchips) und uns allen viel Spaß machte.




Und weil ich nun schon dabei bin, zeige ich hier noch zwei Werke des geschickten Gelegenheitshandwerkers:


Zum Geburtstag bekam ich ein Küchenmesser, hergestellt aus einem alten Sägeblatt (auf dem unteren Bild gut zu erkennen) und einem Stückchen Holz aus Opas Vorräten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass man Messer einfach so selber machen kann... Jedenfalls ist es mein absolutes Lieblingsmesser, nicht nur wegen des Produzenten, sondern auch weil es schmal und lang ist, wunderbar in der Hand liegt und schön scharf ist (da nicht rostfrei). Ideal zum Zwiebelschneiden. Ich hüte es wie meinen Augapfel und verstecke es meist ein bisschen, damit es nicht versehentlich von unaufmerksamen Familienmitgliedern nass liegengelassen oder gar in die Spülmaschine gesteckt wird... MEIN Messer!!
 

Ganz nebenbei entstand als kleine Zugabe noch ein schön geformter Brieföffner:
 

Was für ein Schenk-Typ ich selber bin? Hmmm - ich denke, von allem etwas... je nach Empfänger, verfügbarer Zeit und verfügbaren Ideen...    ;-)      Und ihr?

Sonntag, 24. März 2013

Des Rätsels Lösung

Meine Preisfrage vom letzten Sonntag
lautete:
"Was wird hier gespielt?" 





Die Lösung seht ihr hier.

Es handelte sich um dieses Spiel:
                                                       
Vier richtige Antworten habe ich bekommen (und eine, die zwar nicht richtig war, mich aber zum fröhlichen Schmunzeln gebracht hat :-)): Alles nachzulesen hier. DANKE euch allen für's Mitmachen!


(Ich fand es übrigens interessant, dass Mahjongg anscheinend doch nicht ganz so unbekannt ist, wie ich dachte. Ich selber habe es erst durch meinen Mann kennengelernt, der das Spiel mit in unsere Ehe brachte).

Die Auslosung der Gewinnerin erfolgte heute auf etwas ungewöhnliche Weise.
Meine Herren Söhne wollten nämlich nicht als Glücksfee agieren, sondern fanden, diese verantwortungsvolle Aufgabe müsse man einem absolut unparteiischen Familienmitglied überlassen... aber seht selbst:


Vier Kandidaten, vier gleiche Kärtchen, vier identische Leckerlis - und los geht's:



Herzlichen Glückwunsch, liebe Nula - "dein" Leckerchen war wohl irgendwie das leckerste... Lass mir deine Adresse zukommen, dann geht das "Go und Gobang" auf die Reise. Ob ihr das schon kennt? "Go" ist ein relativ komplexes  Spiel und eher für Große geeignet, aber "Gobang" bzw. "Gomoku" kann man schon mit kleineren Kindern spielen, da die Regeln sehr einfach sind.




Ich habe neulich beim Aufräumen entdeckt, dass wir zwei davon haben (keine Ahnung woher), und ich freue mich, dass eines nun zu euch wandert. Viel Spaß damit!

Samstag, 16. März 2013

Sonntagsfreuden



Eine Sonntagsfreude, die ich besonders genieße: ein Spielstündchen am Nachmittag oder Abend - was leider gar nicht mehr so oft vorkommt, seit die Kinder groß und auf eigene Faust unterwegs sind, abends unbedingt diese oder jene Sendung im Fernsehen anschauen wollen oder aber dringend "chillen" müssen, um sich von der anstrengenden Schulwoche zu erholen. Aber wenn dann alle mal Lust haben und auch noch Einigkeit darüber besteht, was denn nun gespielt werden soll: eine echte Familien - Sonntagsfreude!

Preisfrage: Wer weiß, was für ein Spiel das ist??? Schreibt einen Kommentar mit eurem Tipp. Unter allen richtigen Antworten verlose ich nächsten Sonntag ein "Go und Gobang" - Spiel!
(Natürlich sammle ich die Antworten erstmal unveröffentlicht, sollen ja alle was zu raten haben ;-)). 

(Mehr zu den Sonntagsfreuden wie immer bei maria)