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Sonntag, 7. September 2014

Sonntagsfreuden: Geburtstag ohne...

  ... viele Gäste, große Geschenke, üppige Mahlzeit und Sahnetorte, dafür mit...
 


...Geburtstagswiesenblumenstrauß, handgepflückt,
 


...Geburtstagskaffee auf dem Feuer gekocht (wegen Stromausfall) und in der Morgenkühle mit den Füßen am Feuer genüsslich getrunken.
 


 



 Holz gehackt, noch mehr Feuer gemacht und Mittagessen gekocht.




Geschmaust, gespielt und gefaulenzt.
 

Abends zum letztenmal das Feuer angefacht, drum herum gesessen, erzählt und in die Flammen geschaut und Füße gewärmt.
  


Geburtstags-Sonntagsfreuden-Feuer... 
Von mir aus könnte jeder Geburtstag so "gefeuert" werden!  :-)

(Das war in unserem Urlaub in Siebenbürgen/Rumänien und ist heute meine "Sonntagsfreude" - mehr davon wie immer sonntags bei Maria).

Donnerstag, 31. Juli 2014

Nicht mehr viel los hier...

...leider, aber anderes hat gerade Vorfahrt, denn es gibt vieles vorzubereiten. Die nächsten vier Tage werde ich trommelnd und singend verbringen: zuerst bei einem Trommelwochenende mit einer  Gruppe, in der Schwester und Schwager mitspielen (ich als Totalanfänger auf diesem Gebiet, aber so etwas wollte ich schon sooo lange einmal machen!). Am Sonntag geht es dann weiter mit Chorprobe und Konzert in Tübingen (Gesprächskonzert "Lieder und Tänze des 16.Jahrhunderts", 18.00 Uhr in der Jakobuskirche - falls jemand in der Nähe wohnen sollte...). Ein total schönes Programm, auf das ich mich sehr freue!


Altes Kirchlein in der Nähe von Udvarhely/Odorhellen/Odorheiu Secuiesc (Rumänien)

Und zwei  Tage später geht's  ab in den Urlaub,  wieder mal nach Siebenbürgen,
denn meine Schwiegermutter feiert ihren 90. Geburtstag. Alle drei Söhne kommen vorher nach Hause, zwei fahren dann mit uns, der dritte ist Betreuer bei einem Zeltlager für kleine Jungs - nun, ich werde die zwei Tage wohl im Kampf mit Wäschebergen verbringen... nachdem ich die letzten Tage im Kampf mit Terminen, Planungen und Telefonaten (Hundepension! u.v.m.) sowie mit Gartenarbeit und dem Verarbeiten von Zucchini verbracht habe (die Dinger wachsen schneller nach als man sie aufessen kann, vor allem wenn Mann und Sohn außer Landes sind und deshalb als Mitesser ausfallen...).

Auch der Mangold wächst reichlich,   deshalb möchte
ich heute noch zeigen, wie ich ihm zu Leibe gerückt bin. Zwei Rezepte, beide kindertauglich, da nicht im entferntesten "spinatartig"!

Erstens: Bietigheimer Laubfrösche
(Unter diesem Namen habe ich das Rezept in einem Buch mit schwäbischen Spezialitäten gefunden. Man kann natürlich statt Bietigheim am Neckar jeden anderen Ort einsetzen - Frösche gibt es schließlich überall).
Die Fotos dürften weitestgehend selbsterklärend sein:



Eine Hackfleischfüllung machen (Vegetarier haben da sicher ihre erprobte Alternative ohne Fleisch) und in die - vorher mit kochendem Wasser kurz blanchierten - Mangoldblätter (evtl. auch zwei aufeinandergelegt) einwickeln.


Mit Spießchen zustecken (muss nicht sein, ich finde es sicherer) und rundherum anbraten.


Brühe angießen und die Laubfrösche zugedeckt in ca. 20 Minuten gar schmoren.


Schmorflüssigkeit mit Sahne und Mehl (oder wie immer ihr das macht) andicken, abschmecken und über die Laubfrösche gießen. Dazu gab es Reis mit Gemüse (mit Paprika, Stangensellerie, getrocknete Tomaten und den kleingeschnittenen Mangoldstielen).
Spießchen entfernen ;-) und genießen. 
Ich habe natürlich nicht alle 16 Laubfrösche alleine gegessen, mein Vater hat geholfen und der Rest wurde eingefroren.
 
* * * 
Zweitens:  Rohgedämpfte Kartöffelchen mit Mangold
Ein Turbogericht für die schnelle Küche...


 ...das sogar dann noch schnell geht, wenn man, wie ich, erst noch die Kartoffeln aus dem Boden buddeln muss darf.   :-)



Kartoffeln schälen, in Würfelchen schneiden, Mangoldstiele kleinschneiden, alles  salzen und mit wenig Fett und Wasser (3-4 Esslöffel) zugedeckt dämpfen. Zwischendurch umwenden und nach Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Wenn die Kartoffeln halb gar sind, die in Streifen geschnittenen Mangoldblätter dazugeben, würzen mit Pfeffer, Paprika, wenn man mag auch Kräutern... oder wie ich mit einer Würzmischung für Bratkartoffeln. Zum Schluss evtl. noch mit etwas Butter und ohne Deckel anbraten.

Mit Spiegelei oder Bratwurst oder Schafkäse - oder was immer man sonst dazu mag - servieren. Ein Tomatensalat ergänzt das einfache Essen aufs beste.

Mittwoch, 9. April 2014

memories: Die Geschichte vom Findelhund

Nun ist unser Familienhund schon etliche Male hier im Blog aufgetaucht; es wird Zeit, dass ich einmal erzähle, wie er zu uns kam (bzw. wir zu ihm - "wie die Jungfrau zum Kinde", sagt man wohl). Es ist eine längere Geschichte, die mindestens zweien meiner Buben in jenem Jahr zu guten Aufsatznoten zum Thema "Mein schönstes Ferienerlebnis" verholfen hat. Hier also meine Version:
 

Es war einmal ein kleiner Junge, der liebte Tiere über alles (jedenfalls die vierbeinigen...). Und sein immer wieder geäußerter Herzenswunsch war: ein Hund! Nichts sonst zum Geburtstag, nichts zu Weihnachten - aber bitte, bitte einen Hund!
Leider hatte die Mutter des kleinen Jungen so manchen Einwand (ganz abgesehen davon, dass sie nie eine große Hundefreundin gewesen war): Jedes Jahr zwei oder drei Wochen Sommerurlaub in Siebenbürgen, 1600 km hin und ebensoviele zurück, in einer Gegend, wo es von herumstreunenden Hunden nur so wimmelt - wie sollte das gehen? Und so ein Hund muss erzogen werden - drei Kinder waren ihr gerade genug! Damit das Kind nicht so ganz ohne eigene Tiere aufwachsen musste, zogen im Laufe der Zeit Häschen, Meerschweinchen und Fische bei ihm ein. Der Junge hatte seine Freude daran, aber die Sehnsucht nach einem Hund wurde dadurch kein bisschen weniger.



Als der kleine Hundefreund acht Jahre alt war, verbrachte er mit seiner Familie die Pfingstferien wieder einmal in der siebenbürgischen Heimat seines Papas. Am vorletzten Tag vor der Heimreise, die Eltern machten sich eben auf den Weg zum Einkaufsladen, kam er ihnen atemlos den Weg herunter entgegengerannt: "Mama, Papa, kommt schnell - wir haben einen kleinen Hund gefunden!" Tatsächlich war es ein sehr kleiner Hund, ein höchstens fünf Wochen alter Welpe, den die Kinder aus einer Telefonzelle befreit hatten. Irgendjemand hatte ihn dort hineingesetzt, um ihn loszuwerden.


Die Mutter des kleinen Jungen trug ihn hinunter ins Ferienhäuschen, und während das winzige warme Fellknäuel sofort anfing, an ihren Fingern zu saugen, konnte sie nicht umhin, gewisse mütterliche Gefühle zu verspüren. Ziemlich starke mütterliche Gefühle, um ehrlich zu sein.
 











Zuhause angekommen, bekam das Hundekind einen Rest Spaghetti mit warmer Milch, die es unter den begeisterten und gerührten Blicken von Kindern, Eltern und Verwandten ratzeputz und ohne abzusetzen verschlang (wobei sich in die elterlichen Blicke auch schon eine gewisse Besorgnis mischte: und was jetzt?!).


Das kleine Kerlchen, das der Familie so mir nichts, dir nichts in den Schoß gefallen war, war unbeschreiblich süß und unbeschreiblich verlaust/-floht/-ungeziefert. Und es war von einem großen Taten- und Entdeckerdrang erfüllt und stromerte auf dem ganzen Grundstück herum, die Kinder im Schlepptau, die aufpassten, dass das unverhoffte Geschenk des Himmels nicht etwa wieder verschwand.


In der folgenden Nacht lag die Mutter längere Zeit wach und wälzte Gedanken hin und her: Eigentlich will ich keinen Hund. Wir kennen uns doch gar nicht aus mit Hunden. Außerdem ist dieser Welpe weder geimpft noch mit irgendwelchen Papieren versehen. Vielleicht ist er sogar krank. Den dürfen wir ja gar nicht mitnehmen. Wie sollen wir ihn über drei Grenzen bringen? Andererseits: wie sollen wir unseren Kindern erklären, dass wir dieses Hundebaby, das noch nicht mal richtige Zähne hat und alleine wohl kaum überleben wird, einfach seinem Schicksal überlassen? Morgen abend wollen wir nach Deutschland zurückfahren - bis dahin finden wir niemanden, der für ihn sorgt. Gibt ja eh viel zu viele Hunde hier. Wie könnten wir jemals wieder von "Bewahrung der Schöpfung" oder Nächstenliebe sprechen und unseren Kindern in die Augen schauen? Und... war dies nicht eine deutliche Antwort auf den Herzenswunsch des Kindes?


Irgendwann merkte die Mutter, dass sie nicht die einzige war, die schlaflos lag. Der folgende nächtliche Gedankenaustausch gipfelte in der immer noch ratlosen Frage an ihren Mann: "Ja, und was machen wir denn jetzt?" Worauf dieser die Verantwortung übernahm und sprach: "Wir nehmen ihn einfach mit!"















Und so geschah es.
Der Findelhund wurde kurz vor der rumänisch-ungarischen Grenze (wo noch gründliche Kontrollen stattfanden damals) in einen Rucksack gesteckt, der auf dem Boden vor dem Rücksitz platziert war, die frischgebackene Hundestiefmutter steckte ihre Hand in den Rucksack, und während der Vater den Grenzbeamten freundlich plaudernd ablenkte, lutschte das Hundekind eifrig an ihren Fingern und machte keinen Mucks. Es wusste wohl, dass es um sein Leben ging, meinten die Kinder nachher.


Auch in der folgenden Nacht, die es alleine im Auto verbringen musste, weil seine neue Familie in einem ungarischen Pensionszimmer übernachtete, verhielt  sich das kleine Kerlchen vorbildlich und machte nicht einmal die alten Decken und Handtücher nass, die man ihm vorsorglich untergelegt hatte. Wie es das wohl geschafft hat?

So kam es schließlich wohlbehalten in seiner neuen Heimat an, wurde gebadet, geimpft, gechipt (was ein Hund hierzulande alles über sich ergehen lassen muss...) und vor allem ganz viel gestreichelt und geschmust. Und als die Mutter am ersten Abend zuhause innerlich ein wenig seufzte, weil sie sich erst an den "Duft" gewöhnen musste, den so ein Tier eben an sich hat, da seufzte im selben Moment das jüngste Herrchen (das zwar wegen seines Hundewunsches wohl der Adressat dieses Himmelsgeschenkes war, das aber keine Fotos von sich im Blog sehen will, weshalb hier nur die großen Brüder vertreten sind) glücklich auf und meinte: "Ach Mama - der riecht sooo gut nach Hund!"

Was soll man da noch sagen?



Das alles ist nun schon fast acht Jahre her. Das Hundekind wurde groß, bekam spitze Zähnchen, die es überall ausprobierte (auch gerne an Kinderzehen), ließ sich so manches beibringen (anderes wiederum nicht) und erwies sich insgesamt als ruhiger, unkomplizierter und, Gott sei Dank, kerngesunder Hausgenosse. Die  Frage anderer Hundebesitzer nach der Rasse wurde von den Kindern gelegentlich mit "tiefergelegter Collie" beantwortet - Tatsache ist, dass dieser Hund einen eher kräftigen Körper mit dichtem, langhaarigem Fell auf zwei Paar süßen krummen Dackelfüßen spazierenträgt. Dem Herrchen tut der tägliche Auslauf ebenso gut wie dem Hund. Und auch das Frauchen bekommt mit vierbeinigem Begleiter mehr frische Luft als ohne. Nur der kleine Junge von damals ist jetzt ein großer Junge und muss diesbezüglich doch ziemlich gebeten werden... aber lieben tut er den Findelhund immer noch sehr!


"Ach ja, und das ist übrigens nicht mein Name da auf der Schachtel! Ich heiße auch nicht Bello oder Rex oder wie so Hunde hierzulande alle heißen. Mein Name ist "Buksi" (so schreiben das die Ungarn - rufen muss man mich "Bukschi"), und bedeuten tut es sowas wie "Wuschel". Weil ich so ein schöner wuscheliger Hund bin!


Alles klar? Wuff...!"


Samstag, 8. Juni 2013

in heaven: Zwielicht

Keine Zeit für längere Einträge, aber für einen Beitrag zu Katjas samstäglicher Himmelsgalerie reicht's.  Und da der Himmel draußen seit Tagen strahlend blau ist, darf es hier im Blog als Kontrapunkt dazu diese zwielichtig - wolkengeisterhafte Wetterumschwungsstimmung über dem Harghita - Gebirge in Siebenbürgen sein.


Ich mag diese Stimmung, wenn ein Gewitter oder ein Wolkenbruch aufzieht, diese Spannung, die sich bald entladen wird - allerdings bin ich dabei gern unter Dach und Fach. Ob es uns damals, als ich dieses Foto gemacht habe, noch ins Trockene gereicht hat, weiß ich nicht mehr - einmal jedenfalls sind wir beim Abstieg patschnass geworden
.
In heaven - mehr davon wie jeden Samstag bei der  Raumfee.

Sonntag, 9. September 2012

Urlaub (Teil 2): Bilder aus Siebenbürgen

Endlich habe ich sie beisammen, meine Urlaubsbilder. Und am liebsten möchte ich sie ohne allzuviel Text dazwischen einfach nur zeigen. Allerdings könnte man über Siebenbürgen seitenlang Interessantes schreiben... Wer sich für die Geschichte des Landes interessiert, kann bei Wikipedia nachlesen.
Bevor ich meinen Mann kennenlernte, wusste ich nicht viel über dieses Land, das heute zu Rumänien gehört. Allenfalls von den Siebenbürger Sachsen hatte ich schon gehört, die Mesnerin in meiner Heimatgemeinde war z.B. eine solche. 
Durch die Bekanntschaft mit meinem späteren Mann erfuhr ich, dass es in Siebenbürgen eine große ungarische Minderheit gibt (ca. 20%). Im  Széklerland im Südosten stellen sie den größten Teil der Bevölkerung: etwa drei Viertel. Hier lebt meine Schwiegerfamilie, und hier verbringen wir auch immer wieder unsere Urlaubswochen.
Aber nun sollt ihr einige Eindrücke von der Gegend bekommen.



Sie ist geprägt von Feldern, Wiesen und ausgedehnten Waldgebieten. Die flachen, fruchtbaren Ebenen werden unterteilt durch Höhenzüge, die allmählich in die Karpatenberge übergehen.


Das Hargita - Gebirge steigt bis auf etwa 2000 Meter. Von hier oben hat man einen weiten Blick ins Land.
Es gibt viel sich selbst überlassene Natur. Bäche und Flüsse sind selten begradigt und mäandern auf weite Strecken frei durch die Landschaft.





Die meisten Ortschaften sind als kilometerlange Straßendörfer angelegt. Die Häuser sind alle ähnlich und stehen mit der Schmalseite zur Straße hin. Hinter den Häusern erstrecken sich die Gärten und Felder.


In vielen ungarischen Dörfern des Széklerlandes findet man solche schön geschnitzten und bemalten Hoftore. Obendrauf sitzt meist noch ein Taubenschlag.




















Wer sich kein großes Tor leisten kann, nimmt eben mit einem ganz kleinen vorlieb.





Dieses hingegen schmückt im XXL - Format eine Landstraße:

Auf dem obigen Foto kann man auch die Weite der Landschaft erahnen, die mich immer wieder fasziniert.

In mancher Hinsicht ist eine Reise nach Rumänien auch eine "Zeitreise" in die Vergangenheit: mein Vater ist als Kind so auf dem Heuwagen mitgefahren. Hier ist das noch ganz selbstverständlich, auch wenn man hier und da einen (alten, gebraucht gekauften) Traktor sehen kann. 
Dieser Bauer hat immerhin Pferde - bei den meisten sind Kühe vorgespannt.



Ein kleines Dorf im Abendlicht:



Mit dieser Frau habe ich mich eine Weile unterhalten. Sie erzählte, dass die meisten jungen Leute nur noch im Sommer ins Dorf kommen, ihre Arbeit haben sie in der Stadt.
Dieses Dörfchen ist aber auch besonders  abgelegen - nicht entfernungsmäßig, aber es liegt an einer ungeteerten, äußerst holprigen Straße abseits der großen Landstraße, und ich habe für die fünfzehn Kilometer von unserem Urlaubsort bis dorthin gut eine Stunde gebraucht!











Überall an den Straßen entlang sieht man eine Fülle von Blumen.


Ortschaften, in denen überwiegend Ungarn leben (hier sind es oft fast 100%), haben ein zweisprachiges Ortsschild: erst der rumänische Name, dann der ungarische. In diesem Falle bedeutet letzterer wörtlich "Oberglücksdorf"!


Aber es gibt auch schöne alte Städte. Eine davon ist Schässburg (ung.: Segesvár, rum.: Sighisoara), eine Stadt, die von ihrer siebenbürgendeutschen Vergangenheit geprägt ist.

Der Uhrturm, das Wahrzeichen der Stadt:



Blick von oben:



Farbenfrohe Häuser - und auch hier überall Blumen.




 Der "Schülertunnel" wurde im vorletzten Jahrhundert zwischen Stadtmitte und Bergschule errichtet, damit die Schüler trockenen Fußes zur Schule hinaufsteigen konnten!

                                                        

 

















Lustiges Detail: Zwei Hirsche - ein Kopf!



Und schließlich sollte man nicht versäumen, den schönen alten deutschen Friedhof von Schässburg zu besuchen. Hier bekommt man eine Ahnung, welche jahrhundertealte Tradition und Kultur durch den Wegzug der Siebenbürger Sachsen unwiederbringlich zu Ende gegangen ist. Allerdings muss ich dazusagen, dass es außer den wenigen in den Dörfern zurückgebliebenen Alten auch eine größere Anzahl junge, sich als "deutsch" identifizierende Menschen gibt - meist aus gemischten deutsch-ungarischen oder deutsch-rumänischen Familien -, die ganz bewusst hier leben und sich für dieses Land einsetzen. Im inzwischen überwiegend von Rumänen bewohnten Hermannstadt gibt es z.B. eine "Deutsche Partei", die vor ein paar Jahren die Kommunalwahl gewann und seither den Bürgermeister stellt und die so effektiv arbeitet, dass sie für eine zweite Amtsteit wiedergewählt wurde.
Nun also der Friedhof:



(Wo in Deutschland wird heute noch solches Deutsch geschrieben?)

In den ehemals sächsischen Dörfern kann man auch die alten Kirchenburgen bewundern, in denen bei feindlichen Überfällen das ganze Dorf Schutz suchte.


An vielen Orten findet man verfallene Ferienhäuser und Hotels, Zeugen vergangener Zeiten. Diese Gegend war schon im 19. Jh. beliebt als Sommerfrische und für Kuren. Es gibt schwefel- und eisenhaltige Heilquellen, gute saubere Luft und überall ein wunderbares Mineralwasser.


Gut zwanzig Jahre nach dem Ende des Kommunismus ist man nun bemüht, dieses schöne Land für den Fremdenverkehr attraktiver zu machen. Mit Unterstützung der EU werden Asphaltstraßen in die abgelegenen Bergregionen gebaut, neue Unterkünfte eingerichtet, Skilifte angelegt, alte Badeanlagen wieder instandgesetzt. Das alles geht recht langsam vor sich, aber ich habe den Eindruck, dass man auch behutsam vorgehen möchte, was die Einbindung in die Landschaft angeht. Bis jetzt habe ich jedenfalls keine größeren Bausünden zu Gesicht bekommen. Möge es so bleiben!
                                                                                     










Eine Schutzhütte für Bergwanderer und ein neuer Waldseilgarten.

Soweit dieser kleine Einblick - denn mehr kann es nicht sein - in ein wunderschönes, hierzulande wenig bekanntes Land mit einer bewegten Geschichte und einem spannenden Nebeneinander verschiedener Volksgruppen und Kulturen (das Miteinander ist oft nicht ganz einfach, da durch die Vergangenheit belastet). Es gibt noch viele ungelöste Probleme (z.B. die prekäre Lage der zahlreichen Roma), aber die Menschen schauen mit Zuversicht in die Zukunft und hoffen, dass es weiter bergauf geht mit ihrem Land, das sie lieben und in dem sie zuhause sind - ob sie nun ungarisch, rumänisch oder deutsch sprechen.