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Montag, 6. Juni 2016

Zwölf Tage

Ein paar Worte voraus:
Nach einer unfreiwilligen, durch Unvorhersehbares verursachten Pause (wenn auch nur von 12 Tagen) wieder mit dem Schreiben anzufangen, um die Ereignisse nachträglich festzuhalten, ist gar nicht so einfach. Wo fange ich an, was erzähle ich und was gehört nicht in die Blogöffentlichkeit? Schon damals habe ich z.B. lange gezögert, bevor ich über meinen Vater geschrieben habe. Es ist mir aber doch wichtig, Familiäres und Persönliches nicht ganz auszuklammern, und ich versuche mit der gebotenen Behutsamkeit, meine Erlebnisse in Worte zu fassen. Dieser Blog ist für mich eben auch ein Tagebuch - kein sehr intimes, aber auch nicht nur eine Sammlung von Anekdoten oder Urlaubsbildern. 
Wie wertvoll dieses Tagebuch für mich ist, wurde mir so recht bewusst, als im letzten Jahr die Festplatte meines Laptops kaputtging, mit den Fotos der letzten sieben oder acht Jahre drauf. Zwar habe ich lange Zeit analog fotografiert und deshalb so viele Kinder- und Familienfotos auf Papier, dass die verlorenen digitalen aus einigen Jahren zu verschmerzen sind. Aber wie froh war ich, als mir klar wurde, dass viele dieser Fotos und die damit verbundenen Erinnerungen ja im Blog "aufbewahrt" sind, zusammen mit Berichten über besondere und vor allem über Alltags-Erlebnisse. Ich habe mit großem Genuss und viel Freude meine alten Einträge gelesen und gedacht: Wie gut, wie wunderbar, dass ich rechtzeitig damit angefangen habe! Und nicht nur, aber auch aus diesem Grund werde ich auch weiterhin manches von dem, "was sich begibt", hier aufbewahren.

Nun also, was hat sich begeben?
Vor zwölf Tagen ist mein Vater nachts im Stockdunklen auf der Kellertreppe gestürzt. Er muss wohl aufgewacht, in völlig desorientiertem Zustand dorthin geraten und die letzten paar Stufen hinuntergefallen sein. Kein Schrei, kein Hilferuf. Wenn der große Sohn, der eben zu Besuch war, nicht noch wach gewesen wäre und den Plumps gehört hätte... ich mag es mir gar nicht vorstellen.
Der Rettungswagen war schnell da (auch wenn es mir furchtbar lang vorkam), mein Papa war die ganze Zeit ansprechbar und in der Lage, auf Fragen nach Name, Adresse und Geburtstag zu antworten. Nur wo er sich befinde und wie er dahin gekommen sei, konnte er nicht sagen. Auf dem Kopf hatte er eine große Platzwunde, die heftig blutete. Nach den Untersuchungen in der Klinik stand fest, dass er sich wunderbarerweise nichts gebrochen hatte und äußerlich mit heftigen Prellungen davongekommen war. Im CT zeigten sich allerdings kleine Hirnblutungen, die weiter beobachtet werden sollten.


Es folgte eine Woche im Krankenhaus, die für ihn kaum zu ertragen und für mich deshalb sehr anstrengend war. Die Klinik kann nichts dafür, ich bin dort - mit einer einzigen Ausnahme - nur freundlichen, hilfs- und auskunftsbereiten, aufmerksamen Ärzten, Ärztinnen, Schwestern und Pflegern begegnet. Aber für meinen Vater war ein Krankenhausaufenthalt schon im letzten Jahr (als er noch besser beieinander war) der reine Horror. Für ihn ist es in dieser unvertrauten Umgebung, mit all den fremden Menschen, dem ungewohnten Tagesablauf usw., als ob ihm der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Und nun war er durch die Blutungen und Schmerzmittel benommen und verwirrt, aß und trank fast nichts, war niedergeschlagen oder apathisch, hatte dazwischen aber auch immer wieder äußerst unruhige Phasen, wo er völlig den Kontakt zur Wirklichkeit verlor, aus dem Bett steigen wollte, um sich schlug und verzweifelt gegen das Festgehaltenwerden kämpfte. Er tat mir so furchtbar leid. Ich war froh, dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen und bleiben konnte, und fuhr nur immer wieder für ein paar Stunden Schlaf nach Hause. Die Nachtschwester versorgte mich netterweise mit Kaffee und einem bequemen Polster-Rollstuhl...
Es war anstrengend, ja, aber es gab in diesen Tagen und Nächten auch Momente, die ich nicht missen möchte. Eine kostbare Nachtstunde, gegen Morgen, wo er ganz klar war und leise alles vor sich hin sagte, was ihm wichtig war im Blick auf seinen Tod. Vom Text für die Beerdigung bis zu Erinnerungen an manches aus der Vergangenheit, was ihn belastet hatte oder noch beschäftigte. Ich dachte schon: jetzt ist es soweit... aber dem war nicht so. Er hatte am nächsten Tag keine Erinnerung mehr an dieses nächtliche Gespräch, aber ich werde es nicht vergessen.
 
 
Da mein Vater klar geäußert hatte, dass er im Ernstfall keine intensivmedizinischen Lebenserhaltungsmaßnahmen wünscht, und auch eine entsprechende Patientenverfügung hat, wurde er nach einer Woche entlassen. Nun liegt er hier in einem Pflegebett, kann sich wegen Rückenschmerzen noch wenig bewegen und wir üben täglich das Aufstehen mit Hilfe. Wie ich meinen sportlichen Vater kenne, traue ich ihm zu, wieder auf die Beine zu kommen, wenn auch sicher langsam. Das größere Problem ist die geistige Verfassung, die ihm und uns gerade sehr zu schaffen macht. Ich kann mir kaum vorstellen, das sich das wieder wesentlich bessert, aber da ich ja schon einmal erlebt habe, wie er sich nach einem - auch geistigen - Zusammenbruch wieder ins Leben zurückgekämpft hat, wenn auch in ein sehr eingeschränktes, gebe ich die Hoffnung nicht ganz auf. Nur wenn ich an unseren letzten (ja, nun vielleicht wirklich letzten) Spaziergang im Wald vor zwei Wochen denke, langsam, aber stetig und mit kleinen, alltäglichen Gesprächen, dann könnte ich heulen.

                                        ------------------------------                   

Um dem etwas Heiteres entgegenzusetzen, kommen zum guten Schluss noch drei winzigkleine "Montags-Mandalas", (inspiriert von "jahreszeitenbriefe") und gelegt auf kreisrunden grünlichen Flechten mit dem, was auf der Wiese hinterm Klinikzimmer zu finden war:




Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass mein Jüngster (18) von seinem ersten und durch die Wetterverhältnisse gleich ziemlich dramatischen Musikfestival, nämlich von "Rock am Ring", heute Gott sei Dank wohlbehalten heimgekommen ist. So kann ich am Ende dieser zwölf sorgenvollen Tage doch beruhigt einschlafen. Mir und euch allen wünsche ich eine ruhige, sommerlich schöne Woche!

Sonntag, 5. Juli 2015

Anknüpfen...

                                               ...aber womit - nach sechs Wochen Blogpause?


Es gibt einiges aus diesen letzten Wochen, was einen kurzen Rückblick verdient hätte.
Aber - nicht gerade jetzt!
Nicht in dieser Hitze (37° im Schatten, windstill)!

                                           +++++++++++

Eigentlich waren ja Gewitter angesagt - bis jetzt zeigt sich kein Wölkchen.
Ich will's nicht beschreien, ich möchte sicher nicht mein bisschen Blumen und Gemüse unter zentimeterdicken Hagelschichten verschwinden sehen - aber so ein kräftiger Sommerregen wäre schon was Feines, gerne auch mit Blitz und Donner.
(Ich mag Gewitter! Ich steh am Fenster und kann mich nicht sattsehen am Geblitze. Wenn das Donnerwetter dann abzieht, setze ich mich raus unters Vordach und genieße das Regenrauschen und die Luft - aahhh!). 
Um diese Stadt hier machen Regen- und Gewitterwolken leider meist einen großen Bogen. Warum auch immer. 

                                           +++++++++++

Der jüngste Sohn (17) hat das Kunststück fertiggebracht, sich zu er"kälten" (oder wie soll man das bei diesen Temperaturen nennen?). 
Schnupft und niest, hat erhöhte (!) Temperatur und behält kein Essen bei sich.
Vorhin saß ich längere Zeit unten im Keller, wo er sich ins dort befindliche Gästebett zurückgezogen hatte, bei ihm und versuchte ihn ein wenig zu unterhalten. 
Es war herrlich kühl da unten. 
Nach einer Viertelstunde wollte er WARM zugedeckt werden.
Nach einer halben Stunde holte ich mir eine JACKE.
Und nach weiteren zehn Minuten (Vorsicht, Verbrennungsgefahr!): WOLLSOCKEN!!
Ich blieb sitzen, bis er eingeschlafen war.
Dann bekam ich Lust auf einen schönen HEISSEN Kaffee.
Ging nach oben und machte mir eine Tasse.
Schon beim ersten Schluck brach mir der Schweiß aus.
Schnell wieder runter!
Leider reicht das W-LAN nicht bis in den Keller.
Also lasse ich es bei diesen wenigen Zeilen bewenden.
Immerhin - das Blog-Comeback ist eingeleitet!
Und jetzt verschwinde ich ganz schnell wieder in die Unterwelt, mit Jacke, Socken und einem kalten Getränk.
Kommt gut durch den Abend!
Bis morgen...      :-)

(Das neue Headerfoto ist ein reines Sehnsuchtsbild - ein Art Fata Morgana... angesichts der Tatsache, dass es hier weder See noch Meeresstrand gibt und im Freibad momentan auch nur eine warme Brühe schwappt...)


Dienstag, 6. Januar 2015

...ins Weite... (und eine Einladung)




Die neuen Tage öffnen ihre Türen.
Sie können, was die alten nicht gekonnt.
Vor uns die Wege, die ins Weite führen:
Den ersten Schritt. 
Ins Land. Zum Horizont.

(Klaus-Peter Hertzsch - auszugsweise zitiert aus dem Kalender "Der andere Advent")

Eigentlich geschieht das ja nicht nur mit dem Beginn eines neuen Jahres, sondern jeden Monat, jede Woche, täglich: dass neue Tage ihre Türen öffnen, dass wieder ein neuer Tag mit seiner Weite vor uns liegt... ein kleines Wunder jeden Morgen.
Aber an Neujahr und in den Tagen danach ist das Gefühl, in etwas Neues, Frisches, Unbenutztes einzutreten, besonders spürbar. Wie das Aufschlagen eines neuen, noch ungelesenen Buches, das man erst einmal genießerisch befühlt und beschnuppert, mit der Hand über die glatten weißen Seiten streicht und sich auszumalen versucht, was für ein ganz besonderes Stück Leben darin verborgen sein mag.  Wie frischgefallener Schnee, der dazu einlädt, die eigenen Fußstapfen darin zu hinterlassen. Der erste Schritt, zögernd und lauschend... und dann noch viele, viele weitere: Zum fernen Horizont - oder in innere Weiten? Hin zu neuem "Können"? Zu neuen Ufern - oder dem scheinbar Bekannten immer wieder neue Möglichkeiten abgewinnend?
Ich selber werde wohl eher in diesem Sinne neu-gierig sein: im Versuch, die alltäglichen Dinge auf neue Weise zu tun, bewusster, reflektierter, aufmerksamer für das, was sie mir bedeuten und warum ich dies oder jenes tue oder lasse. Und ein paar alte, fallengelassene Lebensfäden möchte ich nach und nach wieder neu aufnehmen: seien es im Laufe der Jahre locker gewordene oder ganz eingeschlafene Verbindungen zu einigen Menschen, mit denen ich einen Abschnitt meines Lebens geteilt habe, seien es Dinge, die ich einmal ausprobiert, aber nicht weiter geübt habe (z.B. manche handwerklichen oder sonstigen kreativen Versuche).

Mal sehen, wie weit ich komme... 



Wir wissen nicht, ob wir ans Ziel gelangen.
Doch gehn wir los.
Doch reiht sich Schritt an Schritt.
Und wir verstehn zuletzt: Das Ziel ist mitgegangen;
denn der den Weg beschließt und der ihn angefangen,
der Herr der Zeit geht alle Tage mit.

(Klaus-Peter Hertzsch, s.o.)


Und nun kommt zum Schluss noch eine Einladung an alle, die nicht so ohne weiteres "mal weg" können: ich lade euch ein, zwei junge Männer auf einer Reise ins wirklich "Weite" und zu im wörtlichen Sinne "neuen Ufern" ein wenig zu begleiten: Während ich dies hier schreibe, befinden sie sich gerade im Landeanflug auf Los Angeles, von wo sie zu einem großen und wohl auch streckenweise abenteuerlichen (...das Mutterherz hofft: nicht allzu abenteuerlichen...) Trip quer durch die USA aufbrechen wollen. Mein großer Sohn hat sich zusammen mit einem Kommilitonen diese ungewöhnliche Art eines Auslandspraktikums ausgedacht, und nach einer intensiven Vorbereitungsphase sind sie heute um die Mittagszeit gestartet und kommen kurz nach Mitternacht (15 Uhr Ortszeit) hoffentlich wohlbehalten dort an. Was sie in den kommenden drei Monaten alles vorhaben und erleben, darüber berichten sie in einem Blog. Und weil dieses Reisetagebuch in gewisser Weise interaktiv gestaltet ist und auch vom Mitmachen seiner Leser lebt, verlinke ich es hier (auch wenn mich das ein Stück meiner Blog-Anonymität kostet, aber das ist es mir wert). Wer mehr wissen möchte, möge bitte hier hineinschauen: - http://trip-us.jimdo.com - und es je nach Möglichkeit auch interessierten Jugendlichen weitersagen, denen es vielleicht Spaß machen könnte, per Kommentar und Abstimmung die Reiseroute und besondere Aufgaben für die beiden Abenteurer mitzubestimmen.

05. Dezember (Heilbronn)


Es ist Mitternacht - ich geh ins Bett (ganz in der Nähe) und schicke meine Gedanken noch ein bisschen ins Weite - zum Beispiel nach L.A., mittags um drei, 27°C und strahlender Sonnenschein... Gute Reise, ihr beiden!
Und Gute Nacht, all ihr anderen!

Samstag, 8. November 2014

Sonntagsfreude: Da sein

Die amselgesang - Blogpause hat lange gedauert, viel länger als gedacht. Das hat Gründe, unvorhergesehene, unplanbare: Von einer Stunde auf die andere war ich "weg" - weg von zu Hause, weg von all meinen Vorhaben, Pflichten, vorfreudig erwarteten Ereignissen, weg von Gartenarbeit, Herbstspaziergängen, weg vom Internet. Ich war "weg vom Fenster" und fand mich an einem mir bis dahin unbekannten Ort wieder: in einem Klinikbett auf der Intensivstation. Ich hatte nämlich am ersten Oktober beim Frühstück einen Herzinfarkt bekommen.
Lange war ich mir nicht sicher, ob ich hier darüber schreiben möchte oder nicht. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es dazugehört in diesem Blog, der nicht nur von einer speziellen Sache wie Handarbeiten o.ä. handelt, sondern sich aus den unterschiedlichsten Puzzleteilen aus meinem Leben und Alltag zusammensetzt. Was es mir leicht macht, ist die Tatsache, dass ich mich inzwischen schon wieder recht wohl fühle, da mein Herz offenbar die ganze Sache ziemlich unbeschadet überstanden hat.
Gott sei Dank.
Die Ursache für den Infarkt war vermutlich eine Embolie, die durch die Erstversorgung bei unserem Hausarzt schon aufgelöst wurde. Jedenfalls war bei der Untersuchung im Krankenhaus keinerlei Gefäßverschluss mehr feststellbar, es handelt sich also nicht um eine "koronare Herzkrankheit". Möglicherweise habe ich gelegentliche Rhythmusstörungen mit Vorhofflimmern (wovon ich allerdings noch nie etwas gespürt habe), wodurch kleine Blutklümpchen entstehen können. Ich erinnere mich, dasselbe krampfartige, nicht schmerzhafte, aber sehr unangenehme Gefühl in der Brust schon zweimal im Laufe des letzten Jahres erlebt zu haben, allerdings beide Male nur wenige Minuten lang. Im MRT war das als zwei kleinere, oberflächliche Narben neben der neuen, größeren zu sehen.
Ja, und nun bin ich wieder "da" - und genieße es jeden Tag aufs Neue, dieses Da-Sein.
Momentan befinde ich mich in einer dreiwöchigen Reha, wovon jetzt die Hälfte vorbei ist. Ich mache Ausdauertraining, darf mich auch ordentlich belasten, so richtig drauflos marschieren (bei dem tollen Wetter: herrlich!). Lerne verschiedene Entspannungstechniken kennen. Genieße den Luxus eines hauseigenen Schwimmbades.
Und ich habe Zeit für mich, viel Zeit - tatsächlich war es mir gar nicht bewusst, wie nötig ich es hatte, wirklich einmal ganz bei mir bleiben zu können. Zu Hause ist es so leicht, dem auszuweichen und sich abzulenken - guten Gewissens, denn es gibt ja immer so wichtige Dinge zu tun. Und wenn man mit denen fertig ist, dann wartet da ein Buch und ein Strickzeug und der PC mit all seinen verlockenden Entdeckungen, und (ja, ja...) eine schöne Idee für einen Blogeintrag muss auch noch Gestalt annehmen. Und so weiter. Eine Nachteule war ich eh schon immer... und Zeitmanagement war noch nie meine Stärke...
(In der Klinik habe ich hauptsächlich eines getan: geschlafen. Zehn, zwölf Stunden oder mehr. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und passe jetzt auf, dass es nicht weniger als sieben, acht Stunden sind. Egal, was die innere Eule dazu sagt).   :-)
Ich wusste wohl, dass ich in mancher Hinsicht nicht gut mit mir selber umging und dass ich einiges zu überdenken und zu ändern hatte (siehe letzter Blogeintrag), aber es war immer leichter, das aufzuschieben und mir selber davonzulaufen, als mich dem zu stellen, was - ja, mein "Herz" mir sagen wollte. Nun, es wusste sich Gehör zu verschaffen... und ich übe hinzuhören und herauszufinden, was es sich wünscht. Und im übrigen einfach: Da zu sein, hier, jetzt, von ganzem Herzen.
Allen, die amselgesang noch nicht ganz abgeschrieben hatten, sage ich DANKE und wünsche euch einen schönen Sonntag in diesem "goldenen November"! Genießt das Dasein, und - passt gut auf euch auf!

Samstag, 30. August 2014

in heaven: Sie ist da...

...die Sonne, auch wenn sie zeitweise von dicken grauen Wolken verdeckt wird und nur ein paar helle Lichtstrahlen über den Himmel schickt als Zeichen ihres Vorhandenseins.


Auch ich bin noch da :-),  wenn auch hier im Blog noch nicht so richtig wiederaufgetaucht. Keine Sorge - es sind nicht dicke graue "Wolken", die mich abhalten - eher viele kleinere und größere Aufgaben, die es abzuarbeiten gilt. Und eine gewisse "Wortunlust", was mir selten, aber doch immer wieder mal passiert: dass die Freude daran, Erlebtes und Gedachtes in Worte zu fassen, sich zurückzieht wie die Nordsee bei Ebbe und mich ungewohnt schweigsam und ein wenig besorgt zurücklässt ("...es wird doch hoffentlich wieder...?").
Aber ja, ich habe es ja schon öfter erlebt. Es wird wieder, die (Wort-) Flut kommt irgendwann zurück und es wird mich wieder in den Fingern jucken, sie hier hereinplätschern zu lassen.
Vorerst werden hier also mehr Bilder als Worte zu finden sein, denn so ganz ohne Leben mag ich dieses mir so liebgewordene Plätzchen im großen weiten Netz auch nicht lassen. Wenige Worte - das ist ja auch immer eine Gelegenheit, ihnen mehr Gewicht zu geben. Die Pfützen und Priele im Watt zu suchen und einmal genauer anzuschauen (um im Bild zu bleiben). Da ist ja sehr viel Leben drin, das man sonst vor lauter Meer gar nicht wahrnimmt... Vielleicht ist es genau das, was mir jetzt gut tut.

"in heaven" - immer samstags bei der Raumfee.

Montag, 23. Juni 2014

Wege: meerwärts und auf einander zu

Neue Wege, weg von Wasserrohrbruch und Handwerkerlärm, in unbekannte Gegenden und an bislang unbesuchte Orte. Nicht wirklich weit weg, kein Flug in exotische Fernen. Innerhalb der Landesgrenzen, aber da beinahe die längste mögliche Strecke, nämlich von ziemlich weit links unten nach ganz rechts oben auf der Landkarte. Von Südwest nach Nordost, einmal schräg durch die Republik. Nicht zu weit für fünf Tage, aber weit genug, um das Gewohnte hinter sich zu lassen und auf neue Erfahrungen und neue Begegnungen gespannt zu sein.


Begegnungen mit Menschen, die man noch nie zuvor getroffen hat. Die einem dennoch nicht unbekannt sind, von denen man vielleicht sogar mehr weiß als von so manchen, denen man täglich über den Weg läuft. Die blogschreibenderweise einen Teil ihrer Erlebnisse und Gedanken, ein Stück ihren Alltags teilen mit allen, die daran Interesse haben. Von denen man also eine Vorstellung hat, ein skizzenhaftes Bild, das aber viel Freiraum lässt für Ergänzungen und Überraschungen.


Solche Begegnungen sind nicht gerade alltäglich und allemal überdurchschnittlicht spannend! 

 
Man kann dabei sehr liebenswerte Menschen und ganz besondere, wunderbar lebenswerte Lebensorte kennenlernen!


 Zum Beispiel ein altes Schulhaus mit Hühnerhof.


"Wenn ihr denkt: jetzt sind wir falsch gefahren, hier kann es doch nicht sein - dann seid ihr richtig!" hatte dir Gastgeberin gesagt. 
Und das waren wir dann wirklich.


  

                                                                                
                                                                           

Was für ein einladender Ort zum Ankommen und sich zu Hause fühlen; was für eine Umgebung, um Zeit und Ruhe für sich und füreinander zu haben!
Durchs gegenseitige Blog-Lesen ist ja eine Gesprächsbasis, eine gewisse Nähe von vornherein gegeben, ein Ausgangspunkt fürs Erzählen, Fragen, Staunen und Betroffensein, das sich einstellt, wenn Lebensläufe aufeinandertreffen, die teils unterschiedlicher nicht sein könnten, die teils aber auch überraschende und bewegende Parallelen, Gemeinsamkeiten, Berührungspunkte aufweisen. 







Was wären aber die interessantesten Gespräche ohne genussvolles, fröhliches, entdeckungsfreudiges Drumherum? Man packt den Rucksack und zieht los:


Ausflug nach Stralsund, wo eine weitere  Bloggerin uns erwartete.









***


Ein Nachmittag am Strand auf der Insel Usedom mit Picknick und Möwen.






(Eine Möwe ist kein Huhn, aber letztlich ist der Appetit stärker als die Scheu).



                                      Was außerdem noch gut tut:


   
Auf die große Pappel hinter dem Haus zu horchen, die so viel zu erzählen hat, wenn man bereit ist, ihr zu lauschen...

  

 Den tanzenden Wolken zuschauen, die einen aufzufordern scheinen, leichten Herzens mitzutanzen...



Und noch so manches...

***  

"Sag mal, spinnen die?"


Gewiss - die eine kann's schon und die andere lernt es gerade.


(Es ist nicht leicht, wie man sieht. Wir sind nicht umsonst in einem Schulhaus).

***

Es tut gut, sich ab und zu auf solche neuen Wege abseits des Alltags einzulassen und auf die Erlebnisse und Begegnungen, die sie bereithalten. "Alles wahre Leben ist Begegnung", sagt Martin Buber. Diese Tage waren voll davon, und sie haben in meiner Erinnerung und in meinem Herzen ihre Spuren hinterlassen.

Sonntag, 1. Juli 2012

Bis jetzt habe ich nur gelesen...


...ab heute schreibe ich mit!
Es hat lange gedauert von meinem Wunsch, an diesem vielfältigen, farbigen, inspirierenden Netz von liebevoll gestalteten Frauen - Familien - Alltags - Kreativ - und-was-noch-alles - Blogs mitzuweben, bis zu diesem Moment, wo ich (mit etwas zittrigen Fingern, aber voller Vorfeude) mein eigenes Online - Tagebuch in die weite Web - Welt entlasse.
   Es ist ein bisschen wie beim ersten Kind: man kennt zwar viele andere Kinder, hat aber noch keine Erfahrung mit der Verantwortung für ein eigenes. Man weiß nicht im Voraus, was einmal daraus werden wird - es wird wachsen und sich verändern und einem vielleicht nicht immer nur Freude machen. Aber es wird ein sehr lebendiger Teil meines Lebens sein. Es wird mich auf viele kleine Dinge aufmerksam machen, die ich sonst übersehen hätte. Es wird mir durch sein Dasein helfen, mich selbst besser kennenzulernen, und es wird mich zum Nachdenken über Fragen bringen, die keine vorgefertigten Antworten vertragen.
(Die Namensfindung gestaltete sich allerdings erheblich schwieriger als bei den Kindern, wo der eine oder andere Namensvetter nicht weiter stört:) ).
Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht, freue mich auf Mitleser/innen und Reaktionen und hoffe, dass mein "Blog - Kind" wächst und gedeiht!