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Samstag, 12. Dezember 2015

Auftauchen...

...ist gar nicht so einfach, nach so langer Zeit - man hat ja fast vergessen, wie es geht, das Blogschreiben...
...der erste Post nach der Auszeit sollte doch irgendwie was Besonderes sein...
...und was und wie viel erzähle ich von dem, was inzwischen geschehen ist??  
...ich kann doch nicht einfach mit dem dritten Advent weitermachen, so als wäre der letzte Eintrag erst vorgestern gewesen und nicht am - äähhh - einunddreißigsten August... (du liebe Zeit, wo ist die Zeit hin?)!

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Aber - warum eigentlich nicht?




                        Warum nicht einfach springen, raus aus dem "Teich"...



                        ...und einen weiten Bogen über September...



                        ...Oktober...


                        ...und November...



                        ...spannen...



               ...um schließlich mitten in der Plätzchendose Adventszeit zu landen?!

Ja, genau das werde ich tun und dabei auch einen weiten Bogen in die andere Richtung schlagen, denn mein "Blog-Comeback" soll unter einem guten Stern stehen - nein, unter vielen Sternen, die ich schon früher mal gesammelt habe und mit denen ich mich gerne an Lisas schöner adventlicher Sternen-Sammlung beteiligen möchte.
Aber das kommt dann morgen.
Und danach kommt dann auch noch ein Rückblick, denn so ganz will ich die letzten Monate doch nicht übergehen.
Habt eine gute Nacht!

Und habt auch vielen herzlichen Dank für die lieben und lustigen Kommentare, die in der Zwischenzeit eingegangen sind und die ich - ich muss es gestehen - erst vor ein paar Tagen entdeckt habe (*schäm*)! Ich war sehr gerührt und musste ein paarmal schlucken... damit hätte ich nicht gerechnet! Danke!   :-)

Montag, 10. März 2014

Der Frühling kann kommen



Eigentlich ist er ja längst da, der Frühling. Nur in meinem Herzen war er irgendwie noch nicht angekommen. Etwas fehlte mir, um mich drauf einlassen zu können, auf das Grünen und Blühen und das Vogelgezwitscher. Es lag nicht nur am Husten und Schnupfen, ich wartete einfach noch auf etwas. Auf Winter. Auf  wenigstens ein klitzekleines bisschen unter den Schuhen knirschenden Schnee und krachendes Eis auf den Pfützen und Wintersonnengeglitzer und... ja, es sollte einfach so sein wie immer! Die Jahreszeiten, mir alle gleich lieb - aber bitte in der richtigen Reihenfolge, und nicht einfach eine überspringen!! Ein bisschen erstaunt war ich schon über diese meine gefühlsmäßige Sturheit - Wetter ist halt nicht immer wie im Bilderbuch -, aber ich konnte es nicht ändern, meine innere Uhr ging nach.


In der vergangenen Woche hat sich das nun endlich geändert. Die Zeiger der inneren Uhr stehen auf Frühling, meine (wieder freie) Nase freut sich an Frühlingsluft und -duft, und beim Anblick der noch brachliegenden Gartenbeete beginnt es mich in den Fingern zu kribbeln...





Zu verdanken habe ich dieses "Update" ein paar im Schnee verbrachten Tagen, unserem jährlichen Familien- und Freunde-Skiurlaub in den Faschingsferien. Um die Hütte herum war der Schnee schon ziemlich am Schmelzen, aber oben in den Bergen gabs noch genug zum Ski- und Langlaufen. Dazu knallblauen Himmel und Sonne satt - vier Tage Bilderbuchwinter, und mein Bedarf war gestillt. Der Winter wurde genossen und zum Schluss "verbrannt": Jetzt kann er kommen, der Frühling! Was er ja eh schon tut... auch ohne meine Erlaubnis :-)




Freitag, 11. Oktober 2013

Spätsommerwege - und schon vorbei...

 


Wege zu gehen - altbekannte, kürzlich entdeckte oder auch ganz neue - kann zu jeder Tages- und Jahreszeit ein Genuss sein: in der frischen Sommermorgenluft ebenso wie an einem sanftnebligen Herbstvormittag, auf schattigen Waldwegen an einem heißen Nachmittag im Juli oder auch durch verschneites Gelände in der Winterabenddämmerung. Jede Zeit hat ihren Reiz und ihre ganz eigene Stimmung. Jede lässt auch in mir entsprechende "Saiten" mitschwingen, lockt mein Bewusstsein in eine bestimmte Richtung. Beim Gehen kommen nicht nur die Beine in Bewegung, auch Gedanken und Gefühle geraten in Fluss, innere Bilder steigen auf, Erinnerungen werden wach und so manche Sorgen kann ich mit raschen Schritten ein Stück hinter mir lassen.


Wege durch die herbstlicher werdende Landschaft mit ihrem Nebeneinander von prallem Leben und Verfall, Farbenpracht und Verblassen, Licht und Schatten, mit dem mostigen Duft der verfaulenden Falläpfel in der Nase und dem verschleierten Glanz der Morgensonne im Gesicht - nichts gibt mir ein so unmittelbares Gefühl von Wirklichkeit, von Gegenwart, nichts erdet mich stärker als das. 






Diese spätsommerlich-frühherbstliche Klarheit ist so schön, und sie ist so schnell vorbei. Kaum hat man sich in ihr eingefunden, ist sie auch schon wieder Erinnerung (so wie diese Bilder, die ich im September fotografiert habe). Dann kommt der wirkliche Herbst, der auch noch viel Schönes bereithält, aber jetzt kräftiger, erdiger, dunkler, schwerer, nicht mehr so spinnwebleicht zwischen den Zeiten schwebend wie diese kostbaren Spätsommertage, die noch nicht so recht wissen, wohin sie gehören - und einfach sie selber sind, nicht mehr Sommer, noch nicht Herbst, sondern etwas ganz Eigenes, Einzigartiges: Spätsommer...



Von Kurt Tucholsky gibt es einen Text, der diese besondere Stimmung ganz wunderbar zum Ausdruck bringt:

Die fünfte Jahreszeit
Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn
sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt,
so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe
Herbst noch nicht angefangen hat - dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich
aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist,

gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber .

Nun sind da noch die Blätter und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu
gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick
steht das Räderwerk still. Es ruht.

Mücken spielen im schwarzgoldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne,
tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt
bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt,
es ist ganz still. Ein Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.

So vier, so acht Tage - Und dann geht etwas vor. Eines Morgens riechst du den
Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar
nichts geändert - und doch alles.

Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun
ist alles anders....

Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht,
es solle nie, nie aufhören... Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen
beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre.

Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.



Montag, 9. September 2013

Wege zwischen Tag und Nacht


 In der Abenddämmerung unterwegs sein -


Die Unruhe des Tages hinter mir lassen -
 


Die Augen entspannt das sanfte Abendlicht genießen lassen -

 

 Unten in der Stadt die Lichter angehen sehen -


 Der Sonne beim Untergehen...


...und dem Mond beim Aufgehen zuschauen -


 Wenn es dunkel wird, heimkommen -


Den Tag gut sein lassen

Ruhe einkehren lassen

Gelassen

Abendfrieden atmen

. . . . .


Freitag, 17. Mai 2013

Zeitbewegt


Noch neun Tage bis zum Umzug - im Vergleich zu den einundzwanzig Jahren Familienleben, die jetzt in Umzugskisten zu verpacken sind, eine sehr kurze Zeit. Vieles ist schon eingepackt, und trotzdem sieht es immer noch überall so "voll" aus. Und die Zeit scheint immer rascher zu vergehen, je näher der Termin rückt... ich komme mir manchmal vor wie auf einem Floß, das flussabwärts treibt, schneller und schneller auf den Wasserfall zu...
Ja, die Zeit rast, läuft mir davon!
 

Tut sie das wirklich?
Beim Durchsehen vieler aufgehobener Zettel und Ausschnitte aus Zeitschriften, Kalendern u.ä. fand ich dieses Gedicht, das mich einlud, einen Moment innezuhalten:

Die Zeit

Die Zeit geht nicht, sie stehet still,
Wir ziehen durch sie hin;
Sie ist ein' Karawanserei,
Wir sind die Pilger drin.

Ein Etwas, form- und farbenlos,
Das nur Gestalt gewinnt,
Wo ihr drin auf- und niedertaucht,
Bis wieder ihr zerrinnt.

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts.

 
 
Es ist ein weißes Pergament
Die Zeit, und jeder schreibt
Mit seinem roten Blut darauf,
Bis ihn der Strom vertreibt.

An dich, du wunderbare Welt,
Du Schönheit ohne End',
Auch ich schreib' meinen Liebesbrief
Auf dieses Pergament.

Froh bin ich, dass ich aufgeblüht
In deinem runden Kranz;
Zum Dank trüb' ich die Quelle nicht
Und lobe deinen Glanz.

Gottfried Keller


Dieser Gedanke ist... erstaunlich. Elektrisierend! Nachdenkenswert.
Zeit ist also eigentlich, ihrem innersten Wesen nach, Bewegung. Würde jegliche, auch die allerwinzigste Atombewegung, auch jede (immaterielle?) Bewusstseinsregung, aufhören - dann wäre Zeit ein irrelevanter Begriff.
Es hängt somit auch von meiner Art, mich zu bewegen, ab, was "Zeit" für mich ist. Ich erzeuge meine Zeit selbst, durch meine Bewegung. Sie stößt sich manchmal hart mit den "Zeit-Bewegungen" anderer, der Bewegungsspielraum kann eng werden, aber wie ich mich darin - oder hindurch - bewege, ist meine Sache. Ob ich hektisch und kopflos durch die Gegend renne, mit dem Gefühl "das schaffe ich nie" - oder ob ich möglichst ruhig und stetig versuche, den Berg an Arbeit Stück für Stück zu bewältigen - zwar unter Zeitdruck, aber ohne dieses innere Bild vom Mitgerissenwerden.
Ich will's versuchen... und freue mich über diese Farnwedel, die mir mit ihrem aufrechten, gelassenen Sich-Entfalten ein schönes Beispiel geben:


(Bilder aus meiner Lieblings-Staudengärtnerei, von der ich später noch ein paar mehr Fotos zeigen möchte).