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Sonntag, 29. Oktober 2017

Einfach Bilder

...mal ohne viele Worte, die es ja auch gar nicht unbedingt braucht bei so schönem Herbstlicht und Wassergespiegel, Himmelblau und Blättergoldrot: Bilder von einer wunderbaren Oktoberwoche am Neuchâteler See.

Am Anfang wie immer eine Wanderung durch die wildromantische Areuse-Schlucht:







Blätterzauber im Vergehen...






In der klaren Herbstluft reicht die Sicht bis zum Berner Oberland - voilà: Eiger, Mönch und Jungfrau überm blauen See.



Starenschwärme über dem Jura.
 


 Dahlien - en gros und en detail.



Teepause und Schattenspiele im Garten.




 Der Hof in Grandchamp mit dem Brunnen und diesem wundervollen Hausbaum.




Und schließlich, auf der Heimfahrt aus dem Zugfenster geknipst, der Rheinfall.



Der Oktober ist doch einfach der schönste Monat (wenn man mal alle anderen beiseitelässt...)!   ;-)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Kund und zu Wissen...

...es gibt mich noch, und ich bin gesund und relativ munter.
Irgendwas, womit man gerade zu kämpfen hat, gibt es ja meistens.  
Es ist viel los und viel zu tun, und ich komme mit dem Vielerlei nicht mehr so gut zurecht. Ich komm oft nur langsam in die Gänge, bin nicht gut in Multitasking, verzettel mich hin und wieder und sollte meine Zeit effektiver einteilen, was mir aber schwer fällt. Möchte gern immer nur eine Baustelle auf einmal abarbeiten, aber es gibt Termine und Prioritäten und Dinge können nicht am Stück fertiggemacht werden. 

 

Trotzdem gibt es vieles, was gut tut und sich auch mal dazwischenschieben lässt (bzw. einem einen Vorwand gibt, etwas anderes aufzuschieben...) - Kekse backen zum Beispiel, süße oder salzige. Nach Rezepten aus einem tollen Buch, das ich in einem Blog - in welchem?? weiß ich nicht mehr - entdeckt habe und nun nach und nach "durchknabbere". Es gibt kaum etwas Tröstlicheres inmitten von Haushaltschaos als eine Tasse Kaffee und ein paar selbstgebackene Kekse. Einzig mögliche Steigerung: ein spannendes Buch dazu (aber dann ist, zumindest bei mir, der Nachmittag gelaufen und die Keksdose leer...). 



Kleinere Herbstwanderungen und -Spaziergänge tun auch unglaublich gut, wenn das Wetter so schön spätsommerlich ist wie am vorletzten Wochenende und man Felder voller Kürbisse und Baumstümpfe voller winziger Pilzchen entdeckt...





Und nächste Woche darf ich Auszeit machen (wieder mal  hier, nach zwei Jahren Pause), und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue! Ich habe das Gefühl, einen ganzen Rucksack durcheinandergewürfelter Gefühle dort abladen, sortieren und anschauen zu müssen. Gefühle, die ich seit dem Tod meines Vaters vor einem Jahr wie in einer inneren "Schublade" mit mir herumtrage, in die ich nur ab und zu ein bisschen hineinschaue, um sie dann schnell wieder zu schließen... dort werde ich viel Zeit für mich und, wenn nötig, auch jemanden zum Reden haben, liebe Bekannte treffen und neue Teilnehmerinnen kennenlernen. Und mich, wie immer, unerhört wohl und geborgen fühlen.

Dringend: 23 Teilnehmer gesucht!

                                                        
Zu guter Letzt möchte ich noch auf den "Tee-Adventskalender" hinweisen, zu
dem Claudia vom Blog "Alltagsbunt" in diesem Jahr einlädt (ja, ich weiß, man
möchte eigentlich noch gar nicht an Weihnachten denken, aber dann geht es
halt doch immer ganz schnell...). Die wunderschönen Basteleien letztes Jahr bei Manus kreativem Adventskalender waren eine sehr feine Sache, aber ich glaube, dieses Mal ist Teetrinken genau das Richtige für mich. Falls jemand bei dieser "chilligen" Aktion mitmachen möchte: ein paar "freie Plätze" gibt es noch! 

So, das Blog-Comeback ist geschafft - euch allen eine gute Woche, und auf ein baldiges Wiederlesen! 

Freitag, 19. Oktober 2012

Aus - Zeit

Retraite - Rückzug in die Stille. Ankommen bei mir selber. Allein sein dürfen. Getragen werden von einer Gemeinschaft, die sich nie aufdrängt, aber da ist, wenn ich sie brauche. Erleben, wie die Einfachheit und Schlichtheit des Lebens alle Sinne anspricht und öffnet. Wieder neu hören lernen.
 

Ohr sein

Die ausgetretenen Wortwege 
verlasse ich,
um einzutreten
in den Raum des Schweigens.
Warten will ich,
bis die Stille
das Laute überwächst
und ich ganz Ohr werde
für Deine Gegenwart. 

Antje Sabine Nägeli


Jedes Jahr im Oktober verbringe ich zusammen mit einer Gruppe fünf Tage bei den Schwestern der Communauté du Grandchamp in der Schweiz, abwechselnd im Mutterhaus am Neuchateler See und im Sonnenhof bei Basel. Das ist eine Kommunität von evangelischen Frauen, die nach der Regel von Taizé leben, aber in ihrer ganz eigenen, viel stilleren Ausprägung.


Einen "Nachklang" davon möchte ich gerne mit euch teilen. 




Unsere Gruppe ist immer wieder ein bisschen anders zusammengesetzt, der erste Tag ist deshalb ein Kennenlern- und Wiedersehenstag. Die nächsten drei Tage sind dann Schweigetage, mit einer gemeinsamen Stunde am Vormittag (eine Runde Morgengymnastik, bei der es meist ziemlich munter zugeht, und eine Bibelarbeit als Impuls für den Tag). Am Nachmittag ist Gelegenheit zum Austausch in kleinen Gruppen oder zu Einzelgesprächen mit der begleitenden Schwester. Die Mahlzeiten sind ebenfalls stille Zeit. So ist man eingebettet in eine Gemeinschaft und zugleich auf eine wunderbare Art in Ruhe gelassen.

 
Wenn man einmal ganz frei wird von der Fülle an Worten und Bildern, die täglich von außen auf uns einprasseln, dann wächst die Aufmerksamkeit für die inneren Bilder, die aufsteigen und angeschaut werden wollen.
Wenn man die meiste Zeit schweigt, dann wird das Wenige, was man redet, wesentlicher.


Wenn man schweigend, langsam und aufmerksam isst, dann wird aus dem einfachsten Essen ein Festmahl (und man bekommt, nebenbei, wieder ein Gefühl dafür, wie viel oder wenig einem gut tut).
Wenn man, ohne viel zu denken, seiner Wege geht und in die Stille hineinhorcht, dann wird auch das Sehen und Fühlen und Riechen und Gehen zu einer Art von Hören. Sogar die Füße scheinen in die Erde hineinzulauschen...


Seit acht Jahren bin ich nun dabei, und jedesmal stelle ich fest, dass diese wenigen Tage eine unglaublich intensive Wirkung haben. Sie sind für mich wie ein Katalysator für die langsamen Prozesse des inneren Wachsens. Immer komme ich einen wichtigen Schritt weiter, erlebe, wie das, was ich gerade am Nötigsten brauche (oft ohne dass es mir bewusst ist), einfach auf mich zukommt, mir geschenkt wird. (Das alles gibt es im oft unruhigen Alltag zuhause auch, aber nicht in dieser Dichte - jedoch lerne ich es  allmählich immer besser, auch da ein Stück innere Stille und Gelassenheit zu bewahren und die leise Stimme in mir nicht dauernd zu überhören...).


An den Tieren könnte man sich dabei öfter mal ein Beispiel nehmen - jedenfalls an den Katzen und Kühen :) ...


Den Lärm hinter mir lassen

Atemzug um Atemzug
lasse ich hinter mir
den Lärm der Welt.
Ich lasse mich nieder
im Raum des Schweigens.
Warten will ich
auf Dich, mein Gott. 
Bahne Dir den Weg
durch das Gewirr
der Bilder und Gedanken.
Berühre mich da,
wo ich unruhig und zerrissen bin.
Lass mich ganz umfangen werden
von Deiner Gegenwart.

Antje Sabine Nägeli