Und gleich noch mehr Blumen: eine Farbenrausch-Fotostrecke von der Gartenschau - ohne viele Worte, einfach zum Genießen.
Erstens: Der Duftrosengarten - ein Traum! Und so lustig, wie überall die Leute in die Rosenbüsche abtauchen und schnuppern - schnuppern - schnuppern...
Zweitens: ein Farbenrausch in grün - blau - lila. Diese Farbzusammenstellung gefällt mir unglaublich gut, was mich zu viiieelen Fotos animiert hat...
Und drittens die nächtlichen Wassershows mit tanzenden Fontänen, Farben, Laserlicht und Musik, die superschön sind, sich aber nicht wirklich gut fotografieren lassen:
Ganz am Ende erstrahlen sogar die hässlichen Betonsilos hinter dem Damm noch in leuchtenden BUGA-Farben :)
...und kaum Zeit für längere Blogposts, denn neben manch anderem belegt der stellenweise ziemlich verwilderte Garten die Morgen- oder Abendstunden (dazwischen ist es viel zu sonnig und heiß). Das liebe Unkraut begnügt sich leider nicht mit den Beeten, aus denen es relativ leicht zu entfernen ist, sondern sprießt üppig aus jeder Ecke und Ritze: außer den üblichen Verdächtigen wie Hahnenfuß, Löwenzahn, Kletten usw. auch Rucola, Eisenkraut und die hübsche Jungfer im Grünen, die alle keine Lust haben, Jahr für Jahr an ihren angestammten Plätzen zu bleiben.
Aber welch eine Sommerfreude, mit einem Fahrradkorb voller Gemüse, Kräuter und Blumen vom Gärtner zu kommen und das ein oder andere frisch gejätete Fleckchen Erde mit Blühendem und Nahrhaftem zu verschönern. Garten ist mal Last, mal Lust, aber das hier ist eindeutig der lustvolle Teil. :)
Nicht nur an sonnig heißen Tagen macht eine Gartenschau Spaß. Dann natürlich auch, und davon hatten wir über Ostern ja einige.
Aber dann kamen viele kühle, feuchte, regnerische Maientage - und auch die hatten ihren besonderen Reiz. Zumal ich ohnehin beschlossen habe, mich nie! wieder! über "schlechtes" Wetter zu ärgern. Nach der Trockenheit des letzten Sommers, die für mich schon etwas Bedrohliches hatte, freue ich mich über jeden Regentropfen! Und so beschlossen der Filius und ich, trotz Nieselwetter - nein, jetzt erst recht! - einen Bummel übers Gartenschaugelände zu machen.
Den Blumen hat der Regen gut getan, sie strahlen frisch gewaschen in allen Farben. Überhaupt wirken Farben bei bedecktem Himmel oft viel leuchtender als im vollen Sonnenlicht, finde ich.
Und wenn es einem dann doch zu nass wird, geht man halt indoor weitergucken. Zum Beispiel im Pilzkabinett. Die Pilze sind da wirkungsvoll beleuchtet in offenen Fächern ausgestellt und sehen einfach hinreißend aus. Wobei sich da die Vorlieben durchaus unterscheiden: während ich mich ganz fasziniert fast nicht mehr von den charaktervollen Pilzwesen trennen konnte und sie - ganz vorsichtig - auch anfassen musste, hielt es der Sohn nicht lange drinnen aus. "Die riechen so eigenartig... uuhhh, irgendwie unheimlich sind die... und schau mal hier, da staubt es ja richtig vor lauter Sporen... Ich geh schon mal raus!"



Als es dann doch richtig zu regnen anfing, verzogen wir uns in unser BUGA-Lieblingscafé: Das "Samocca" ist ein integratives Café, in dem Menschen mit Handicap mitarbeiten. Weil die meisten Kellner und Kellnerinnen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, gibt es einen speziellen Bestellzettel, auf dem man ankreuzt, was man essen und trinken möchte. Sehr flink ist dann das Gewünschte da. Und alles ist saulecker, vom Zucchini-Spargel-Kresse-Bagel bis zum Zitronencremetörtchen.
Solche spontanen Mutter-Sohn-Unternehmungen wie diese - wenn auch zwei Stunden nur, "bei Schmuddelwetter", und auf dem Rückweg mit dem Fahrrad noch richtig nass geworden - so was bleibt mir lange in schönster Erinnerung. Und ich finde es einfach herrlich, dass mein Jüngster das ebenso genießen kann wie seine Mama!
...nämlich die letzte Tulpe und die erste Rose des Jahres.
Von der Tulpe (meine schönste, von der ich nur zwei Exemplare im Garten habe) waren die Blütenblätter schon abgefallen, bevor ich ans Fotografieren dachte. Aber immer noch schön genug: weiß mit dunkelblauer Mitte und einem ganz feinen roten Rand.
Der Rosenbusch vor der Haustür wird bald in Blüte stehen - im April!! von wegen Rosenmonat Juni! - und musste schon beschnitten werden, weil er im Begriff war, mit seinen ausladenden Trieben den Weg ins Haus zu versperren... ein wahrer Kraftprotz, der unermüdlich bis in den Herbst hinein blüht und auch noch wunderbar duftet! Ich habe ihn vor drei Jahren gepflanzt, und angesichts meiner völligen Unerfahrenheit mit Rosen war es ein echter Glücksgriff.
Soweit meine kleine "Gartenschau" - heute genieße ich den bewölkten Himmel und die kühleren Temperaturen, und regnen darf es ruhig auch mal zwischendurch...
Sie sind oben angekommen und haben den Balkon geentert, meine königsblauen Winden. Und geben sich nun ein Stelldichein mit den Tomätchen, bevor sie weiterklettern Richtung Dachrinne. :)
Ein noch unangebrochenes
Samentütchen, im letzten Jahr vergessen auszusäen, fand sich im März
zwischen verschiedenen Saatgutresten: eine blaue Königswinde. So etwas
hatte ich noch nie im Garten, und so zog ich einige Pflänzchen auf der
Fensterbank vor. Ich wollte sie in den großen Pflanzkasten auf unserem
Balkon setzen, von wo sie sich am Geländer entlang und zum Dach hinauf
winden sollten.
Nun hatte der Sohn im Frühjahr plötzlich seine Liebe fürs Gärtnern entdeckt
und eine größere Menge Tomatensetzlinge aus Samen gezogen, die er im Mai
in Töpfe auspflanzte und auf den Balkon stellte - so weit, so schön.
Bis ich aber mit meinen Winden ankam, war alles besetzt, der Balkon war zum Tomatenfeld mutiert... Tomaten wo man hinschaute:
...auch in dem großen Pflanzkasten, in dem ich bisher immer etwas Schönes Blühendes gehabt hatte.
Leider gibt es in unserem Garten keinen bepflanzbaren Zaun (am einzigen Stück Zaun stehen Himbeeren), und so kam ich schließlich auf die Idee, meine Winden in einen leeren Balkonkasten zu setzen und diesen neben die große, vom Boden bis zum Balkon reichende Kletterhortensie zu stellen, die eh nicht mehr ordentlich blüht und im Herbst weggehauen werden soll (ich möchte da lieber Rosen und Clematis haben).
Ja, und jetzt trägt das alte langweilige Hortensiengestrüpp die schönsten himmelblauen Blüten! Jeden Tag blühen neue auf, seidenfein und flatterzart, strecken sich der Sonne entgegen und verwelken am Abend, während ebensoviele junge Knospen darauf warten, sich am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl zu öffnen. Als seien kleine blauweiße Stoffstückchen vom Himmel herabgesegelt und in dem dunkelgrünen Blattwerk hängengeblieben.
Inzwischen hat das himmlische Gewinde sich bis zum Balkon hinaufgewunden und schickt sich an, die Tomatenpflanzen, die inzwischen viele kleine grüne und rote Früchtchen tragen, mit blauen Farbtupfern zu verzieren. Ich bin mal gespannt, ob sie es bis zur Dachrinne schaffen...
Das gab's heute bei uns zum Sonn Montagskaffee: Fliederschaum mit Schlagsahne.
ECHT JETZT??
Aber nein! Sieht aber jedenfalls ziemlich lecker aus, finde ich.
Im Pfingstmontags-Gottesdienst wurden zwei Kinder getauft, und der Taufstein war u.a. mit vier Pfingstrosenblüten geschmückt, zwei weiß, zwei rosa. Passend zum Strauß auf dem Altar. Nach der Kirche hieß es: wer mag die Blumen mitnehmen? Die Pfarrerin fährt morgen in Urlaub, die Mesnerin hat selber noch massenhaft Pfingstrosen im Garten, und alle anderen waren schon gegangen. So kam ich unverhofft zu dieser Pracht. Was mich doppelt freut, weil meine Pfingstrosen immer schon lange vor Pfingsten blühen und sich inzwischen verabschiedet haben. Ist er nicht wunderbar, der dicke Strauß?
Eine schöne Pfingst(ferien?)woche euch allen!