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Freitag, 25. Januar 2019

Kleiner Gast, große Freude

Dafür, dass schon wieder mehr als eine Woche seit dem letzten Blogeintrag vergangen ist, gibt es diesmal immerhin einen guten Grund (außer einer Häufung von Arbeit mit Termindruck in der letzten Woche). Der gute, nein: der sehr gute und überaus goldige Grund in dieser Woche war... ratet mal:





Genau: Babybesuch! Für geübte Großeltern schon fast alltäglich, für mich in dieser Form (eine Woche am Stück) nun erstmals und mit einem halbjährigen Kind samt erkältungs- und schlafmangelbedingt erholungsbedürftiger Mama gleich recht intensiv - aber auch sehr, sehr schön! Die Erinnerungen an die eigene Zeit mit kleinen Kindern kamen hoch, und auch schon fast vergessene Fähigkeiten wurden rasch wieder zur Routine. Zum Beispiel der Umgang mit dem Tragetuch, das zum Glück noch in einer Schublade auf dem Dachboden lag und jetzt reaktiviert wurde.




Ha! - geht doch noch!!  :)  Und fühlt sich immer noch herrlich "richtig" an.

Dieser kleine Kerl war aber auch wirklich gut zu haben und an allem Neuen höchst interessiert (z.B. an der Kamera, die er viel spannender fand als das Spiegelbild). Nur eines mochte er nicht so sehr: abgelegt zu werden, wenn er munter war - aber welches Kind mag das schon, wo die Welt doch nur darauf wartet, mit allen Sinnen erforscht zu werden? Also trainierten wir Alten unsere Muskeln und schleppten die süße Last nach Herzenslust durchs Haus, mit gelegentlichen Pausen am Klavier (für erste FingerPatschhandübungen) oder im Bürodrehsessel (zum Karussellfahren). Und einmal trug ich ihn auch unter der Jacke festgebunden spazieren, was dann endgültig der "flashback" in längst vergangene Zeiten war: das Köpfchen, das sich erst eifrig hin- und herdrehte, um ja nichts zu verpassen, dann immer ruhiger und schwerer wurde und schließlich schlafend an meiner Brust lag - alle Muttergefühle wurden da wieder wach...  nur dass es jetzt eben Omagefühle sind. 
Nun sind Mutter und Kind wieder weg, und man kann wieder mit beiden Händen arbeiten. Aber es ist doch ganz erstaunlich, wie viel auch mit Kind auf der Hüfte und einhändig geht, mit etwas Übung und viiieel Zeit eben. :)  Und die Kniebeugen mit ein paar Extra-Kilos auf dem Arm, um runtergefallene Schnuller, Löffelchen und anderes Lutschmaterial aufzuheben, ersetzen locker mehrere Kilometer Fahrradfahren bergauf... (*ächz*).
Hach - ich fange schon an, es zu vermissen: diesen Babyduft, diese Babywärme, dieses fröhliche Gequietsche und Gebrumme... und sogar das gelegentliche "ganz kleine Kindergeschrei"**, das bei entsprechender Bespaßung auch ganz schnell wieder in strahlendes Lächeln und begeistertes Glucksen übergeht.
Aber nun genießen wir erst mal die Ruhe - und Arbeit ist auch genug liegengeblieben... :)


 **Zitat aus Ottilie Wildermuths "Schwäbische Pfarrhäuser", wo es in einer der herrlich witzig erzählten Geschichten (Das gastfreie Pfarrhaus) heißt: "Eine Besucherin kam in die Wochen, um dem kinderlosen Ehepaar auch den Genuss von ganz kleinem Kindergeschrei zu verschaffen..."  :)




Sonntag, 9. September 2018

Sonntagsfreude: Mann kann's!



...und zwar der junge Mann hier im Hause. Erst hat er Dinkelbrot gebacken, mit einer Backmischung, aber die war "Bio" und ohne besondere Zusätze, und da wird das Brot auch nicht irgendwie von selber gut, sondern nur, wenn man ausgiebig knetet. Und das tut er mit Muskelschmalz und Hingabe und richtig lange (nicht wie die Mama, die nach fünf Minuten schlappmacht...).
Und weil er noch nicht genug hatte, machte er kurzerhand Zwiebelkuchen zum Abendessen, nach einem Rezept aus dem Internet (mit Kochbüchern fängt diese Generation nicht so viel an, das wird schnell gegoogelt). Es war dann auch nicht der klassische schwäbische Zwiebelkuchen, sondern eher eine Art flache Pizza, aber zum ersten Federweißen der Saison schmeckte es ganz prima.
Ich finde es einfach total schön und genieße es immer sehr, wenn die Jungs Spaß daran haben, in der Küche zu experimentieren und ihre Eltern zu bekochen. Außerdem muss man sich dann keine Sorgen machen, dass sie sich später nur von Fastfood oder Fertiggerichten ernähren.
Eine Sonntagsfreude, die durch den Magen ging.

Samstag, 25. August 2018

Omaglück




In der Familie ist der neueste Nachwuchs angekommen, aktuell sieben Wochen  jung. Hach!!! Es ist immer wieder ein Wunder, dieses "Zwei plus Zwei = Drei" (und später dann vielleicht Vier, Fünf...). Auf einmal ist da statt eines Pärchens eine Familie, und wenn man sie sieht, ist es fast, als sei es schon immer so gewesen, so gut haben sie sich in die Mutter- und Vaterrolle schon eingefunden. Mit viel Ruhe lassen sie sich auf diese doch auch recht unruhige erste Zeit ein und ich finde, sie machen es ganz wunderbar.
Die Babydecke, die ich für das neue Erdenbürgerchen gestrickt habe, war sehr willkommen und ist dauernd in Gebrauch, das freut mich! Aber noch mehr freue ich mich an dem kleinen Kerlchen, für das ich ohne weiteres als "Drittoma" dazuadoptiert und mit entsprechender Selbstverständlichkeit zum Babyhüten eingeladen wurde. Ich war tatsächlich etwas aufgeregt ob der langen Zeit, in der ich kein so kleines Wurm mehr zu betreuen hatte - ob ich wohl noch allen Eventualitäten gewachsen wäre? Nun, es war ein sehr entspannter Vormittag, mit Schlafen, Herumtragen, Fläschengeben, "Bodenturnen" und ein bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) Babygeschrei. Und tatsächlich ohne volle Windel... aber auch das verlernt man nicht, denke ich. Und es war einfach unheimlich schön, mal wieder ausgiebig und hingebungsvoll an einem Babyköpfchen zu schnuppern, an Babyöhrchen zu knabbern und einem aufmerksam lauschenden Winzling Kinderverschen vorzusingen.
Omagefühle... ja, gerne weiter so! :)

Freitag, 15. Dezember 2017

fünfzehn


Enkelbesuch!
Ich hatte schon fast vergessen, wie es sich anfühlt, strumpfsockig auf Bauklötzchen zu treten.
Es fühlt sich... irgendwie SCHÖN an... (Nostalgiemodus aus).  ;-)

Freitag, 8. Dezember 2017

acht

 

Beim Anblick der dünnen Eisdecke auf unserem "Weiher" kam mir gestern spontan dieses bekannte alte Kindergedichtlein in den Sinn:


Vom Büblein auf dem Eis
 
Gefroren hat es heuer noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher und spricht so zu sich leis:
„Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen!"
 Wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket mit seinem Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket, und krach! schon bricht’s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schrei'n.

  „O helft, ich muß versinken in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muß ertrinken im tiefen, tiefen See!“
Wär nicht ein Mann gekommen,
Der sich ein Herz genommen,
 O weh!

Der packt es bei dem Schopfe und zieht es dann heraus:
Vom Fuße bis zum Kopfe wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat’s geklopfet
                                                     zu Haus.

                                                (Friedrich Güll)
 
Ja, liebe Leute, ich weiß, das Gedicht ist furchtbar altmodisch und moralisierend, mit erhobenem Zeigefinger belehrend und am Ende sogar ziemlich schwarzpädagogisch. Ein Meisterwerk deutscher Dichtkunst ist es auch nicht, wenn auch ganz originell. Ich mag es trotzdem, ebenso wie den guten alten Struwwelpeter und - natürlich auf ungleich gehobenerem Niveau - den unsterblichen "Max und Moritz". Letzteren musste man mir im Vorschulalter nach Auskunft meiner Mutter so oft vorlesen, dass ich ihn schließlich weitgehend auswendig konnte und letztlich wohl damit lesen gelernt habe... und, haha, diese Liebe hat sich wohl vererbt, denn als mein vierjähriger Erstgeborener von seinem kleinen Bruder einmal sehr geärgert worden war, ging er wütend auf ihn los und zitierte Witwe Bolte: "O du Spitz, du Undetüm! Aber wart, ich tomme ihm...!"
Ich habe bei meinen Kindern die Erfahrung gemacht, dass auch sie, Moral hin oder her, solche altmodischen Kindergedichte mögen, wenn man sie recht ausdrucksvoll vorträgt ("Wer weiß...??" - "O weh!!"). Sie mögen alte und neue Gedichte, ernste und lustige, rührende und Quatschgedichte - einfach weil sie Reime und Wortspiele, Rhythmus und Überraschungen lieben. Und vielleicht auch, weil sie merken, wieviel Spaß es Mama oder Papa (oder Oma und Opa) macht, immer mal wieder so ein Wortschätzchen mit ihnen zu teilen und sich gemeinsam daran zu erfreuen. 
Ich denke gerade, ich werde gelegentlich einmal ein paar meiner Lieblings-Kindergedichte hier versammeln, als Anregung für andere Gedichteliebhaber und damit ich sie selber nicht vergesse. 

 

P.S. Eben fiel mir noch ein "Eis-auf-dem-See"-Gedicht ein, eins von Christian Morgenstern, das überhaupt nicht pädagogisch daherkommt, sondern auf kindlicher "Augenhöhe" und wunderbar anschaulich ist und das ich noch viel schöner finde als das oben zitierte (hier: klick).

Montag, 17. April 2017

Vom Frühling zum Sommer...



...und das an einem einzigen Wochenende, kurz vor Ostern: Ich rede nicht vom Wetter, denn das ist sehr aprilmäßig und somit völlig normal (auch wenn man einen Osterspaziergang lieber im Sonnenschein machen würde). Nein, es war ein eher kulinarischer Jahreszeitenwechsel, der hier an zwei Tagen nacheinander zelebriert wurde!


Der mittlere Sohn samt Freundin war zu Besuch gekommen, was ja alleine schon eine Osterfreude ist. Die Freundin, deren Familie aus Vietnam kommt, hatte wieder einmal leckere selbstgemachte Frühlingsrollen von ihrer Mama mitgebracht - die macht davon immer so um die 200 Stück auf einmal. Die wurden am Donnerstagabend fritiert und verputzt (also, nicht zweihundert, "nur" zwanzig oder so...).    ;-)
Am nächsten Tag kündigten die beiden an, für uns Sommerrollen zu machen. Von solchen hatte ich bis dato noch nichts gewusst und war gespannt. Zunächst mal gab es ordentlich Arbeit: Gurke, Möhren, Schnittlauch und Paprika wurden geschnippelt, Garnelen und Schweinebauchstreifen geköchelt (Schweinefleisch, ja - nicht gerade sehr karfreitäglich, aber wie sagten schon die alten Mönche: "Festtag bricht Fasttag!"  :-)). 


 

Getrocknete Platten aus Reisnudeln wurden in heißem Wasser eingeweicht, bis sie elastisch - und ziemlich klebrig - waren. Und dann gab es da noch eine Packung mit etwas, das aussah wie runde, durchsichtige Plastikfolien...



Alle Zutaten kamen auf den Tisch, und dann ging es los. "Sommerrollen sind das asiatische Pendant zu Raclette oder Fondue - jeder macht sich seine eigenen am Tisch", erklärte die junge Fachfrau. Die "Plastikfolie" - sie besteht aus Tapiokamehl - wird durch heißes Wasser gezogen und bekommt dadurch eine gummiartige Konsistenz. Darin wird alles, was man mag, eingewickelt: zuunterst eine Reisplatte, darauf Gemüse, Kräuter, Fleisch, Fisch... (Die speziellen Teller sorgen dafür, dass das Ganze nicht anklebt).
 





Die fertige Sommerrolle wird - je nach Geschmack - in würzige oder scharfe Saucen getunkt und aus der Hand verspeist. Auch wenn sie fast zu schön zum Aufessen sind... aber man macht sich ja dann gleich eine zweite, und dritte, und so weiter - ich glaube, ich habe sechs oder sieben gegessen. Mindestens.


Jetzt interessiert mich nur eines: ob es wohl auch Herbst- und Winterrollen gibt? Ich hoffe doch sehr...(*sabber*!).   :-)

Sonntag, 22. Januar 2017

Sonntagsfreude



- Den Geburtstag des Eheliebsten am Wochenende feiern...
- Zwei von "unseren" und zwei von "seinen" (aber auch von mir sehr geliebten) 
  Kindern samt Anhang dabeizuhaben...
- Eine wunderbare Wetterkombination aus Eiseskälte, etwas Schnee und 
  strahlend blauem Himmel...
- Ein dick zugefrorener Gartenteich und fröhliche Zwillinge, die außer Rand und
  Band darauf herumtoben...
- Gutes Essen und lange Spieleabende...
- Das warme, gute Gefühl, ein Teil dieses lebendigen, wachsenden, sich in
  steter Veränderung befindlichen und doch so verlässlichen Familien-Netzwerks

  zu sein, für das ich dem Leben so unendlich dankbar bin (ich habe spät  
  geheiratet, es hätte auch ganz anders kommen können): meine 
  Sonntagsfreude für heute!

Habt eine gute Woche (schon wieder die letzte im Januar...)!


Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind :)

Verlinkt bei  Rita, die jetzt die Sonntagsfreuden sammelt.

Freitag, 17. Juni 2016

Enkelpower



Die beiden Enkeltöchter kommen zu Besuch und bringen fertig, was ich in den letzten Tagen nicht geschafft habe und, zumindest momentan, nicht für möglich gehalten hätte: die großväterlichen Lebensgeister soweit zu wecken, dass er Lust auf Mensch-ärgere-dich-nicht bekommt! Und sogar gewinnt!!
Danach war er ziemlich erschöpft, aber ich hoffe doch, dass es ihm gut genug getan hat, um es in Erinnerung zu behalten. Und sollte er es morgen doch vergessen haben (was gut möglich ist), habe ich ja noch dieses Beweisfoto...!  

Sonntag, 10. April 2016

Sonntagsfreuden: Zirkus!








Fast vorbei ist er schon, der Sonntag, aber über diese Freude konnte ich nicht früher berichten, denn es war eine Sonntagabendfreude - und was für eine!
Zur Zeit gastiert der Zirkus Roncalli in unserer Stadt. Da weder Mann noch Sohn große Zirkusfans sind, wäre ich wohl nicht alleine hingegangen (ich gehe gerne in den Zirkus, aber am liebsten mit Kindern dabei).
Nun arbeite ich seit einiger Zeit ehrenamtlich bei einer Gruppe des Freundeskreises Asyl mit. Wir betreuen an zwei Nachmittagen in der Woche Kinder aus irakischen Flüchtlingsfamilien und helfen ihnen bei den Hausaufgaben. Vor zwei Tagen rief mich eine Mitbetreuerin an und fragte, ob ich am Sonntag Abend Zeit hätte, mit in den Zirkus zu gehen. Sie hatte Freikarten für die ganze Gruppe bekommen und trommelte nun einige HelferInnen zusammen.
So marschierten wir also heute um fünf mit einer buntgemischten Gruppe aus fünfundzwanzig größeren und kleineren Kindern und ein paar Vätern los Richtung Zirkus, immerhin drei Kilometer quer durch die Stadt. Und es war für alle ein Riesenerlebnis, auch für uns Einheimische, denn keiner von uns war je im Roncalli gewesen. Es gibt vielleicht Zirkusse mit einer größeren Dichte an atemberaubenden Sensationen, gefährlichen Drahtseil- oder Trapezakten oder exotischen Tieren (von denen gab es hier dankenswerterweise gar keine). Aber ich kenne keinen mit so viel freundlicher Wärme, fantasievoller Inszenierung, mit so viel Humor und Poesie. Man durfte natürlich nicht fotografieren, darum beschreibe ich euch den allerersten Anfang des Programms: leise Musik, gedämpftes bläuliches Licht und wabernder Bühnennebel - und dann kommt im leichten Galopp ein wunderschöner Schimmel herein, ganz allein, ohne jedes Zaumzeug, und bewegt sich auf anmutigste Art frei durch die Manege. Es war traumhaft schön. Statt Elefanten und Tigern sah man Pferdedressur und eine muntere Hundetruppe. Und mein ganz persönlicher Lieblingsact war ein dünner, schüchterner, storchenbeiniger junger Mann mit strubbeligen Stehhaaren, der Blockflöte spielte und im Laufe der Zeit immer mehr davon aus seinen Hosentaschen zog und an Mund und Nasenlöchern ansetzte, bis er schließlich fünfstimmig Mozarts Kleine Nachtmusik spielte... unglaublich virtuos und dabei hinreißend komisch!
Ach, es war toll! Und danach sind wir dann wieder nach Hause gelaufen, und selbst die Kleinsten marschierten müde, aber glücklich, klaglos eine dreiviertel Stunde zurück.


"Können wir nicht morgen gleich noch mal in den Zirkus gehen?" (Suham, 14)

Verlinkt mit den Sonntagsfreuden auf Ritas Blog "Mit Herz und Hand"

Freitag, 15. Januar 2016

Geschenkt!

"Welcher Schenk-Typ sind Sie?" könnte einer dieser Persönlichkeits-Tests aus einer dieser Wartezimmerzeitschriften lauten. Tatsächlich, ich denke, es gibt wirklich bei vielen Menschen einen Hang zu einem ganz bestimmten Schenk-Stil. Schon bei Kindern kann man das feststellen, sobald sie aus dem Kindergartenalter raus sind und keine unter Anleitung angefertigten Basteleien mehr mit nach Hause bringen. 
Die einen haben die Nase voll vom Basteln oder sind zu selbstkritisch, um eigene Werke als schenkwürdig einzuschätzen. Wozu gibt es (Taschen-)Geld? Man geht in einen Laden und kauft was Feines, der Papa mag dies, die Mama das: fertig! Das ist der unkomplizierte Typ.
Ein anderer lehnt DIY ebenfalls ab, möchte aber auch nicht einfach nur "Gegenstände" kaufen. Aber was dann??? Er zermartert sich eine Zeitlang das Hirn, ist mit keiner Idee und keinem Vorschlag zufrieden und beschließt endlich, dass nichtgegenständliche Geschenke das Beste sind. Erleichtert lädt er einen ins Kino ein und hat damit ein Stück gemeinsames Erlebnis verschenkt: eine feine Sache!
Und dann ist da der Tüftler- und Handwerkertyp, der weiterhin Selbstgebasteltes verschenkt,  jetzt aber nach eigenen Entwürfen oder nach Anleitungen aus dem Internet. Bei entsprechender handwerklicher Begabung können da erstaunliche Dinge entstehen.
Ich habe in meinen großen Jungs alle drei Schenktypen beisammen. Wobei ich sagen muss, dass Typ 1 (was kaufen) in unserem Falle äußerst fantasievoll zu Werke geht und sich jedes Weihnachten etwas Lustiges dazu einfallen lässt. Er besorgt auf dem Weihnachtsmarkt oder im Weltladen ein Sortiment edler Leckereien (Mangoessig, Pralinen, feine Tees etc.) und denkt sich ein Spiel oder ein Quiz oder etwas Ähnliches aus. Wer punktet, darf sich ein Geschenk aussuchen. Das ist immer wie ein Extrageschenk für die ganze Familie, ein fröhlich-spielerisches Heiligabend-Highlight!
Die Kino-Einladung von Typ 2 galt der ganzen Familie (außer dem Vater, der diese Art Filme weniger schätzt, er bekam was anderes), und so kam ich in den Genuss der neuesten "Star Wars"-Episode in 3D, die ich mir alleine vielleicht nicht angeschaut hätte, die ich aber in Gesellschaft meiner drei jungen Männer in vollen Zügen genossen habe.
Typ drei schließlich kam am 22. nach Hause, verbrachte den folgenden Tag in Opas Werkstatt im Keller und überraschte uns an Heiligabend mit einem einzigen, großen und schön gearbeiteten Geschenk für die ganze Familie: einem Tisch-Boccia-Spiel, das noch am selben Abend eingeweiht wurde (funktioniert wie hier sehr gut mit Pokerchips) und uns allen viel Spaß machte.




Und weil ich nun schon dabei bin, zeige ich hier noch zwei Werke des geschickten Gelegenheitshandwerkers:


Zum Geburtstag bekam ich ein Küchenmesser, hergestellt aus einem alten Sägeblatt (auf dem unteren Bild gut zu erkennen) und einem Stückchen Holz aus Opas Vorräten. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass man Messer einfach so selber machen kann... Jedenfalls ist es mein absolutes Lieblingsmesser, nicht nur wegen des Produzenten, sondern auch weil es schmal und lang ist, wunderbar in der Hand liegt und schön scharf ist (da nicht rostfrei). Ideal zum Zwiebelschneiden. Ich hüte es wie meinen Augapfel und verstecke es meist ein bisschen, damit es nicht versehentlich von unaufmerksamen Familienmitgliedern nass liegengelassen oder gar in die Spülmaschine gesteckt wird... MEIN Messer!!
 

Ganz nebenbei entstand als kleine Zugabe noch ein schön geformter Brieföffner:
 

Was für ein Schenk-Typ ich selber bin? Hmmm - ich denke, von allem etwas... je nach Empfänger, verfügbarer Zeit und verfügbaren Ideen...    ;-)      Und ihr?

Sonntag, 26. Juli 2015

Adieu, kleiner Franzl...

Das Leben schreibt viele Geschichten, jeden Tag neue. Manche sind heiter, lustig oder einfach schön. Andere sind ernst oder wecken gar traurige Gefühle. Und manche sind wie eine Achterbahn. Da hat einer Glück im Unglück, großes Glück sogar - und am Ende gibt es dann doch kein happy end. 
Damit sich jetzt niemand zu sehr beunruhigt, sage ich es gleich: Diese Geschichte handelt nicht von einem Menschen, sondern von einem Vogel. Einem Star, genauer gesagt. 


Der jüngste Sohn, der eine Ausbildung als Tierarztassistent macht und eben sein erstes Lehrjahr hinter sich hat, brachte ihn am Freitag in einer Pappschachtel von der Arbeit mit nach Hause. Es war ein Starenkind, noch nicht ganz flügge, und es hieß Franzl. Eine Katze hatte es erwischt und ihren Leuten als lebendes "Geschenk" verehrt. Dabei muss sie erstaunlich vorsichtig gewesen sein, denn außer ein wenig Blut neben dem Flügel hatte das Vogeljunge keine sichtbaren Verletzungen. Der Katzenbesitzer brachte es sofort zur Tierärztin, und nach erfolgter Erstversorgung bekam es der Azubi übers Wochenende mit nach Hause und durfte versuchen, es aufzupäppeln.


Er war mit Eifer und Geschick bei der Sache und fütterte das Starenkind alle zwei Stunden mit Delikatessen wie Mehlwürmern, getrockneten Heimchen, Bananenbröckchen und Rosinen. Das größte Problem dabei war, dass das Vogeljunge nicht von selber den Schnabel aufsperren wollte. Dieser Reflex fehlte ihm völlig bzw. war ihm abhanden gekommen. Man musste also immer behutsam das Schnäbelchen öffnen, etwas Futter hineinstecken und dann dem Patienten gut zureden, damit er es auch brav hinunterschluckte. Gleichzeitig galt es, das zarte Geschöpf sanft, aber bestimmt festzuhalten, denn es strampelte immer wieder erstaunlich kräftig mit den Beinchen. Für mich war es etwas ganz Neues und Besonderes, meinem Buben bei einer solchen Arbeit zuzuschauen - es hat mich, ehrlich gesagt, sehr berührt und froh gemacht zu sehen, mit welchem Geschick und mit welcher Freude er das machte.





Dem Kleinen schien es auch ganz gut zu gehen, sein Tschilpen klang zunehmend kräftiger und er machte insgesamt einen recht gesunden Eindruck - nur den Schnabel wollte er auch am zweiten Tag nicht aufmachen.
Und als dann der junge Vogel-Pflegevater wieder einmal nach ihm schaute, lag er ganz still auf der Seite, gab keinen Laut mehr von sich und war auch nicht mehr auf die Beine zu bringen. Eine halbe Stunde später war er tot.


Kleiner Franzl, wir wissen, dass viele, viele Vogeljunge wie du ihre ersten Wochen nicht überleben. Die Natur ist so, und wir nehmen an, dass es so, wie es ist, wohl gut sein muss, auch wenn wir es nicht immer verstehen. Aber um dich haben wir getrauert, weil wir dich ein kleines bisschen kennenlernen durften und uns so sehr gefreut hätten, wenn du groß und stark geworden und in ein, zwei Wochen fröhlich in die Welt hinaus geflattert wärest.  Wir haben dich im Rosenbeet begraben und werden uns, wenn wir unsere Nasen in die Rosenblüten stecken, bestimmt immer wieder an dich erinnern.

Sonntag, 29. März 2015

Sonntagsfreuden: Wiedersehen


Meine Sonntags- und überhaupt große Freude ist heute die wohlbehaltene Rückkehr des Amerikareisenden nach drei Monaten großer Fahrt von West nach Ost und quer durch die Klimazonen. Wohlbehalten nicht nur im Sinne von "ohne Unfall" (der Atlantikflug war mir da weniger Grund zur Sorge als die Strecke von fast 13.000 km mit dem Auto), sondern auch im Blick darauf, dass er in der ganzen Zeit trotz des krassen Wechsels von tropischer Hitze und eisiger Kälte gesund geblieben ist und nicht mal einen Schnupfen hatte. 
Es wurde viel erzählt, gut "deutsch" gegessen ("...endlich wieder ein richtiges Brot, herrlich!") und am Abend auch gespielt. Dieses Spiel mögen nur drei von unserer Familie, und der Heimkehrer ist einer davon. Deshalb können wir es nur spielen, wenn er da ist. Ich mag dieses Spiel sehr gern, obwohl ich immer, wirklich immer verliere... umso motivierter bin ich, es beim nächstenmal aber endlich zu schaffen (was aber nie klappt). 
Tja, und jetzt dürft ihr raten, wer (fast) immer gewinnt...     :-) 


Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind :)
Verlinkt bei 60°Nord.

Donnerstag, 19. März 2015

Hoch hinaus

Ich mag Zimmerpflanzen. Sehr. Eigentlich.
Aber ich habe ein Problem mit dem Gießen. Oder vielmehr mir dem Drandenken. Dann steht mein Mann abends vom Sofa auf und sagt: "Diese Pflanze sieht soo traurig aus - wann hast du die zum letzten Mal gegossen?" Und während er die Gießkanne holt und die arme traurige Pflanze mit Wasser versorgt, stottere ich etwas von "...äähhhmm - war doch erst vor drei Tagen... oder so...". Tja, und deshalb haben bei mir schon immer nur solche Zimmergewächse überlebt, die es mit der Wasserversorgung nicht so genau nehmen und auch mal eine Woche Trockenheit überstehen.
Kakteen zum Beispiel.


  
Allerdings nur die kleineren Arten, denn große Kakteen sind mir einfach zu unhandlich. Einmal beim Staubsaugen nicht aufgepasst und nur kurz dran vorbeigestreift, und schon ist man für den Rest des Tages mit dem Rauspinzettieren feinster Stächelchen beschäftigt. Zum Glück wachsen sie ja langsam, so hat man lange kein Problem damit.

 
















Die meisten jedenfalls. Einer dieser Hungerkünstler hat es aber auch bei spärlichster Pflege, ungedüngt und in jahrelang der gleichen Erde geschafft, zu stattlicher Höhe heranzuwachsen. Dieser Riese hat eine besondere Geschichte: mein Jüngster, damals Drittklässler, brachte ihn einst als kleines Kaktusbaby aus der Schule mit. Seine Lehrerin, eine originelle und ideenreiche Frau, hatte auf dem Wertstoffhof im Grüngut-Container ein großes, weggeworfenes Exemplar dieser Pflanze gefunden, die Bruchstücke eingesammelt und eingetopft und sie dann ihren Schülern mitgebracht. Erst schmückten sie das Klassenzimmer, und am Ende des Schuljahres durfte jeder seinen kleinen Kaktus mit nach Hause nehmen.


Der Knabe ist nun siebzehn und mir längst über den Kopf gewachsen, aber der Kaktus war schneller: er hatte seit einiger Zeit die Zimmerdecke erreicht und begann sich Richtung Fenster zu bewegen. Nachdem ich dem Besitzer versprochen hatte, ganz vorsichtig zu sein, kam das grüne Hochgewächs also unters Messer. Nun hat es wieder dreißig Zentimeter Luft bis zur nächsten Schur.














Und wir jede Menge Ableger für neue Riesen... :-)