Montag, 29. April 2019

Letzte und Erste...




...nämlich die letzte Tulpe und die erste Rose des Jahres.

Von der Tulpe (meine schönste, von der ich nur zwei Exemplare im Garten habe) waren die Blütenblätter schon abgefallen, bevor ich ans Fotografieren dachte. Aber immer noch schön genug: weiß mit dunkelblauer Mitte und einem ganz feinen roten Rand.
Der Rosenbusch vor der Haustür wird bald in Blüte stehen - im April!! von wegen Rosenmonat Juni! - und musste schon beschnitten werden, weil er im Begriff war, mit seinen ausladenden Trieben den Weg ins Haus zu versperren... ein wahrer Kraftprotz, der unermüdlich bis in den Herbst hinein blüht und auch noch wunderbar duftet! Ich habe ihn vor drei Jahren gepflanzt, und angesichts meiner völligen Unerfahrenheit mit Rosen war es ein echter Glücksgriff.


Soweit meine kleine "Gartenschau" - heute genieße ich den bewölkten Himmel und die kühleren Temperaturen, und regnen darf es ruhig auch mal zwischendurch...

Samstag, 20. April 2019

Osterbunt




Osterbuntes von der am Mittwoch eröffneten Bundesgartenschau* (davon werdet ihr im Laufe der kommenden sechs Monate hier immer wieder etwas zu sehen bekommen) - und meine heute gefärbten Ostereier, die ich erstmals mit ganz schlichten Mitteln behandelt habe, mit überraschend gutem Erfolg.
Angeregt durch Ingrid (allerleisocken) habe ich Eier in Rote-Bete-Saft, Heidelbeersaft und Kurkumawasser gekocht, und ich finde die entstandenen sanften Farbtöne wunderschön. Ich habe die Eier zuerst mit Essig abgerieben (so geht auch der Stempel ab) und sie dann ins kalte Wasser gelegt und alles zusammen erhitzt. Danach waren mir die Farben aber noch zu schwach, weshalb ich die Eier im Farbwasser abkühlen ließ. Das ist dabei herausgekommen:



Die blaubeergefärbten Eier wirken uneingefettet wie aus Kreide oder Stein, sehr interessant. Eingeölt wird daraus ein dunkles Graulila, was neben den gelben Kurkumaeiern sehr hübsch aussieht. Der Rote-Bete-Saft ergab - wie bei Ingrid - ein milchschokoladiges Braun, was mir aber auch gut gefällt.





Frohe Ostern allen, die hier noch mitlesen - genießt die sommerliche Wärme, ein paar feine Schokoeier und was immer euch der Hase sonst noch bringen mag!  :)


*unbezahlte Werbung - für sowas Schönes mach ich gerne umsonst Reklame! ;)

Montag, 15. April 2019

Punkradieschen :)



Dieses haarige Kerlchen hatte ich heute abend auf meinem Teller - ganz schön scharfer Typ, nicht? 
Ich hab ihn nach seinem Friseur gefragt, aber er hat mich nur freundlich angegrinst...

Freitag, 12. April 2019

Was Grünes braucht der Mensch...

 ...in diesen frühjahrsmüden Zeiten.
Ich habe jedenfalls in den vergangenen Wochen meine mehr oder weniger starke, aber latent immer spürbare Schlappheit und Antriebslosigkeit andern gegenüber aufs Frühjahr geschoben - da fragt keiner groß weiter und jeder nickt verständnisvoll: "Ja ja, kenn ich auch...".
Weil ich gar so schwer in die Gänge komme in diesem Frühling, und weil es eigentlich den ganzen Winter über schon so war, denke ich aber doch, dass mein Körper (und  der ganze Rest...) gerade dabei sind, sich von so etwas wie einer leichten Winterdepression zu befreien. Früher lief ich ab März ständig in den Garten, um zu schauen, was schon aus der Erde spitzte, begann mit dem Vorziehen von Gemüsepflänzchen und schwelgte im Auswählen von Samentütchen. Dieses Jahr reizte mich das alles nicht besonders, mir fehlte einfach die Energie - und damit auch die Freude, die dazu gehört. (Ja, ich weiß, ich hab irgendwann im Februar mal was unter dem Titel "Vero-nikaa..." geschrieben - der Schwung ließ leider bald wieder nach...).
Schließlich konnte ich aber beim besten Willen nicht mehr übersehen, dass der Garten im Begriff ist, sich in einen Urwald zu verwandeln (jedenfalls der Teil, für den ich zuständig bin - mein Mann hat "seine" Beete schon wunderbar geharkt und mit Kompost versorgt). Also hockte ich gestern am Boden und jätete wie eine Wilde drauflos - und auch wenn mir das Kreuz wehtat, so war das doch die beste Medizin gegen den Winterblues und die Frühjahrsmüdigkeit. Vor allem, als ich sah, was es da schon alles an frischem Futter gibt - Grün, Grün und nochmal Grün, es sprießt aus allen Ecken:


 ...der Spinat, den ich im Herbst noch gesät hatte - fast völlig überwuchert von Jungfer im Grünen (die sich millionenfach selbst aussamt) und Scharbockskraut (das auch jedes Jahr versucht, den Garten zu übernehmen, aber nach einiger Zeit wieder von selbst verschwindet - bis zum nächsten Jahr),
 


...der Bärlauch, der sich in einer halbschattigen Unkrautecke richtig wohlfühlt,


 ...und nicht zuletzt die Brennesseln beim Kompost, die gerade zu Topform auflaufen und bald wieder meterhoch stehen werden.


So viel Grün (und da gibts ja noch viel mehr, Sauerampfer jede Menge, Löwenzahn und anderes UnWildkraut) - wenn das nicht genau das Richtige ist, um leere Energiespeicher aufzufüllen! Schon der Anblick tut gut, und mir fällt Hildegard von Bingens "Grünkraft" ein, über die ich vor fast genau drei Jahren hier einmal geschrieben habe. Anscheinend hatte ich das Grün damals schon sehr nötig... Wie konnte ich das vergessen? 
Also habe ich gleich aus dem Vollen geschöpft und grüne Natur"medizin" fabriziert - ich nenne es: 

GRÜNKRAFT-PESTO

Je eine gute Handvoll Spinat- und Brennesselblätter (immer die zwei, drei obersten Blätter samt den jungen Spitzen) und 8 - 10 Bärlauchblätter waschen und grob zerkleinern. Den Spinat in kochendem Wasser kurz zusammenfallen lassen. Alles zusammen mit einem Esslöffel Sonnenblumenkerne, geriebenem Parmesan, dem Saft einer halben Zitrone und reichlich Olivenöl im Mixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Mengenangaben sind ungenau, ich habe nach Gefühl solange rumgemacht, bis es die richtige Konsistenz hatte... aber das ist nicht allzu schwierig. Meines wurde durch etwas zu viele Sonnenblumenkerne recht fest, was den Vorteil hat, dass man es auch gut als Brotaufstrich nehmen kann. Für die Verwendung als Nudelsauce habe ich es mit Nudelkochwasser verdünnt.
Dieses grüne Zeug ist so gut, dass ich in Versuchung war, das ganze Glas einfach auszulöffeln. Noch leckerer wird es vermutlich, wenn man Basilikum dazunimmt. Das wird dann die nächste Portion...  :P



Freitag, 15. März 2019

Was wollt ihr? Klimaschutz! Wann wollt ihr's? Jetzt!




Das Wetter war nass und windig, die Stimmung aber richtig gut beim dritten "Friday for future" hier in Heilbronn. Ich hatte mir vorgenommen, diesmal mitzumarschieren - bei diesem Wetter kämen wohl nicht so viele Leute, dachte ich, da könnten die Schüler gut Verstärkung brauchen. Aber weit gefehlt - ein ordentlicher Demonstrationszug von (ich kann schlecht schätzen) sicher ein paar hundert wetterfesten Demonstranten hatte sich versammelt und zog mit Regenschirmen, Transparenten und vielen, vielen selbstgebastelten Pappschildern zwei Stunden lang durch die Stadt.



Und es waren keineswegs nur Schüler. Viele Menschen im Eltern- oder Großelternalter ließen es sich nicht nehmen, die Jungen zu unterstützen. Vielleicht ging es manchen so wie mir: Früher war man auch auf die Straße gegangen, gegen Nachrüstung und Atomraketen (hier waren Pershings stationiert) oder gegen die Kernkraft (das AKW Neckarwestheim ist nicht weit). Aber je älter man wurde, desto komplexer wurden die globalen Probleme und ein Gefühl des Nicht-mehr-Mitkommens beschlich einen manchmal. Wenn selbst die Politiker nicht mehr zum Wohle der Menschen handeln können, weil inzwischen nur noch das Geld regiert und tausend Sachzwänge stärker sind als Vernunft und Einsicht - was kann ich armes Würstchen da schon tun? Ja klar: möglichst oft das Auto stehen lassen, wenig oder kein Fleisch essen, Ökostrom beziehen, auf Flugreisen und Kreuzfahrten verzichten... es ist gut und richtig, bei sich selber anzufangen. Aber kümmert das "da oben" irgendwen? Man müsste mal so richtig laut... aber wie?
Und da stellt sich so ein kleines Mädchen mit langen Zöpfen ganz allein vor den schwedischen Reichstag, bewaffnet mit einem Pappschild, und streikt für ihre - und unser aller - Zukunft. Stellt sich ernsthaft und uneitel, ganz auf ihre Sache konzentriert, vor Politiker und Wirtschaftsexperten und redet Klartext. Und schafft es innerhalb von sechs Monaten, dass rund um den Globus junge Leute sich von ihrer Energie anstecken lassen. Schüler, die wir im Verdacht hatten, total unpolitisch, verwöhnt und nur an ihrem Smartphone interessiert zu sein. Die gehen jetzt auf die Straße und demonstrieren, als hätten sie nie was anderes gemacht:



"WIR SIND HIER, WIR SIND LAUT, WEIL IHR UNS DIE ZUKUNFT KLAUT!"


"LEUTE, LASST DAS GLOTZEN SEIN, REIHT EUCH IN DIE DEMO EIN!"  :)


"Macht ihr eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere!" (Aufschrift auf einem Schild).


Ich war beeindruckt und froh, das zu erleben. Auch wenn es natürlich einfach wäre, den jungen Aktivisten vorzuhalten, dass viele von ihnen selber durch ihren Lebensstil (in den sie ja hineingeboren wurden und für den die Generation ihrer Eltern und Großeltern mitverantwortlich ist) ihren Teil zu all den Problemen beitragen. Dass neue Handys, Billigklamotten, Coffee to go und Bestellungen bei amazon nicht besonders gut fürs Klima sind. Aber ich nehme an, dass zumindest einige von ihnen versuchen, bewusster mit diesen Dingen umzugehen, und ich finde, sie haben das Recht, von der Gesellschaft und der Politik zu verlangen, dass diese mit gutem Beispiel vorangehen und die Voraussetzungen für echte Veränderungen schaffen.  Deshalb hoffe ich, dass sie noch eine Weile weitermachen mit ihrem Protest - und dass die, denen er gilt, ihn auch ernst nehmen.

Freitag, 8. März 2019

Drei-Tage-Winter









Drei Tage Sonne, Wolken, stürmischer Wind, grauer und blauer Himmel und vor allem: viel Schnee!
Unten im Tal schon ziemlich nass und grau, oben am Berg aber noch herrlich glatt und weiß. 
Eine schöne Wanderung durch diese Schneelandschaft hat meine Sehnsucht nach richtigem Winter gestillt, jetzt kann es meinetwegen Frühling werden (allerdings momentan hier ein sehr regnerischer, aber darüber will ich gar nicht klagen, das ist mir lieber als die unnatürliche Trockenheit vor einem Jahr).



Dienstag, 26. Februar 2019

Verooo - nikaaa...



...der Lenz - ist er wirklich schon da? Die Vögel, die schon seit Wochen fröhlich jeden Februarmorgen mit Gesang begrüßen, scheinen dieser Ansicht zu sein. Meine Güte... nun ja, alle Jahre wieder wird es Frühling, wenn auch anscheinend jedesmal ein bisschen früher. Oder kommt mir das nur so vor? Ich war jedenfalls überrascht, als Ende Januar die ersten grünen Spitzen von den Hyazinthen aus dem Boden lugten, und jetzt, Ende Februar, geht es mit der Gartenarbeit los (die ersten Beete sind schon geharkt). 
Da dieser Winter hier der schneeloseste war, an den ich mich erinnern kann, mag es heuer noch ein bisschen zackiger gehen mit dem Lenz als sonst. Aber ein wenig unheimlich ist es mir doch, es fehlt mir einfach was und ich freue mich jetzt schon sehr auf ein paar Tage Urlaub in den Faschingsferien, wo man hoffentlich noch ein kleines bisschen richtigen Winter nachholen und Schneeluft schnuppern kann. 


Inzwischen schieben im Pflanzkasten auf dem Küchenbalkon Schnittlauch und Estragon ihre Triebe aus der Erde, und der Portulak, von dem ich im letzten Jahr einen Topf hier eingegraben hatte, breitet sich flächendeckend aus und wird schon blättchenweise dem Salat zugesetzt. 


Die Salatrauke, die Ende Oktober noch ausgekeimt war, überwinterte unbeschadet auf dem Balkon und legt jetzt los mit Wachsen. Ebenso der Spinat im Garten - durchsetzt mit massenhaft wuchernder Jungfer im Grünen, die vermutlich eher ungenießbar ist.



Der letzte im Herbst übriggebliebene mickrige Butterkohl hat sich den Winter über prächtig entwickelt und wird demnächst verspeist, ebenso die Mangoldblätter, die jedes Frühjahr aus den im Herbst stehengebliebenen Strünken neu austreiben. Frühlingsgemüse! Frühlingsgenüsse! :)



Ich merke, wie auch ich langsam wieder aufblühe... Ich hatte ja eigentlich noch nie ein Problem mit "Winterblues", im Gegenteil, ich mag den Winter - wenn es denn einer ist. Aber das ewige graue Schmuddelwetter hat mir diesesmal, glaube ich, doch irgendwie zugesetzt. Ich habe die häufige Müdigkeit, die Unlust zu allem, was nicht unbedingt sein musste (wie hier im Blog ja auch zu sehen) nicht aufs Wetter geschoben, aber ich merke, wie jetzt ganz allmählich eine gewisse Energie zurückkommt. Bewegung draußen, Fahrradfahren, ein bisschen in der Erde herumgraben... das tut gut und weckt die eingeschlafenen Lebensgeister. Und ich freu mich wie Bolle auf den Tag, an dem das Freibad aufmacht... ok, das ist noch eine Weile hin... aber hach, das wird schön!!! In der Zwischenzeit heilt hoffentlich die Sehne im linken Oberarm, die ich mir bei einem blöden Sturz (vermutlich) angerissen habe - übermorgen ist der MRT-Termin, dann wird man sehen. Aber ich bin ja immer zuversichtlich, was meine Selbstheilungskräfte angeht. Bis jetzt ist immer alles wieder gut geworden (toi toi toi).

Frühlingsgrüße von den "tanzenden" Tulpen, die jeden Tag wieder anders in der Vase stehen!  :)