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Montag, 23. Juli 2018

Aller guten Dinge...

...sind drei, heißt es. So viele Anläufe habe ich gebraucht, bis es endlich hingehauen hat mit dem Versuch eines Raglan-von-oben-Pullovers (bzw. dessen Anfang). Im Prinzip ist es ja das Einfachste von der Welt, und ich habe auch schon mehr als einen Pulli auf diese Art gestrickt (lang, lang ists her...). Diesen zum Beispiel:



 Aus einem Baumwoll-Bändchengarn von oben am Stück gestrickt und eigentlich der perfekte Pullover für kühle Abende und Übergangszeiten. Das einzig Unpraktische ist der weite Ausschnitt. Weil ich nach dem Anschlag an allen vier "Ecken" gleichmäßig mit den Raglan-Zunahmen angefangen habe, ist er hinten genau so tief wie vorne. Das sieht angezogen eigentlich ganz hübsch aus, aber wenn ich etwas nicht vertrage, ist es Kälte im Nacken... Für warme Tage ist das gute Stück zu dick, an kühlen Tagen ist es perfekt, aber nur mit Shirt drunter, was mir dann aber auch wieder schnell zu warm wird (ich bin ein fürchterlich wechselwarmes Wesen). Halstücher reichen hinten nicht bis runter. Folge: Obwohl er mir sehr gefällt, wird der Pulli eher selten getragen.


Es wird also Zeit für einen Nachfolger ohne diesen Geburtsfehler. Im Wühlkorb vor dem Wolleladen fiel mir ein schönes weiches Baumwoll-Seide-Garn ins Auge, von dem es nur noch sechs Knäuel gab. Ich mag Oberteile gerne etwas länger, und RVO ist die beste Möglichkeit, die begrenzte Garnmenge voll auszunutzen. Aber diesmal wollte ich den Ausschnitt mit verkürzten Reihen arbeiten, damit er hinten höher wird als vorne. Und obwohl mir das Prinzip klar war, und trotz einer tollen Anleitung (hier) musste ich zweimal ribbeln, denn ich wollte das Halsbündchen auch gleich mit- und nicht nachträglich anstricken. Und die Ärmel oben ein bisschen anschrägen. Einmal habe ich mich mit dem Abzählen vertan, einmal wurde alles viel zu weit, beim drittenmal hats funktioniert: Voilá - der Ausschnitt.
Ich bin stolz wie Bolle und hätte jetzt bitteschön gerne ein paar Tage nur zum Stricken - obwohl, das gibt es ja eigentlich nur, wenn man krank ist, und das wollen wir uns doch lieber nicht wünschen... bei dieser Hitze...

Sonntag, 1. Juli 2018

Sonntagsfreude: Habe fertig! :)





Die letzten beiden Wochen waren - nein, nicht wirklich schlimm, schlimm ist ganz anders, aber - irgendwie doch ein bisschen zum Vergessen. Die Erkältung, die ich mir Anfang Juni im ICE eingefangen hatte, zog sich runter auf die Bronchien, und da blieb sie trotz Intensiv-Dauerbeschuss mit diversen "Lösemitteln" zwei Wochen lang hocken und raubte mir Schlaf und Nerven. Fast am meisten ärgerte mich, dass ich mich nicht traute, meine geliebten abendlichen Schwimmrunden im Freibad zu drehen. Das Wasser ist zwar nicht besonders kalt dort, aber wenn jeder rasche Atemzug mit offenem Mund einen mittleren Hustenanfall zur Folge hat, hält sich der Schwimmspaß in Grenzen... 
Das ist nun meine erste Sonntagsfreude, dass ich damit über den Berg bin. Heute verkneife ich mir den Freibadbesuch noch (wegen des sonntäglichen Massenansturms bei diesem Wetter), aber morgen wird mich nichts mehr halten: Wasser, ich komme!

Die zweite "Habe-fertig"-Sonntagsfreude seht ihr auf den Fotos oben: eine Babydecke. Im Familienkreis hat sich wieder Nachwuchs angekündigt, und wir warten täglich auf die frohe Nachricht. Bis jetzt hat ja nur mein Mann Enkelkinder, und ich liebe sie allesamt, fühlte mich aber bisher nie als "Stief-Oma", sondern eher als eine Art von Tante. Aber da die betreffende Tochter als Jüngste oft bei uns zu Besuch war und wir ein sehr inniges Verhältnis haben, verspüre ich jetzt doch auch starke "Omagefühle"... hach, ich freu mich auf dieses Kind!
Die Wolle für die Decke (Lang Merino fine superwash, 500 g) ist herrlich soft und flauschig und glitt fast von selber durch die Finger und über die Nadeln. Allerdings habe ich, nachdem ich ein Stück weit gestrickt hatte, große Zweifel an meiner Farbwahl bekommen. Dieses sanfte Graubraun hatte mich im Laden sofort alle üblichen Babyfarben vergessen lassen, es sah so schön nach Wärme, Geborgenheit und Natur aus und erinnerte mich an das Buch von den "Wurzelkindern", das ich immer so mochte. Aber am gestrickten Stück wirkte die Farbe um einiges dunkler, und ich habe eine Zeitlang nur weitergestrickt, weil ich nicht wusste, was ich sonst mit der Wolle hätte anfangen sollen. Jetzt, wo sie fertig ist, gefällt mir die sanftbraune Decke aber wieder recht gut - ich denke, es muss ja nicht immer Blau oder Flieder oder Weiß sein (so schön das ist). 
Das Muster mit den lustigen "Windmühlen" (auf dem dritten Bild am besten zu erkennen) habe ich in einem Blog gefunden, weiß aber nicht mehr in welchem. Falls es jemanden interessiert, kann ich es gerne weiterreichen.


Ja, und fast fertig habe ich noch ein kleines Dreieckstüchlein aus Baumwollresten, angeschlagen auf dem Flug nach Zypern (um mich von meiner latenten Flugangst abzulenken), weitergestrickt im Reisebus, und dann beim Rückflug doch nicht ganz fertig geworden. Aber da ich jetzt schon mal im Schwung bin, werde ich das wohl auch noch schaffen... ;)

Samstag, 10. März 2018

Auf ein Neues

Nachdem mein letzter Anlauf zur Ufo-Bekämpfung schon lange her ist (ich schaue jetzt gar nicht nach, wie lange *zu peinlich*), scheint der gute Vorsatz jetzt allmählich in die Gänge zu kommen. Vielleicht auch deshalb, weil ich weniger Zeit am PC verbummle - der Augen wegen - und eher mal dem Ehemann bei einem Donna-Leon- oder sonstigen Krimi Gesellschaft leiste. Außerdem habe ich die vielen Hörbuch-CDs meiner Mama entdeckt. Sie konnte in ihren letzten Lebensjahren kaum mehr lesen und war darüber sehr traurig, die Hörbücher waren zumindest ein kleiner Ersatz. Ich bin noch kein ganz großer Fan des Vorgelesen-Bekommens, habe lieber ein Buch vor mir und mein eigenes Tempo beim Lesen... Aber mit einem Strickzeug in der Hand ist es ab und zu doch ganz nett.




Beim Durchsehen meiner Wollvorräte fiel mir ein fast fertig gestricktes Hausschuh-Experiment aus Filzwolle in die Hände, ich fand die Farben hässlich und warf das labberige Ding erst weg. Dann war ich aber doch neugierig, ob das mit dem Filzen und der richtigen Größe hinhauen würde, strickte die letzten Reihen fertig und steckte das Teil mit einer Ladung Handtücher in die Waschmaschine.  Heraus kam ein verschrumpeltes kleines Schläppchen, das sich aber mit einigem Kraftaufwand über den Fuß ziehen ließ. Nach dem Trocknen saß es perfekt wie eine Socke und ich war ganz erstaunt über die hübsche Ballerinaform. Zum Glück hatte ich mir Maschen- und Reihenzahlen vor dem Waschen notiert, so konnte ich den zweiten Schuh auch noch stricken.
Da mir die Hausschuhe jetzt allerdings nur barfuß passen (und auch da mangels Dehnbarkeit sehr eng sitzen), werden sie eher als Gästepantoffeln zum Einsatz kommen. Für mich selber muss ich die nassen Teile wohl einem kräftigeren Männerfuß überziehen. Hmm - ob wohl irgendwo ausgediente Schusterleisten zu bekommen wären? Das wäre perfekt, dann könnte man mit den Filzschuhen in Serie gehen!  :)


Ein weiteres ewiges UFO musste dran glauben: vor Jahren begonnen und von Ärmel zu Ärmel quer gestrickt, war irgendwann klar, dass der Pullover viel zu weit geraten würde. Ich mochte ihn damals nicht ribbeln, weil schon so viel Arbeit drinsteckte... das alte Problem. Unvollendet blieb er liegen, bis ich ihm jetzt kurzerhand den Garaus gemacht  und einen schlichten RVO angeschlagen habe. Die Zeit für Winterpullover wird bis zur Fertigstellung zwar vorbei sein, aber als Motivation für weitere Heldentaten im UFO-Bereich ist es wichtig, das jetzt zu beenden. Hough, ich habe gesprochen!  :)

Mittwoch, 8. Februar 2017

"Übrigens...

...mir ist da was Dummes passiert!" sprach der große Sohn und zog den Lieblingspullover aus dem Koffer. Den von der Mama vor Jahren gestrickten und seither im Winter ständig getragenen, trotzdem immer noch fast wie neu aussehenden: aus Merino extrafein in sanftem Anthrazit, null Pilling, schönes Maschenbild, die beste Qualität, die ich je verstrickt habe.


Ja, und was war nun passiert?
Er hatte sich nur kurz an einen Türrahmen angelehnt. Einen frisch gestrichenen. Dumm gelaufen. "Meinst du, das kriegt man wieder hin?"


Mir kamen fast die Tränen... Allerdings war ich recht zuversichtlich, dass die chemische Reinigung das schon hinbekommen würde - Chemie gegen Farbe, da gab es doch bestimmt irgendein Gegengift.
Dem war aber leider nicht so, zumindest nicht bei Farbe auf Wolle. Die Reinigungs-Angestellte erklärte mir, dass das nicht ohne "mechanische Bearbeitung", sprich Rubbeln und Scheuern, gehe. Und das geht nun eben bei Wolle gar nicht. Die geht dabei kaputt.
Da der Pulli so, wie er war, nicht mehr zu gebrauchen war, beschloss ich, damit herumzuexperimentieren. Ich löste zwei Packungen schwarze Stofffarbe (solche, die auch zum Wollefärben geeignet ist) in fünf Litern heißem Wasser auf und legte das gute Stück hinein. Da die Temperatur über mehrere Stunden gehalten werden musste und mein größter Kochtopf immer noch zu klein war, erinnerte ich mich an den alten, schwarzblau emaillierten Gänsebräter (hierzulande "Ganskachel" genannt) meiner Oma, der im Keller verstaubte. Auch der war mit Wolle und Farbbrühe randvoll und ich musste sehr vorsichtig umrühren. Am Ende der ganzen Prozedur war klar, dass sich Lackfarbe nicht einfach mit Stoffarbe übertönen lässt. Sie muss irgendwie aufgelöst werden.


Ich suchte im Netz und fand den Rat: Aceton. Also besorgte ich mir in der Apotheke ein Fläschchen des durchdringend duftenden Zeugs und machte mich tupfend und rubbelnd an die Arbeit. Die nur schwach betroffenen Stellen ließen sich erstaunlich leicht säubern. Wo aber dick weiße Farbe saß, war es mühsam und nicht wirklich erfolgreich. Da ich nichts zu verlieren hatte, probierte ich es mit einer neuen Technik: ich nahm richtig viel Aceton,  rubbelte und rauhte die nasse Oberfläche auf und begann dann mit einer Nagelschere ganz vorsichtig möglichst viel weiße Farbe mitsamt den feinen Wollfasern an der Oberfläche ganz flach abzuschneiden.





Es war ein elendes Gefummel, aber am Ende war vom Weiß - immerhin - nur noch ein heller Schatten übrig. Nicht wie neu, aber doch tragbar, wie der Filius befand ("...die Leute gucken mich ja mehr von vorne als von hinten an!").  :-)


Fazit: Qualität zahlt sich aus - ein weniger wertvolles Garn hätte diese Behandlung bestimmt nicht so gut verkraftet. Glück gehabt!

Donnerstag, 7. Januar 2016

Neujahrs-UFOs

Ob ihr nun daran glaubt oder nicht - für mich steht fest: es gibt sie! Und es sind viele. Überall stoße ich beim Aufräumen und Ausmisten auf sie: UFOs in allen Farben und Größen... Nein, ich zeige hier keine Beweisfotos, das wäre mir doch zu peinlich. Ihr wusstet natürlich schon beim Lesen der Überschrift, dass es sich bei meinen UFO-Sichtungen nicht um fliegende Untertassen mit außerirdischer Besatzung handelt, sondern um Unfertiges, Liegengebliebenes aus gut zwei Jahrh Jahrzehnten.
Ich bin ja sehr vorsichtig mit guten Vorsätzen für das neue Jahr, aber diesen einen habe ich doch gefasst: Die UFOs müssen weg! Und ich habe sogar große Lust auf dieses Vorhaben. Damit ich es dann aber nicht doch wieder aufschiebe und hinauszögere (weil es ja immer Wichtigeres gibt), mache ich hiermit meinen Vorsatz öffentlich. Er lautet:

JEDEN MONAT EIN UFO WENIGER! 

Falls es keine zwölf UFOs sein sollten (ich habe sie nicht gezählt, aber es müsste etwa hinkommen), wird was Neues angefangen gemacht, möglichst als FO ohne U.
So. Los geht's:

Da wäre als erstes die lange, dicke blaue Jacke, die ich vor mehr als einem Jahr in der Reha angefangen, dann lange liegengelassen und schließlich Ende Mai fertiggestrickt habe. Da war sie natürlich wärmebedingt nicht mehr tragbar - aber ihre Zeit kam in diesem Winter, der keiner ist: bis jetzt ersetzt sie mir an trockenen, windstillen Tagen eine Winterjacke. Herrlich, da sehr bequem!

(Das ist jetzt zwar ein bisschen geschummelt, denn die dicke blaue Jacke ist schon im alten Jahr fertig geworden, aber in Anbetracht der Tatsache, dass auch sie eine lange Zeit als UFO hinter sich hatte, soll sie hier den Anfang machen - und mir nebenbei Zeit für weitere UFO-Angriffe verschaffen...)    
;-)



Bei dieser Jacke habe ich etwas gemacht, was ich schon lange mal ausprobieren wollte, nämlich die Ärmel von oben her einzustricken, und zwar nicht einfach gerade, sondern mit einer Armkugel. Natürlich ohne Anleitung, weil ich so furchtbar ungern Maschenproben umrechne und Maschen oder Reihen abzähle. Das Prinzip ist einfach: nachdem die Schulternähte geschlossen sind, strickt man mittig aus den Randmaschen des Armlochs ein paar Maschen heraus, strickt dann hin und her und nimmt am Ende jeder Hin- und Rückreihe weitere Maschen auf - je nach Kurvenverlauf eine oder zwei. Die Kugel ergibt sich dabei von ganz alleine. Oder jedenfalls fast von alleine - meine Methode des nach Augenmaß und Bauchgefühl Strickens brachte einiges Geribbel mit sich (ich weiß auch nicht, warum ich lieber viel Zeit mit Herumprobieren à la "try and error" verbringe als eine Viertelstunde mit ordentlichem Messen und Rechnen, aber so macht es mir definitiv mehr Spaß). Am Ende hat es jedenfalls gepasst und ich hab mich gefreut, dass es so gut hingehauen hat.
Im übrigen habe ich die Jacke genau an einem schmal geschnittenen Regenmantel entlang und die Knopfleiste gleich mit dran gestrickt. Das Garn ist halb Wolle, halb Polyirgendwas, schön flauschig und formstabil, und war ein Restposten-Schnäppchen aus meinem Lieblings-Wolleladen - die ganze Jacke hat mich rund fünfzig Euro gekostet. Verstrickt mit 6er-Nadeln, hätte sie (ohne meine fatale Neigung, Sachen kurz vor dem Abschluss in den Wartestand zu versetzen) wirklich etwas früher fertig werden können...


Hier noch ein lustiges Bild vom getragenen Teil, geknipst bei einem ökumenischen Gottesdienst in der syrisch-orthodoxen Kirche, als drei Frauen (plus ein Pfarrer im Hintergrund) die größten Schwierigkeiten hatten, das Weltgebetstags-Logo richtig herum zusammenzusetzen...   

                                      (...und ja, wir haben es schließlich geschafft!)   :-)
                            




Freitag, 6. März 2015

anstatt...*



Eigentlich sollte der nächste Eintrag hier ja mein neuestes Strickstück zeigen - seit langem mal wieder ein größeres: eine dicke, warme, etwas längere Jacke für draußen, aber wie es so ist: je näher ich der Vollendung komme, desto langsamer geht es vorwärts... man denkt immer: nur noch die Ärmel - aber gerade die scheinen dann endlos breit und lang zu sein.










Anstatt Jacke führe ich euch also erstmal ein paar Kleinigkeiten vor, die während meiner Reha-Wochen entstanden sind. Ich habe da einiges für unseren Gemeindebasar gestrickt, Schals und Kindermützen, was mir viel Spaß gemacht hat. Das meiste habe ich leider nicht fotografiert, aber von diesen beiden einfachen Turbo-Schnellstrick-Loops (dicke Wolle, 8er-Nadeln und in jeder zweiten Hinreihe doppelt rumgewickelte Maschen) gibt's Bilder:

       
          

Und von diesem, eigentlich auch äußerst simpel gestrickten, Teil ebenfalls: 


Und falls jetzt jemand denkt, ich hätte einen Knopf vergessen oder ein Knopfloch zuviel gemacht: dem ist nicht so! Die Idee war eigentlich, den Loop mit Knöpfen zu versehen, damit man ihn einfach oder, verdreht zugeknöpft, auch als Möbius tragen könnte. Aber nachdem der zweite Knopf angenäht war, packte mich die Neugier, was man wohl damit anfangen und auf wie viele verschiedene Arten man so ein Teil tragen kann. Ich kam auf fünf, die beiden einfachsten Möglichkeiten nicht mitgezählt:
 
 












                                                                                            








Wie man sieht, ist ein dritter Knopf hier vollkommen überflüssig und würde nur stören!   :-)


Zum Schluss noch ein etwas merkwürdiges Exemplar, auf merkwürdige Weise aus sehr merkwürdigem Garn entstanden. Ich hatte nämlich irgendwann einmal zwei Knäueln eines glitzrigen bunten Materials nicht widerstehen können, von dem mir die Wollladenverkäuferin versicherte, man könne dies wirklich stricken, mit ganz dicken Nadeln, und es sich schmückend um den Hals hängen.


Mir fiel spontan eine Freundin ein, die gerne pfiffigen Modeschmuck trägt, und so suchte ich meine dicksten Besenstiele Nadeln heraus und strickte eine ellenlange Kreuzung zwischen schmalem Schal und Halskette aus dem Glitzerzeug, was ein ziemliches Gewürge war, aber am Ende recht originell aussah (und ihr zum Glück auch gefiel). Von diesem Projekt hatte ich noch ein Probeläppchen herumliegen, auch übriges Garn, und so probierte ich eine Weile herum. Heraus kam eine Art gestricktes Collier...


                                 ...das ich selber, offen gesagt, nicht tragen würde, aber da es nun schon da war, wanderte es auch in die Basar-Schachtel und hat anscheinend irgendjemandem gut genug gefallen, um gekauft zu werden.

P.S.Tragen würde ich es nicht, aber als Headerfoto macht es sich recht schmuck, finde ich...   ;-)

P.S.2 *Posttitel geklaut inspiriert durch ein wunderbares anstatt völlig anderer Art, heute bei Stefanie Rabenschlag: ein traumhaftes Bild!

Donnerstag, 19. Februar 2015

Der Si - Sa - Socken - Strick - Post :-)

Ich glaube, ich habe noch nie, seit ich mir dieses Plätzchen im Bloggerland eingerichtet habe, auch nur ein Paar selbstgestrickte Socken gezeigt... das muss anders werden! Nicht, dass ich nun vor hätte, euch mit jedem neuen Exemplar stolz vor der Nase herumzuwedeln - das würde mir sicher schnell langweilig werden. Aber ich möchte wirklich dem Thema Handarbeit und Selbermachen einen größeren Platz als bisher einräumen (schon um die Motivation zum Umsetzen meiner diesbezüglichen guten Vorsätze zu erhöhen...*räusper*..).


Und damit alles seine Ordnung hat, fängt dieser Si - Sa - Sockenpost da an, wo das Sockenstricken für mich überhaupt angefangen hat, in der Grundschule nämlich. Im Handarbeitsunterricht. Und dieses Stricksocken-Urerlebnis war alles andere als eine Erfolgsstory...


Wenn ich an meine Anfänge mit dem Stricken zurückdenke, dann finde ich es doch ein bisschen erstaunlich, dass ich heute so gerne stricke und nie ganz ohne Strickzeug sein mag. Möglicherweise habe ich die ersten Maschen von meiner Oma gelernt (beim Nähen weiß ich es, aber an Strickunterricht bei ihr kann ich mich nicht erinnern). Das würde erklären, warum der Handarbeitsunterricht in der Schule mir den Spaß daran doch nicht gänzlich austreiben konnte. Der war nämlich, zumindest in der Grundschule, eher traumatisch als traumhaft. Wir hatten eine ziemlich boshafte Handarbeitslehrerin, die Witze auf Kosten einzelner Kinder machte (was ich noch halbwegs ertrug, ich konnte nämlich auch selber frech sein) und welcher Fehlerlosigkeit wichtiger war, als Freude am Selbermachen zu wecken.


Ein bisschen Pech war auch dabei: das erste selbstgestrickte Stück, eine grüne Bommelmütze, habe ich kleine Schlamperin leider bald verloren (dafür konnte die Lehrerin nichts). Aber dann standen Socken auf dem Lehrplan, und da habe ich wohl beim Bündchen ein paar heruntergerutschte Maschen verkehrtherum aufgefasst. Jedenfalls wurden die Nadeln mir nichts, dir nichts herausgezogen und etliche Reihen aufgeribbelt mit der Begründung, da seien verdrehte Maschen drin gewesen und ich solle bis zur nächsten Stunde die Maschen richtig aufnehmen und wieder hochstricken.


Ich war so wütend, dass ich beim Nachhausekommen das  lädierte Teil samt Nadeln hinschmiss und verkündete, dass ich nie wieder eine Masche stricken werde und dass mir eine Sechs in Handarbeit ganz egal sei. Meine Mutter hatte Verständnis für meine Empörung, fand aber Totalverweigerung doch nicht so gut und bot mir an, wenigstens das Wiederauffassen der aufgezogenen Maschen für mich zu machen. Das war wirklich selbstlos von ihr, hatte sie doch zwar Grundkenntnisse, aber so gut wie keine Strickpraxis. Die Sache hat ihr dann aber wohl doch Spaß gemacht, denn bis zur nächsten Handarbeitsstunde hatte sie nicht nur die Maschen aufgenommen, sondern das ganze Bündchen, so gut sie konnte, fertiggestrickt! 


Dieses fertige Sockenbündchen  wurde nun von der Lehrerin inspiziert, und was mussten meine armen Ohren hören? "Du hast ja wieder so viele Maschen verdreht aufgefasst! Das ist ja schlimmer als zuvor!" Und ritsch-ratsch, Nadeln raus und all das in abendlicher Arbeit von meiner Mama Gestrickte aufgeribbelt!
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Den Rest der Sockenaffäre habe ich vergessen, verdrängt wohl eher. Fertig wurden sie jedenfalls nie, denn jetzt war es auch meiner Mutter zu dumm. Und ich habe lange Zeit, auch als ich schon mit Vergnügen Jacken und Pullover nadelte, nicht wieder versucht, Socken zu stricken. Meine Mutter allerdings ließ es sich von meiner Schwester beibringen und hat uns immer wieder mit Selbstgestrickten beschenkt. Erst als sie vor ein paar Jahren aufgrund von Altersschwäche das Sockenstricken aufgeben musste, habe ich mich aufgerafft, das alte "Sockenstricktrauma" zu besiegen. Mit den schönen selbstmusternden Garnen war es ja auch viel unterhaltsamer als früher. Und seither sind doch etliche Paare entstanden, von denen die hier abgebildeten nur einen Teil darstellen - andere wurden verschenkt, an Vater, Mann und Söhne (ja, so ab und an schätzen sie inzwischen doch solch ein mit Liebe gestricktes Fußwärmerli von der Mama...).



Ganz links mein erstes Exemplar, noch mit kleineren Fehlern (ätsch, all ihr doofen Handarbeitslehrerinnen!!), ganz rechts ein Strickauftrag vom damals 14jährigen Sohn, der sich in einer Reggae-Phase befand, Gute-Laune-Musik von Bob Marley liebte und sich passend dazu "Jamaika-Socken" wünschte...  und er trägt sie tatsächlich immer noch, wenn auch mehr so "im Haus herum".   ;-)



...und hier das jüngste Paar, inzwischen fertig und an das Februar-Geburtstagskind verschenkt (die Wolle hat er sich selber ausgesucht! ...dieses Kind trug zwischen seinem zwölften und sechzehnten Lebensjahr fast ausschließlich Schwarz; jetzt darf es also etwas bunter sein, zumindest an den Füßen..).

So, das waren die Si-Sa-Socken. Mal sehen, was als nächstes drankommt - vielleicht die I-A-Ufos...?   :-)  Auf jeden Fall habe ich große Li-La-Lust bekommen, diesen Bli-Bla-Blog ein Stückchen kreativer und bunter werden zu lassen. In diesem Sinne: Bis auf weiteres!

Dienstag, 19. März 2013

Doppelohrenwärmer

Gegen Kälte hilft bekanntlich nichts so gut wie eine Tasse heißer Tee und etwas Wollenes zum Einmummeln. Da geht es Hunden nicht anders als Menschen...
Ich gehöre allerdings leider zu den Menschen, die sich mit einer Mütze auf dem Kopf nicht mehr gut im Spiegel anschauen können. Weil sie finden, dass sie bemützt doof aussehen. Und die sich deshalb fast immer lieber die Ohren abfrieren als etwas Wollenes drüberzuziehen. Nur wenn ein gar zu eisiger Wind über die Felder pfeift, gibt auch die standhafteste Mützenverweigerin ihren Widerstand auf und bedeckt schicksalsergeben ihr Haupt, wickelt sich bis zur Nase in einen dicken Schal (damit man vom Gesicht nicht mehr viel sieht), nimmt den Hund an die Leine und bietet heroisch und uneitel dem Wetter die Stirn.

 Dabei finde ich Wollmützen eigentlich so schön! An anderen Leuten... nur eben nicht an mir. Ich habe ein langes und schmales Gesicht, und wenn die Haare dann noch unter einer eng anliegenden Mütze verschwinden, gucke ich wie ein Pferd. Finde ich :-).

ABER - HURRA - ich habe nun endlich meine Mütze gefunden! Eine wunderbare, kuschelweiche, dicke und warme Mütze, die mir auch noch gefällt, wenn ich am Spiegel vorbeilaufe. Hier links könnt ihr sie sehen...





...und hier rechts auch!
Es sind nämlich eigentlich zwei, und ich habe die Idee dazu aus Boras Blog "kirschkernzeit" (von hier).

(DANKE VIELMALS, LIEBE BORA!)

Ich hatte zwei Knäuel Wolle von der gleichen Art, aber in verschiedenen Farbverläufen ("cinque" von lana grossa).
Wie bei Bora gelernt strickte ich erst eine Mütze, fasste dann die untere Bündchenreihe auf und strickte eine zweite Mütze direkt an die erste dran.



Das sah dann so aus:



Nun kann man die eine in die andere Hälfte hineinstülpen - oder umgekehrt - und hat also eine Wendemütze, die schön voluminös und weich ums Gesicht liegt und die so dick ist, dass sie auch dem stärksten Frostwind standhält.


Weil sie mir so gut gefällt, setze ich sie zur Zeit immer auf (auch wenn es nicht unbedingt nötig wäre) und fange dann drunter an zu schwitzen... aber egal! Wenn schon Mütze, dann richtig!!



Sonntag, 30. Dezember 2012

Sonntagsfreuden

Tatsächlich - da ist wieder einmal ein "echter" Sonntag zwischen all den Feiertagen! Da muss ich doch schnell noch eine Sonntagsfreude mitteilen, auch wenn es eigentlich eine Heiligabendfreude war (aber es freut mich immer noch):


Der Schalkragenpulli, den sich mein großer Sohn schon im Frühjahr (!) gewünscht und den ich auch sofort begonnen hatte (voller Freude, denn von Mama Selbstgestricktes wurde in den Teenagerjahren  als eher uncool betrachtet) - er ist eeendlich fertig geworden... wobei, das Fertigwerden war nicht das Problem, sondern die Passform. Weil es nämlich ausdrücklich ein "auf Figur" getrimmter Pulli sein sollte und ich bisher nur locker sitzende Teile mit gerade eingesetzten Ärmeln oder Raglan von oben gestrickt hatte. Natürlich weiß ich, wie eine Armkugel aussieht, aber die ersten beiden Versuche schlugen leider Falten und mussten wieder aufgeribbelt werden...



Dann kam der Sommer und es war sowieso viel zu heiß, um Wolle zu verstricken.
Und dann war der Sohn beim Studieren und ich hatte kein Modell mit denselben Maßen zum Anprobieren. Weshalb das halbfertige Teil längere Zeit einfach liegen blieb, von Zeit zu Zeit hervorgeholt, zweifelnd betrachtet und seufzend in den Schrank zurückgelegt wurde.
Irgendwann wurden dann die Nachfragen dringlicher ("Krieg ich eigentlich meinen Pulli bis zu meinem Geburtstag / bis zum Winter / bis Weihnachten???") und mein Gewissen immer schlechter, und ich ging googelnderweise auf die Suche nach einer brauchbaren Anleitung. Gerettet hat mich (bzw. den Pullover) dann das geniale Armkugelrezept von Martina / Tichiro, die in ihrem Blog einige sehr nützliche Anleitungen vorrätig hat. Das Ausrechnen der erforderlichen Maschen- und Reihenzahlen hat mich zwar trotzdem noch einige Schweißtropfen gekostet, und ich musste nicht nur die Ärmel, sondern auch die oberen Hälften vom Vorder- und Rückenteil nochmal auftrennen und den Armausschnitt verbessern - aber mit Hilfe eines Taschenrechners und vieler Tassen Tee habe ich es schließlich geschafft. Puuhhh!!!  


Als dann der junge Mann am Weihnachtsabend das langersehnte Stück auspackte und anprobierte , war ich richtig aufgeregt ("...wenn es jetzt immer noch nicht passt, stopf ich's in den Kleidersack!!"), aber man höre und staune, sein Kommentar lautete: "Ich glaube, ich hatte noch nie einen so gut sitzenden Pullover!"

Und ich weiß jetzt endlich, wie man ordentliche Ärmel strickt - DANKE, MARTINA!


(Sonntagsfreuden ist eine Idee von maria. Die obige Sonntagsfreude ist ziemlich lang geraten und stellt daher eher die Kreuzung einer normalen Sonntagsfreude mit einem vor lauter Erleichterung etwas überschwenglichen Strickpost dar...).