Mittwoch, 18. Januar 2017

Die Ersten und die Letzten







Sie sind schon wieder fast verblüht, die ersten Tulpen des Jahres, die der Herr des Hauses vom Einkaufen mitgebracht hat. Mit Blumensträußen geht es mir allerdings ähnlich wie mit den letzten Überbleibseln von Weihnachten: Ich kann mich nur schwer von ihnen trennen, auch wenn es Zeit dafür wäre. Unser kleines, feines, von den Söhnen im altvertrauten JugendKinderstil geschmücktes Bäumchen sieht immer noch so hübsch aus und nadelt kein bisschen. Und es handelt sich nicht etwa um eine weithergebrachte Nordmanntanne, sondern um ein heimisches Gewächs aus den Löwensteiner Bergen. Ich habe beschlossen, dieses Jahr der katholischen Tradition zu folgen: Bis Lichtmess darf er bleiben!
Ja, und die Tulpen dürfen auch stehenbleiben, bis sie die Blätter fallen lassen. Weil sie, nachdem sie frisch so adrett und zugeknöpft nebeneinander in der Vase standen, im Verblühen plötzlich so etwas Wildes, Unbekümmertes an sich haben. Wie ein paar in die Jahre gekommene Mädels, die es nochmal wissen wollen und beim Faschingsball ihrer Lebensfreude freien Lauf lassen... uns doch egal, was die anderen denken!   :-)
Ich find sie einfach schön!

Montag, 9. Januar 2017

"Magische Mottos" im Januar: Abstraktion

Heute bei Beate  (Momente...) entdeckt und gleich darauf angesprungen: Ein Fotoprojekt von paleica ("...leica", das klingt schon gleich nach Fotografie  :-)) mit dem Titel "Magische Mottos". 
Es war weniger dieser Titel, der mich elektrisiert hat - so geheimnisvoll-vielversprechend er auch ist -, sondern vor allem das Motto für den Januar, nämlich: Abstraktion.
Um so etwas wie abstrakte Bilder mit den Mitteln der Fotografie zu gestalten, gibt es vielerlei Wege. Man kann mit Licht "malen", wie es paleica getan hat. Man kann wie Beate durch Bewegung oder lange Belichtungszeiten unscharfe, verwischte Effekte erzielen oder auch den Bildausschnitt so wählen, dass das Motiv ganz aus dem Zusammenhang gerissen wird, und so ein Motiv verfremden. Denselben Effekt bekommt man natürlich auch durch nachträgliche Ausschnittvergrößerung. Und nicht zuletzt kann man durch die Bildbearbeitung mit Filtern grafische Wirkungen erzielen, die mehr an ein abstraktes Muster als an ein gegenständliches Motiv denken lassen.
Ich finde das alles sehr spannend und musste sofort an einige Bilder von der Islandreise im September denken (von der ich ja immer noch nicht zu Ende berichtet habe *Schande über mein Haupt*). An einem Flüsschen mit wunderbar feinsandigen Ufern haben mich die scharfen, gezackten Abbruchkanten des Sandes fasziniert, die von ganz nahe fotografiert fast wie eine Steilküste wirkten. Vom Wind gekräuseltes Wasser glitzerte auf dunklem Sand, der an manchen Stellen zusammen mit helleren Schichten hübsche Streifen und Zickzackborten bildete.
Hier also meine "abstrakte" Fotoauswahl vom Flussufer:






 Fotografiert habe ich hier, am Ufer des Jökulsa a fjöllum:


Wasser, Sand, Steine, Sonne und Wind (und wenns geht eine Kamera): manchmal brauche ich nicht mehr, um vollkommen glücklich die Zeit zu vergessen...  :-)

Verlinkt bei "paleica".      

Sonntag, 1. Januar 2017

Sonntagsfreude: Tag 1



Der erste Tag eines neuen Jahres ist - ja, eigentlich gar nichts Besonderes. Die Zeit läuft natürlicherweise auch ungezählt immer weiter, ein Tag folgt dem andern, eine Jahreszeit der anderen, alles geht sachte ineinander über, es gibt keine scharfen Trennungen, keine sekundengenauen Wechsel. Auf so etwas wie Silvester und Neujahr - gar noch mit einer Schaltsekunde dazwischen - können nur wir Menschen kommen. Erste und letzte Tage, "alte" und "neue" Jahre und die Illusion, an einem festgelegten Tag beginne etwas ganz Neues - das sind, jedenfalls in dieser Präzision, menschliche Erfindungen, wenn auch aus der Beobachtung der Natur entstanden. 
Aber in diesem Falle bin ich ganz einverstanden mit solcher "künstlichen" Zeiteinteilung. Ich mag Neujahr, ich mag dieses Gefühl eines neuen Anfangs, eines "unverbrauchten", noch nicht "angeknabberten" Stücks Lebenszeit. Es weckt bei mir die Vorstellung von einem frischgebackenen Laib Brot, von dem man bedächtig und dankbar die erste Scheibe abschneidet und verspeist und sich dabei auf all die weiteren, die man nach und nach genießen wird, freut.
Ja, jede Scheibe Brot, jeden Tag so bewusst wie möglich zu erleben, das ist sicher ein guter Vorsatz, auch wenn es nicht immer gelingen mag.
 

Deshalb habe ich mir die schöne Idee von Pünktchen zu eigen gemacht und für das vor uns liegende Jahr ein Marmeladenglas zum "Glücksmomente-Sammler" befördert. Der erste Zettel liegt schon drin und wird mich am Ende des Jahres an den schönen Spaziergang erinnern, den ich heute nachmittag ganz alleine mit dem Hund unternommen habe. Während unten das Neckartal im grauen Nebel lag, schien oben auf der Höhe die Sonne vom blauen Himmel, brachte den dicken Rauhreif auf Bäumen, Sträuchern und Zäunen zum Glitzern und den ersten Tag des Jahres ganz wintermärchenhaft zum Leuchten.



 Das letztjährige dürre Gras hatte sich in eine Spitzenstola gehüllt...


 ...das Sternmoos sich mit Eiskristallsternchen geschmückt...



...und je wilder das Waldrebengeschlinge, desto prächtiger war die Wirkung!




Und auch all die menschengemachten Dinge bekamen durch den Frost einen ganz besonderen Charme.






  
Gefühlt hat der Winter ja eben erst angefangen, aber solche Eisblumenblätter tragen für mich auch schon einen Funken Frühlingsahnung in sich - sie schlafen ja bloß, die Blumen, und die Tage werden jetzt immer länger. Ein paar Wochen noch, dann wird die Sonne sie wieder wachküssen... 
Bis dahin will ich mich aber gerne am Winter freuen!


Und weil das heute nicht nur eine Neujahrs-, sondern auch eine Sonntagsfreude ist, verlinke ich sie noch bei Rita, die jetzt die Sonntagsfreuden sammelt.


Sonntag, 25. Dezember 2016

Kurzmeldung: Hauptgewinn :-)

Es gab ja nur einen bei meiner kleinen Blogverlosung, und die Gewinnerin wurde heute abend von zarter Hand (die der Freundin eines der Söhne gehört) gezogen. Ziehung und Ergebnis ist hier zu sehen, außerdem eines der Pulswärmerchen, die sie von mir zu Weihnachten bekommen hat - ich wusste gar nicht, dass Lochmusterstricken so viel Spaß macht, aber dieses Muster liebe ich:














Liebe Ayse von "Aysenputtel", ich freue mich, dass du mitgemacht hast! Mailst du mir bitte, wohin ich den Kalender schicken darf? Da wir die nächsten vier Tage wegfahren, wird er wohl nicht ganz pünktlich zu Neujahr bei dir ankommen, aber das Jahr ist ja noch lang genug, da fallen ein paar Tage nicht so ins Gewicht...  :-)
Ja, und damit verabschiede ich mich auch schon wieder, denn Weihnachten im Familienkreis ist soo schön, aber man wird auch rechtschaffen müde dabei.  
Danke und viele liebe Grüße an die anderen Kommentatorinnen, ich habe mich über eure Worte und Wünsche gefreut!
Lasst es euch gut gehen und genießt die Tage "zwischen den Jahren", vor allem, wenn ein paar freie dabei sind!

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Weihnachtslotterie

In Spanien, so habe ich in der Zeitung gelesen, gibt es jedes Jahr eine große Weihnachtslotterie. Diese jährliche Verlosung von sehr viel Geld ist ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Traditionen und gehört für viele Spanier ebenso zum Fest wie Krippe und Christbaum. Die Leute tun sich zusammen, bilden Tippgemeinschaften und teilen sich im Erfolgsfall den Gewinn.


Das große Geld habe ich zwar nicht zu verschenken, aber ich habe doch auch Lust auf eine kleine "Lotterie". Ich möchte dazu gerne etwas von meinen diesjährigen Urlaubserinnerungen an eine meiner lieben "amselgesang"-Leserinnen weitergeben, in Form eines Kalenders mit einigen der schönsten Bilder von der Islandreise. Deshalb lade ich euch ein, in einem Kommentar einen (oder auch mehrere) eurer Wünsche fürs Neue Jahr mitzuteilen: Wünsche, die ihr für euch selber, für andere Menschen oder auch ganz global habt. Und es müssen nicht nur die ganz großen, weltbewegenden Dinge sein, die wohl den meisten Menschen zur Zeit auf den Nägeln brennen - auch die kleineren, persönlichen und alltäglichen Wünsche sind es wert, wichtig genommen zu werden.
Ich verlose den Kalender unter allen, die bis Heiligabend um 24 Uhr hier einen Kommentar hinterlassen.
Und ich wünsche allen LeserInnen, ob mit oder ohne Kommentar, von Herzen fröhliche, friedvolle und gesegnete Weihnachten!

Montag, 19. Dezember 2016

Auf einen Sprung

Schnell mal auf einen Sprung vorbeischauen - so sagt man ja, wenn man bei jemandem klingelt und nicht viel Zeit hat. In meiner Familie gab es einen Onkel, der berühmt dafür war, dass er schon an der Haustür sagte: "Bin auf der Durchfahrt - ich sollte eigentlich schon wieder weg sein...!" Meine Mutter meinte dann lachend: "Jetzt komm erst mal rein!"
Heute mach ich einen auf "Springerle", denn eigentlich sollte ich schon... na ja, was halt in diesen Tagen so alles ansteht.  Aber das kleine Bilderrätsel vom letztenmal soll aufgelöst werden. Es war ja nicht schwer, denn die schwäbischen Springerle sind auch in anderen Gegenden bekannt. Allerdings habe ich dieses Jahr noch kein einziges Springerle gebacken und auch keines gekauft. Dafür geschöpft und gemodelt.












  Sind sie nicht goldig? Der Mann mit der 
  Peitsche, die Frau mit dem Strickzeug! :-)






















Vor vielen Jahren, mein Jüngster war noch im Kindergarten, hat eine Grundschullehrerin einen Abend zum Thema "Papierschöpfen" angeboten. Es war einer der vergnüglichsten Abende, an die ich mich erinnern kann, mit viel Papierbreigemansche und Wassergesuggel (wie, bitte, sagt man das auf Hochdeutsch?)  :-) Wir haben Blüten, Blätter, Gewürze, Glitzerzeugs und alles mögliche in die Papiere eingearbeitet, und ich war sehr angetan von den Ergebnissen. Zuhause hab ich es dann selber weiterprobiert und kam auf die Idee, das frischgeschöpfte feuchte Papier auch mal in meine alten Springerlesmodel hineinzudrücken. Es hat wunderbar funktioniert, und ich hatte für jenes Jahr meine Weihnachtskarten beisammen.
Leider kam es dann wie so oft, und ich habe die Sache nicht wiederholt oder weiterentwickelt. 
Als nun Manuela einen Briefumschlags-Adventskalender startete, kam mir sofort der Gedanke: da könntest du doch mal wieder... Also habe ich mich angemeldet.
Weil es aber so lange her war mit der Papierschöpferei, und weil ich keine grauen Altpapierspringerle machen wollte, sondern schöne, echt aussehende, war es dann doch ein spannender Prozess. Das Verfahren lässt sich bestimmt noch verbessern, aber fürs Erste bin ich ganz zufrieden. Mit etwas mehr Zeit (siehe letzter Post) hätte ich die Bildchen noch ordentlich in ein Passepartout eingerahmt, so wurden sie nur aufgeklebt.
Wie ich es genau gemacht habe, will ich gerne noch zeigen. Ich konnte leider wegen mangelhafter Zeit- und Lichtverhältnisse keine gescheiten Fotos vom Herstellungsprozess machen, da ich vor allem abends und nachts gearbeitet habe. Aber im neuen Jahr werde ich (diesmal ganz sicher) weiterprobieren, was sich mit der Technik noch alles machen lässt. Dann bekommt ihr Bilder und Text dazu.


















Euch allen ein paar gute letzte vorweihnachtliche Tage - und ein fröhliches Fest!

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Ich und die Zahlen...

...wir sind keine besten Freundinnen und stehen immer ein bisschen auf Kriegsfuß - jedenfalls was die (nur sehr schwach ausgebildete) Fähigkeit meines Gedächtnisses angeht, Ziffern und Daten zu speichern. Es geht hier nicht um Rechenschwäche - obwohl ich nie ein großes Mathegenie war, kann ich doch ganz durchschnittlich gut rechnen, auch im Kopf. Aber merken kann ich mir die Dinger nur sehr schwer, sie bleiben einfach nicht in meinem Gedächtnis hängen.
                                       
          
          Eins - 
          Zwei - 
          Viele - 
          ob Schäfchenzählen hilft???   :-)  
          Wohl eher nicht...
                                         


Ich bin froh, wenn ich die wichtigsten Geburtstage im engeren Familienkreis plus zwei Freundinnen nicht vergesse, meine EC-Karten-PIN und (nach vielen Wiederholungen) IBAN-Nummer parat habe und zumindest meine Schwester sowie die beiden auswärts lebenden Söhne anrufen kann, ohne mein Telefonbüchlein zu konsultieren. Aber dann ist auch schon Schluss. Autonummern? Geldbeträge? Die eigene Mobilnummer? Fehlanzeige. Das aktuelle Datum? Äähhmm... da muss ich dran denken, wie mein Vater bei diesen  Demenztests von den Ärzten immer gefragt wurde: "Welches Datum haben wir heute?" Und ich saß daneben und wusste es auch nicht besser als er - nur dass mich niemand fragte, denn ich war ja nicht demenzverdächtig (*räusper* vielleicht gibt es ja so was wie partiellen Zahlen-Alzheimer?).


Manchmal hat es aber auch sein Gutes.
Ich mache ja dieses Jahr erstmals bei einer "Adventskalender im Briefumschlag" - Aktion mit (hier bei Manu). Zu meinem Erstaunen kamen die ersten Briefe schon Ende November, viele dann in der ersten Dezemberwoche, weit im Voraus. Ich war voller Bewunderung für die fleißigen und gut planenden Absenderinnen, wusste aber, dass ich erst in der Woche vor "meinem" Termin dazu kommen würde, meine Idee zu verwirklichen. Ich war fürs 17. "Türchen" zuständig, also mussten meine Briefe spätestens am 15. zur Post, besser noch einen Tag früher.
So weit, so gut. Zumal ich unter einem gewissen Zeitdruck erst wirklich kreativ werde (leider, aber so war es schon immer). Es kam auch wie immer: am Sonntag machte ich die ersten Versuche mit einer Technik, die ich vor langer Zeit einmal ausprobiert hatte und von der ich annahm, dass ich es immer noch draufhätte. War aber nicht ganz so. 
Am Montag probierte ich ein bisschen weiter herum und fand eine gute Methode, hatte aber keine Zeit, um sie umzusetzen. Am Dienstagnachmittag klappte es endlich etwa so, wie ich es mir vorgestellt hatte, da das Ganze jedoch zwischendurch immer wieder mit Wartezeiten verbunden ist (ich berichte dann darüber, jetzt kann ich ja noch nicht verraten, worum es geht) und am Abend eine längere Sitzung anstand, habe ich das Werk schließlich in einer Nachtschicht fertiggemacht. Wobei ich sagen muss, dass ich gerne nachts solche Sachen mache. 
Die ganze Zeit war als ultimatives Absende-Datum "Mittwoch, 15. Dezember" in meinem Kopf, und wirklich war am Mittwochmorgen alles fix und fertig (ich auch ein bisschen, denn jetzt hätte ich mir doch noch einen Tag mehr gewünscht, weil mir nun klar war, wie man alles noch viel schöner und perfekter hätte machen können...). Ich brachte meine Schachtel voller Briefe zum Postamt und ließ mir die passenden Marken geben. Hoffte, dass deutschlandweit alle Briefträger fit und meine Briefe überall rechtzeitig im Kasten sein würden. Während ich mit dem Aufkleben beschäftigt war, fragte mich ein Mann, ob ich wisse, welches Datum wir hätten? Klar, sagte ich ganz siegesgewiss (endlich! endlich einmal wusste ich es auf Anhieb!): heute ist der 15. 12.! Der Schalterbeamte hörte das und rief herüber: Stimmt nicht, wir haben erst den vierzehnten!
Ach soooo....??? Das heißt, "mein" 17. ist erst - am Samstag! Na so was!
Da hätte ich ja glatt heute Nacht ein paar Stunden länger schlafen können... und meine Adventsgrüße wären noch viiiel schöner ausgefallen... manno!
Aber ein Gutes hat es, wie gesagt: Die Briefe werden nun ganz sicher bis Samstag 17.12. in den Briefkästen liegen. Na bitte, geht doch!
Erleichtert stieg ich ins Auto und fuhr nach Hause. 
Und da fiel es mir plötzlich ein. Das mit der Zahl. Der Siebzehn.
Ich hatte sie vergessen draufzuschreiben. Auf den Umschlag.
Ein Adventskalendertürchen ohne Zahl geht ja eigentlich gar nicht.
Zum Glück sind alle anderen Teilnehmerinnen nicht so zahlenbehindert wie ich. Deren Umschläge sind alle ordentlich numeriert. Also dürfte der eine ohne Zahl leicht einzuordnen sein.

Liebe Empfängerinnen (soweit ihr das hier lesen solltet):

Der Umschlag ohne Zahl - den dürft ihr am Samstag aufmachen!

Und bis dahin dürft ihr mal raten, was das hier ist:



Na...?