Dienstag, 14. Februar 2017

Sprössling




 

Schon letzte Woche wollte ich den "Nachwuchs" in Erde pflanzen, hatte dann aber doch Bedenken, ob die Wurzeln schon ausreichend wären, und ließ ihn noch ein paar Tage im Wasser stehen. Nun konnte ich aber nicht länger warten, es sprossen schon mehrere Selleriestängelchen aus dem verschrumpelten Strunkrest und die frischgrünen Blättchen sehen so verheißungsvoll nach Frühling aus! Also gab es heute die erste Pflanzaktion des Jahres, und sie weckte so richtig die Vorfreude auf den Garten bei mir.
Ein Weilchen muss man sich noch gedulden, inzwischen freue ich mich an meinem Selleriesprössling und bin gespannt, wie weit er kommt - ob er wohl durchhält bis zur "Freiluftsaison"? Oder ob er vorher Läuse bekommt... (das passierte mir leider schon mehrmals mit Basilikum, das längere Zeit auf dem Fenstersims stand).
Ich werde ihn jedenfalls gut beobachten, meinen kleinen Sprössling.  :-)

Sonntag, 12. Februar 2017

"bloggerlecker": Süßkartoffel-Quinoa-Auflauf



Ich gehöre ja nicht zu den Menschen, die jede neue Mode mitmachen müssen - weder bei der Kleidung noch beim Essen. Sogenannte Superfoods, für die man ein Heidengeld hinblättern soll, können mir so ziemlich gestohlen bleiben, und irgendwelche Diäten habe ich noch nie für gesünder gehalten als das, was ich normalerweise zu mir nehme. Andererseits bin ich aber auch neugierig und probiere ab und zu gerne mal was aus. Süßkartoffeln zum Beispiel, die ich irgendwo in Form von dünn gehobelten und fritierten Chips kennenlernte, fanden auch meine Kinder lecker - inzwischen habe ich einige weitere Rezepte mit den orangeroten Knollen, die immer mal wieder auf unseren Tisch kommen. Und auch die winzigen Quinoa-Körnchen haben es mir angetan, vor allem als Zutat in Aufläufen finde ich sie attraktiv. Sie enthalten viel Eiweiß, und da wir schon seit längerem den Fleischkonsum stark eingeschränkt haben, sind solche Zutaten umso wertvoller.
Heute gab es also zum Mittagessen wieder mal diesen beliebten Auflauf, bei dem auch mein Mann fleischlos satt und glücklich is(s)t und den ich auch optisch einfach sehr gelungen finde: 

QUINOA - SÜSSKARTOFFEL - AUFLAUF

Man braucht dazu:

400 g Süßkartoffeln
150 g Quinoa (der helle ist milder im Geschmack, der dunkle nussiger)
100 g Kichererbsen aus der Dose
150 g TK-Erbsen
125 g Maiskörner (Dose)
3 Lauchzwiebeln
100 ml Sahne
Salz, Pfeffer, Ingwer (frisch gerieben oder als Pulver), Paprika (edelsüß oder scharf), oder auch Garam Masala o.ä.
geriebenen Käse und evtl. Pinienkerne


Süßkartoffel schälen, würfeln und knapp mit Wasser bedeckt garen (Achtung, wird schneller weich als normale Kartoffeln - sie sollten nicht zerfallen).
Quinoa gründlich abspülen und wie Reis in Wasser garkochen (dauert etwa 12 Minuten, die Körner platzen dabei auf).
Beides mischen und die in Ringe geschnittenen Frühlingszwiebeln, die Kichererbsen, den Mais und die grünen Erbsen dazugeben. Würzen nach Geschmack (bei mir wird's jedesmal ein bisschen anders - mal milder, mal schärfer).
In eine Auflaufform füllen und mit der Sahne übergießen, mit geriebenem Käse (ich nehme nur so viel, dass man die tollen Farben noch sieht) und, wenn man mag, Pinienkernen bestreuen. 
Bei 180 - 200°C etwa 25 Minuten überbacken.


Mit einem schönen gemischten Salat (für den hier meist der Herr des Hauses zuständig ist) kombinieren und auch die Augen mitgenießen lassen: orange, hellgrün, weiß, gelb das Gemüse und dazu die kleinen schwarzbraunen Körner - das bringt Frühlingsfarbe in den Spätwinter! Lasst es euch schmecken!



Verlinkt mit "bloggerlecker" - dort werden von Petra/limeslounge noch mehr Gaumenfreuden gesammelt.

Mittwoch, 8. Februar 2017

"Übrigens...

...mir ist da was Dummes passiert!" sprach der große Sohn und zog den Lieblingspullover aus dem Koffer. Den von der Mama vor Jahren gestrickten und seither im Winter ständig getragenen, trotzdem immer noch fast wie neu aussehenden: aus Merino extrafein in sanftem Anthrazit, null Pilling, schönes Maschenbild, die beste Qualität, die ich je verstrickt habe.


Ja, und was war nun passiert?
Er hatte sich nur kurz an einen Türrahmen angelehnt. Einen frisch gestrichenen. Dumm gelaufen. "Meinst du, das kriegt man wieder hin?"


Mir kamen fast die Tränen... Allerdings war ich recht zuversichtlich, dass die chemische Reinigung das schon hinbekommen würde - Chemie gegen Farbe, da gab es doch bestimmt irgendein Gegengift.
Dem war aber leider nicht so, zumindest nicht bei Farbe auf Wolle. Die Reinigungs-Angestellte erklärte mir, dass das nicht ohne "mechanische Bearbeitung", sprich Rubbeln und Scheuern, gehe. Und das geht nun eben bei Wolle gar nicht. Die geht dabei kaputt.
Da der Pulli so, wie er war, nicht mehr zu gebrauchen war, beschloss ich, damit herumzuexperimentieren. Ich löste zwei Packungen schwarze Stofffarbe (solche, die auch zum Wollefärben geeignet ist) in fünf Litern heißem Wasser auf und legte das gute Stück hinein. Da die Temperatur über mehrere Stunden gehalten werden musste und mein größter Kochtopf immer noch zu klein war, erinnerte ich mich an den alten, schwarzblau emaillierten Gänsebräter (hierzulande "Ganskachel" genannt) meiner Oma, der im Keller verstaubte. Auch der war mit Wolle und Farbbrühe randvoll und ich musste sehr vorsichtig umrühren. Am Ende der ganzen Prozedur war klar, dass sich Lackfarbe nicht einfach mit Stoffarbe übertönen lässt. Sie muss irgendwie aufgelöst werden.


Ich suchte im Netz und fand den Rat: Aceton. Also besorgte ich mir in der Apotheke ein Fläschchen des durchdringend duftenden Zeugs und machte mich tupfend und rubbelnd an die Arbeit. Die nur schwach betroffenen Stellen ließen sich erstaunlich leicht säubern. Wo aber dick weiße Farbe saß, war es mühsam und nicht wirklich erfolgreich. Da ich nichts zu verlieren hatte, probierte ich es mit einer neuen Technik: ich nahm richtig viel Aceton,  rubbelte und rauhte die nasse Oberfläche auf und begann dann mit einer Nagelschere ganz vorsichtig möglichst viel weiße Farbe mitsamt den feinen Wollfasern an der Oberfläche ganz flach abzuschneiden.





Es war ein elendes Gefummel, aber am Ende war vom Weiß - immerhin - nur noch ein heller Schatten übrig. Nicht wie neu, aber doch tragbar, wie der Filius befand ("...die Leute gucken mich ja mehr von vorne als von hinten an!").  :-)


Fazit: Qualität zahlt sich aus - ein weniger wertvolles Garn hätte diese Behandlung bestimmt nicht so gut verkraftet. Glück gehabt!

Donnerstag, 2. Februar 2017

Nachgereicht: Auszeit

Eben fiel mir auf, dass ein schöner und überaus wohltuender Kurzurlaub am Ende des letzten Jahres hier ganz außen vor geblieben ist - Schnee von gestern sollte in einem Blog ja nicht unbedingt aufgewärmt werden, aber ein paar Bilder möchte ich doch nachreichen. Und die langen Baumschatten, die mich beim Wandern so faszinierten, sind eh zeitlos schön anzuschauen...


Bei Regen und Matschwetter waren wir zwei Tage nach Weihnachten nach Oberstdorf gefahren, wo diesmal unser jährliches Familientreffen stattfand. In einer eher kleinen Bauernhofküche ging es zu vierzehnt - darunter zwei lebhafte Kleinkinder - seeehr gemütlich zu... gefroren hat jedenfalls keiner.  ;-) Dafür gabs draußen genug Auslauf, zumal in der Nacht nach dem verregneten ersten Abend ein Hochdruckgebiet samt Temperatursturz für sonnige Aussichten sorgte.


Richtigen Schnee gabs nur in höheren (und sehr überfüllten) Lagen, weshalb mehr zu Fuß als auf Skiern gelaufen wurde. Bei einem längeren Spaziergang zauberte die tiefstehende Sonne fantastisch verschlungene Schattenmuster aufs wintertrockene Gras, die meine Augen magisch anzogen:



Während andere Richtung Himmel schauten (was es da wohl zu sehen gab?)...


 ...richtete ich meine Blicke eher nach unten.


 


Nur drei Tage, aber mir erschienen sie doppelt so lang wie drei Tage zuhause im Alltag. Erholung pur, in der Nähe und ohne viel Gepäck (und ohne vorher den Kühlschrank leeren, die Post abbestellen und jemanden ums Blumengießen bitten zu müssen): solche Dreitage-Urlaube sollte man viel öfter machen!


Montag, 23. Januar 2017

Nachwuchs



Irgendwann und irgendwo im Netz habe ich einmal gelesen, dass man viele Gemüse, wenn man den abgeschnittenen Strunk ins Wasser stellt, weiter kultivieren kann. Eigentlich ganz natürlich, wachsen doch auch jedes Frühjahr aus meinen im Boden gebliebenen Mangoldstrünken frische Blätter.  Man muss nur erst mal darauf kommen, dass das auch im Haus gehen könnte. Ich habe es damals mit Staudensellerie ausprobiert, frische Blättchen geerntet und es dann, obwohl es funktioniert hat, wieder vergessen.


Vor ein paar Tagen fiel es mir wieder ein, als ich von einem Staudensellerie die letzten Stangen abgeschnitten hatte. Ich stellte den Rest in ein Schälchen mit Wasser und kann seither förmlich zuschauen, wie hellgrüne Blättchen und eine neue Selleriestange aus der Mitte herauswachsen (zwischen dem oberen und dem unteren Bild liegen drei Tage). Wenn man nur immer wieder Wasser nachgießt, hat man so in wenigen Tagen genug Sellerieblätter für eine würzige Salat- oder Suppenzutat.


Da ich jetzt aber neugierig geworden bin, wie weit sich das Gemüse als Zimmerpflanze weiterentwickelt, werde ich es demnächst eintopfen und schauen, was daraus wird. Ob es bei einer dünnen Stange bleibt oder ob sich  eine komplette (wenn auch sicher zierliche) neue Staude ergibt. Wenn es klappt, könnte man auf diese Weise ja einiges Gemüse (Salat, Zwiebeln,...) anzüchten und im Frühjahr auspflanzen. Ob es allerdings so kräftig wird wie neu aus Samen gezogene Pflanzen, bliebe abzuwarten.
Hat jemand von euch so etwas schon einmal ausprobiert? 

Sonntag, 22. Januar 2017

Sonntagsfreude



- Den Geburtstag des Eheliebsten am Wochenende feiern...
- Zwei von "unseren" und zwei von "seinen" (aber auch von mir sehr geliebten) 
  Kindern samt Anhang dabeizuhaben...
- Eine wunderbare Wetterkombination aus Eiseskälte, etwas Schnee und 
  strahlend blauem Himmel...
- Ein dick zugefrorener Gartenteich und fröhliche Zwillinge, die außer Rand und
  Band darauf herumtoben...
- Gutes Essen und lange Spieleabende...
- Das warme, gute Gefühl, ein Teil dieses lebendigen, wachsenden, sich in
  steter Veränderung befindlichen und doch so verlässlichen Familien-Netzwerks

  zu sein, für das ich dem Leben so unendlich dankbar bin (ich habe spät  
  geheiratet, es hätte auch ganz anders kommen können): meine 
  Sonntagsfreude für heute!

Habt eine gute Woche (schon wieder die letzte im Januar...)!


Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind :)

Verlinkt bei  Rita, die jetzt die Sonntagsfreuden sammelt.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Die Ersten und die Letzten







Sie sind schon wieder fast verblüht, die ersten Tulpen des Jahres, die der Herr des Hauses vom Einkaufen mitgebracht hat. Mit Blumensträußen geht es mir allerdings ähnlich wie mit den letzten Überbleibseln von Weihnachten: Ich kann mich nur schwer von ihnen trennen, auch wenn es Zeit dafür wäre. Unser kleines, feines, von den Söhnen im altvertrauten JugendKinderstil geschmücktes Bäumchen sieht immer noch so hübsch aus und nadelt kein bisschen. Und es handelt sich nicht etwa um eine weithergebrachte Nordmanntanne, sondern um ein heimisches Gewächs aus den Löwensteiner Bergen. Ich habe beschlossen, dieses Jahr der katholischen Tradition zu folgen: Bis Lichtmess darf er bleiben!
Ja, und die Tulpen dürfen auch stehenbleiben, bis sie die Blätter fallen lassen. Weil sie, nachdem sie frisch so adrett und zugeknöpft nebeneinander in der Vase standen, im Verblühen plötzlich so etwas Wildes, Unbekümmertes an sich haben. Wie ein paar in die Jahre gekommene Mädels, die es nochmal wissen wollen und beim Faschingsball ihrer Lebensfreude freien Lauf lassen... uns doch egal, was die anderen denken!   :-)
Ich find sie einfach schön!