Ich freue mich auf vieles, was dieser Neuanfang mit sich bringen wird: Darauf, meinen Papa zu bekochen und noch manches Schöne mit ihm zu unternehmen; auch darauf, Theater, Kino und Konzerte in nächster Nähe zu haben, beruflich vielleicht noch mal etwas intensiver einzusteigen - eben all die Möglichkeiten, welche eine große Stadt bietet, nutzen zu können.
Einerseits.
Andererseits - ich spüre, dass ich hier tiefere Wurzeln geschlagen habe, als ich lange Zeit glaubte. Ich habe an keinem Ort länger gewohnt als hier. Ich habe das ländliche Leben sehr schätzen gelernt. Die Ruhe, die gute Luft, die kurzen Wege raus in die Natur. Die Spazierwege zwischen Feldern, Krautgärten und Wald. Lieblingswege, Lieblingsbäume, Lieblingsstellen...immer wieder das Gleiche, immer wieder anders im Laufe der Jahreszeiten, nie langweilig.
Irgendwann im letzten Frühling begann es also, dieses: zum letztenmal...
...Weihnachten oder den Ostermorgen in unserer heimeligen kleinen Kirche feiern.
...die Badesaison am Baggersee genießen: abends noch schnell mit dem Fahrrad hin und ein paar Runden schwimmen in diesem wunderbaren Wasser.
Irgendwann dann das letztemal mit dem Hund den Weg an der Halde entlang gehen, von wo man einen so schönen Blick aufs Städtchen hat. Mich von der riesigen alten Eiche verabschieden, die wir mit den Kindern oft bewundert haben. Und so weiter und so weiter...
Dabei ist mir auch allmählich klargeworden, dass es gar nicht in erster Linie die vertraute und liebgewordene Umgebung ist, die mir diese Abschiedsgefühle verursacht. Die bleibt ja, wo sie ist, und ich kann zu Besuch wiederkommen. Ich verabschiede mich aber zugleich von einem ganzen Lebensabschnitt, der in voller Länge hier stattgefunden hat: von der Zeit, in der unsere Kinder geboren und aufgewachsen sind, einer Zeit, in der ich so unglaublich viel erlebt und gelernt habe, die so intensiv wurde durch das Leben mit den Kindern mit all seinen Höhen und Tiefen.
Diese dichte und erfüllte Zeit ist untrennbar mit allem verbunden, was mir an diesem Ort lieb ist. So viele Erinnerungen, so viel Leben, so viel von mir, von uns steckt hier in allem.
Vielleicht hat es ja auch sein Gutes, diesen Ort nun hinter sich zu lassen. Weiterzugehen und an einem neuen Ort Neues zu erleben, sich nicht im Vergangenen zu sehr einzurichten. Ich packe also diese Erinnerungen in ein großes Paket, binde ein buntes Band drumrum und bewahre es an einem guten Platz in meinem Inneren auf, so wie die Fotos, die man von Zeit zu Zeit herausholt und anschaut - und sich erstaunt fragt: "War das alles nicht erst gestern...?"
Einiges, was ich in dieses Erinnerungspaket packe, will ich euch aber vorher noch zeigen. Einige Erinnerungen sollen auch hier im Blog ihren Platz haben. Einiges von dem, was vielleicht schon seit Jahren hier stünde, wenn ich damals schon gewusst hätte, dass es sowas wie Blogs überhaupt gibt...
So werdet ihr in den nächsten Wochen immer wieder kleine Rückblenden finden, Bilder, Geschichten, Kinderweisheiten: "memories"!
Ich hoffe, es macht euch auch ein bisschen Freude :-)
Ich jedenfalls kann's kaum erwarten, damit anzufangen.
Und wie wär's: lasst doch auch ab und zu mal was von euren "memories" in euren Blogs aufscheinen! Das fände ich spannend!







