Na klar - man lädt Island-Fotos hoch, höchste Zeit für die Fortsetzung... und schwelgt dabei nochmal ein bisschen in der Erinnerung an eine schöne Woche Anfang September (das kommt mir jetzt schon wieder so lange her vor...).
Wir waren unterwegs nach Kirkjubaejarklaustur, einem kleinen Dorf mit einer besonderen Geschichte, die, wie so oft in Island, mit einem Vulkanausbruch zu tun hat. Im Jahre 1783 wurde hier der Pfarrer Jón Steingrimssón zum Volkshelden, als ein auf das Dorf zufließender Lavastrom wunderbarerweise kurz vor der Kirche zum Stehen kam, während er drinnen die Dorfbewohner, statt zu fliehen, zum Gottesdienst versammelt hatte und eine seiner "Feuerpredigten" hielt (etwas ausführlicher hier).
Oben eine historische Darstellung, unten der heutige Blick auf den erstarrten Rand des Lavastromes, neben dem eine kleine Kapelle an das denkwürdige Ereignis erinnert.
Ausläufer des Myrdalsjökull (in direkter Nachbarschaft zum Eyafjallajökull, dem Gletschervulkan mit dem unaussprechlich-unvergesslichen Namen seit damals): In Island liegen die aktiven Vulkane gerne unter Gletschereis, was bei einem Ausbruch zu großen Wasserströmen, sog. Gletscherläufen, führen kann. Unter dem Myrdalsjökull grummelt es seit einiger Zeit, ein Ausbruch des darunter befindlichen Vulkans Katla wird erwartet. Für uns nicht an solche Dinge gewöhnten Ausländer war es ein spannender und etwas unheimlicher Gedanke, als wir in Vík übernachteten: Wenn es jetzt passieren würde, käme das Wasser geradewegs hier herunter... (obwohl, so schnell geht das dann auch wieder nicht). Zumindest gäbe es vielleicht eine Aschewolke, die unseren Heimflug etwas verzögern könnte! :-)
Und wer würde sich bei diesem Anblick nicht unversehens wie Frodo fühlen - am Eingang zum Lande Mordor?
Und
jetzt (ich weiß, es wird eine Bilderflut und ja, weniger ist meist
mehr, ganz abgesehen davon, dass man im Netz Tausende von fantastischen
Islandfotos findet - aber Leute, nun war ich einmal da und ich kann
einfach nicht anders...) - also, einfach noch mehr Bilder, teils aus dem
Autofenster geknipst, weil wir einfach zu wenig Zeit hatten, um alle
paar Kilometer anzuhalten. Obwohl - meine beiden Männer waren wirklich
sehr geduldig mit mir, wenn zum x-ten Mal der Ruf ertönte: "Ooohhh -
kannst du bittebitte mal kurz... geht auch ganz schnell...?!!" :-)
Wo beim Blick in die Ferne weit und breit kein Baum zu sehen ist, muss man eben mal nach unten schauen:
Wer bis hierher durchgehalten hat, kriegt jetzt noch das Sahnehäubchen zu sehen: Vieleviele Bilder (ich konnte einfach nicht aufhören, es war zu schön...) von der Gletscherlagune Jökulsárlón, in der in majestätischer Ruhe die Brocken, die vom Vatnajökull-Gletscher abbrechen, herumschwimmen wie zu Eis erstarrte Fabelwesen.
Ein, zwei Kilometer weiter hocken sie dann, nachdem sie den Abfluss der Lagune Richtung Meer passiert haben, bei Ebbe auf dem schwarzen Sand und warten darauf, dass die nächste oder übernächste Flut sie wieder flott macht.
...ein kleines URMEL AUS DEM EIS :-)
ihn eben auch fotografiert.
Damit die Bilderflut nicht allzu epische Ausmaße annimmt (erinnert ihr euch an die langen Diaabende mit Urlaubsbildern in den 60ern?), mache ich hier eine Pause - Fortsetzung folgt...