Mittwoch, 1. November 2017

Ver(k)rückt


Wie gut es einem normalerweise geht, merkt man ja oft erst, wenn irgendein Körperteil auf einmal nicht mehr so selbstverständlich und unauffällig funktioniert, wie man das gewohnt ist. Verglichen mit manchen Gleichaltrigen bin ich in Sachen Gesundheit vom Leben ziemlich verwöhnt worden, und dafür bin ich sehr dankbar. Wenn jetzt solche Dinge wie erhöhter Blutdruck (erblich bedingt) oder empfindlicher werdende Augen mich daran erinnern, dass ich eben doch "kein heurig's Häsle" mehr bin, dann sind das Sachen, mit denen man dank der heutigen medizinischen Möglichkeiten ganz gut zurechtkommen kann. Und manches, was mich in jüngeren Jahren geplagt hat - wie z.B. Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden - hat sich wunderbarerweise mit dem Älterwerden "ausgewachsen" und macht mir überhaupt keine Probleme mehr.
Dafür zwackt es seit drei Tagen ziemlich heftig am Knie, am rechten. 
Am Sonntagmorgen saß ich noch munter auf der Orgelbank, beim Heimkommen fühlte sich das Knie schon irgendwie komisch an, und als ich vom Mittagessen aufstehen wollte, tat es übel weh und war, wie sich zeigte, dick geschwollen. Mir war sofort klar, dass sich hier die Meniskusbeschwerden von vor einem Jahr wieder meldeten - damals war es nicht so schlimm gewesen und von selber wieder "gut" geworden, so dass ich den verordneten MRT-Termin abgesagt hatte. Vermutlich die falsche Entscheidung, denke ich jetzt.
Jedenfalls standen am Sonntag noch zwei weitere Orgeldienste an, nachmittags bei einem ungarischen Gottesdienst und abends bei einem kleinen Konzert zusammen mit einer Alphorngruppe (ja, echt!) - wie sollte ich nur überhaupt auf die Empore klettern, vom Pedalspiel ganz zu schweigen? 
Aber wie gut, wenn man einen (tier)medizinisch versierten Sohn zuhause - und der auch noch das richtige Zeug zur Hand - hat: Heparin-Gel für Pferde(!)beine aufs Mamabein geschmiert, Bandage drumherum, Omas alte Krücke vom Dachboden geholt, der ungeschickten Mama die motorisch richtige Handhabung beigebracht: am Nachmittag musste ich mich zwar noch mehr oder weniger auf die Orgelbank tragen lassen, aber bis zum Abend konnte ich schon selber die Treppe raufkrücken und sogar ein Stück mit ganz wenig Pedal spielen, ein anderes musste ich weglassen, der Rest war zum Glück auch ohne Füße spielbar. 
Mit einer Kombination aus Pferdesalbe tagsüber und Retterspitzwickeln über Nacht ging es dann die letzten beiden Tage so ordentlich, dass ich auch die Proben für ein Chorkonzert samt Aufführung gestern mitmachen konnte (die Uraufführung eines Auftragswerkes für die Reformationsfeier in unserer Stadt, ein wunderschönes "Ökumenisches Magnificat" des britischen Komponisten Peter Bannister). Darüber war ich sehr glücklich, denn wir hatten viel dafür geprobt und ich wäre wirklich traurig gewesen, wenn ich nicht hätte mitsingen können.
Heute allerdings geht nicht mehr viel, ohne Bandage kann ich nicht auftreten, mit auch kaum, und so sitze ich auf dem Sofa und schreibe endlich mal wieder einen Blogpost, ein angefangener Strickstrumpf harrt der Vollendung, und Bücher gibt es ja auch genug.
Und morgen melde ich mich zum MRT an. Diesmal ganz sicher.



(Die Sonne ist rausgekommen, während ich schrieb... ach ja, und der Hund ginge jetzt sicher genauso gern raus wie ich...)


Kommentare:

  1. Hallo Brigitte,
    ach je, da wünsch' ich Dir erstmal gute Besserung und dass Du schnell einen MRT Termin bekommst.
    Retterspitz nehmen wir hier auch immer zur Hand und gut, dass es Dir etwas Erleichterung geschaffen hat. Sonne hatten wir heute Nachmittag auch noch kurz, aber nun kommt schon wieder langsam die Dunkelheit auf und auch ich mache mich nachher noch etwas an mein Strickzeug ran.
    LG zu Dir
    Manu

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  2. Auch von mir ganz gute und möglichst schneller Besserung - sei ganz lieb gegrüßt von Lene

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  3. Heieieieiei... Ab zum Arzt. Mögest Du einen guten Orthopäden haben. Meinen habe ich nie mehr aufgesucht, weil er mich seinerzeit nur zur OP durchgewunken hat. Es ging aber auch ohne. Ich wünsche Dir baldige, gute Besserung Du Liebe. Und pass bitte mit den Krücken auf: das sind ganz tückische Dinger. Liebe Grüße zu Dir.

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    1. Sei beruhigt: zu einer OP lass ich mich sicher nicht durchwinken. Ich glaube auch nicht, dass es nötig ist, denn ich habe immer gute Selbstheilungskräfte gehabt.
      Und wie heißt es so schön: Schmieren und salben hilft allenthalben... :)
      Auch an dich liebe Grüße!

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  4. Ohhh, wie blöd - Knieschmerzen sind etwas, das frau garnicht braucht (ich kann da leider auch mitsingen). Ich wünsch' Dir, dass ein MRT-Termin Aufschluß für eine baldige Heilung bringt. Alles Liebe, Chrsitine

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  5. Mögest Du die Therapie finden, die richtig ist für Dein Knie. Es gibt wie so oft nicht nur das Eine Richtige oder das Eine Falsche. Gute Besserung in jedem Fall und weiterhin nette Begleitung in Form von auf-die -Orgel-Trägern( zur Not) oder genug Sockenwolle ;-)
    Lieben Lisagruß!

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  6. Wenn man sich plötzlich in seiner Bewegungsfreiheit dermaßen eingeschränkt sieht, ist das tatsächlich herb und man muss zu den kranken Gliedmaßen vll zusätzlich einer gewisse "Katerstimmung" entgegenwirken. Hoffentlich ist das bald "Schnee von gestern".
    Einen schnellen Heilungsprozess wünscht Dir
    Beate

    PS. Bluthochdruck ist bei mir seit dem 13. Lebensjahr bekannt. Ich bin zwar medikamentös eingestellt, habe mir aber zusätzlich Magnesium (Zechsteinöl) gekauft.
    Wenn Du mehr darüber wissen willst, schreibe ich Dir das gern.

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