Sonntag, 5. November 2017

Behinderungen


Ob er wohl sehbehindert war, der Containerabsteller?
Oder einfach nur ein Handicap in Sachen gesunder Menschenverstand hat...? 
Als Rollifahrer wird man sich hier jedenfalls doppelt behindert fühlen.

Donnerstag, 2. November 2017

Die Letzten der Schönen



Weil es so lange dauert, bis sie wiederkommen, muss man sie doppelt intensiv genießen.
Fotografiert im letzten Büchsenlicht auf dem Balkon, mit einem sich in der Scheibe dahinter  zauberhaft spiegelnden Abendrot.

Mittwoch, 1. November 2017

Ver(k)rückt


Wie gut es einem normalerweise geht, merkt man ja oft erst, wenn irgendein Körperteil auf einmal nicht mehr so selbstverständlich und unauffällig funktioniert, wie man das gewohnt ist. Verglichen mit manchen Gleichaltrigen bin ich in Sachen Gesundheit vom Leben ziemlich verwöhnt worden, und dafür bin ich sehr dankbar. Wenn jetzt solche Dinge wie erhöhter Blutdruck (erblich bedingt) oder empfindlicher werdende Augen mich daran erinnern, dass ich eben doch "kein heurig's Häsle" mehr bin, dann sind das Sachen, mit denen man dank der heutigen medizinischen Möglichkeiten ganz gut zurechtkommen kann. Und manches, was mich in jüngeren Jahren geplagt hat - wie z.B. Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden - hat sich wunderbarerweise mit dem Älterwerden "ausgewachsen" und macht mir überhaupt keine Probleme mehr.
Dafür zwackt es seit drei Tagen ziemlich heftig am Knie, am rechten. 
Am Sonntagmorgen saß ich noch munter auf der Orgelbank, beim Heimkommen fühlte sich das Knie schon irgendwie komisch an, und als ich vom Mittagessen aufstehen wollte, tat es übel weh und war, wie sich zeigte, dick geschwollen. Mir war sofort klar, dass sich hier die Meniskusbeschwerden von vor einem Jahr wieder meldeten - damals war es nicht so schlimm gewesen und von selber wieder "gut" geworden, so dass ich den verordneten MRT-Termin abgesagt hatte. Vermutlich die falsche Entscheidung, denke ich jetzt.
Jedenfalls standen am Sonntag noch zwei weitere Orgeldienste an, nachmittags bei einem ungarischen Gottesdienst und abends bei einem kleinen Konzert zusammen mit einer Alphorngruppe (ja, echt!) - wie sollte ich nur überhaupt auf die Empore klettern, vom Pedalspiel ganz zu schweigen? 
Aber wie gut, wenn man einen (tier)medizinisch versierten Sohn zuhause - und der auch noch das richtige Zeug zur Hand - hat: Heparin-Gel für Pferde(!)beine aufs Mamabein geschmiert, Bandage drumherum, Omas alte Krücke vom Dachboden geholt, der ungeschickten Mama die motorisch richtige Handhabung beigebracht: am Nachmittag musste ich mich zwar noch mehr oder weniger auf die Orgelbank tragen lassen, aber bis zum Abend konnte ich schon selber die Treppe raufkrücken und sogar ein Stück mit ganz wenig Pedal spielen, ein anderes musste ich weglassen, der Rest war zum Glück auch ohne Füße spielbar. 
Mit einer Kombination aus Pferdesalbe tagsüber und Retterspitzwickeln über Nacht ging es dann die letzten beiden Tage so ordentlich, dass ich auch die Proben für ein Chorkonzert samt Aufführung gestern mitmachen konnte (die Uraufführung eines Auftragswerkes für die Reformationsfeier in unserer Stadt, ein wunderschönes "Ökumenisches Magnificat" des britischen Komponisten Peter Bannister). Darüber war ich sehr glücklich, denn wir hatten viel dafür geprobt und ich wäre wirklich traurig gewesen, wenn ich nicht hätte mitsingen können.
Heute allerdings geht nicht mehr viel, ohne Bandage kann ich nicht auftreten, mit auch kaum, und so sitze ich auf dem Sofa und schreibe endlich mal wieder einen Blogpost, ein angefangener Strickstrumpf harrt der Vollendung, und Bücher gibt es ja auch genug.
Und morgen melde ich mich zum MRT an. Diesmal ganz sicher.



(Die Sonne ist rausgekommen, während ich schrieb... ach ja, und der Hund ginge jetzt sicher genauso gern raus wie ich...)


Sonntag, 29. Oktober 2017

Einfach Bilder

...mal ohne viele Worte, die es ja auch gar nicht unbedingt braucht bei so schönem Herbstlicht und Wassergespiegel, Himmelblau und Blättergoldrot: Bilder von einer wunderbaren Oktoberwoche am Neuchâteler See.

Am Anfang wie immer eine Wanderung durch die wildromantische Areuse-Schlucht:







Blätterzauber im Vergehen...






In der klaren Herbstluft reicht die Sicht bis zum Berner Oberland - voilà: Eiger, Mönch und Jungfrau überm blauen See.



Starenschwärme über dem Jura.
 


 Dahlien - en gros und en detail.



Teepause und Schattenspiele im Garten.




 Der Hof in Grandchamp mit dem Brunnen und diesem wundervollen Hausbaum.




Und schließlich, auf der Heimfahrt aus dem Zugfenster geknipst, der Rheinfall.



Der Oktober ist doch einfach der schönste Monat (wenn man mal alle anderen beiseitelässt...)!   ;-)

Dienstag, 17. Oktober 2017

"Montags" - Mandala...

...am Dienstag - ein bisschen ver-rückt, aber schon länger möchte ich das stille, kreativ-meditative Montagsritual von Ghislana (möglichst) regelmäßig an den Beginn meiner Arbeitswoche stellen, und gestern bin ich nicht mehr dazu gekommen, da am ersten Tag nach meiner Schweizer Retraitenwoche gleich die ganze Tagesplanung durcheinandergewirbelt wurde. Wenn ich es aber auf nächste Woche verschiebe, dann vergesse ich es vielleicht wieder (ich kenne mich). Also gibt es mein erstes, kleines, ganz bescheidenes (leider auch in der Mittagssonne ziemlich bescheiden fotografiertes...) Montags-Mandala eben am Dienstag! :-)


Muschelchen und Kieselsteinchen vom Ufer des Neuchâteler Sees und ein besonders hübsches Schnirkelschneckchen, gelegt auf dem Gartentisch.


 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Kund und zu Wissen...

...es gibt mich noch, und ich bin gesund und relativ munter.
Irgendwas, womit man gerade zu kämpfen hat, gibt es ja meistens.  
Es ist viel los und viel zu tun, und ich komme mit dem Vielerlei nicht mehr so gut zurecht. Ich komm oft nur langsam in die Gänge, bin nicht gut in Multitasking, verzettel mich hin und wieder und sollte meine Zeit effektiver einteilen, was mir aber schwer fällt. Möchte gern immer nur eine Baustelle auf einmal abarbeiten, aber es gibt Termine und Prioritäten und Dinge können nicht am Stück fertiggemacht werden. 

 

Trotzdem gibt es vieles, was gut tut und sich auch mal dazwischenschieben lässt (bzw. einem einen Vorwand gibt, etwas anderes aufzuschieben...) - Kekse backen zum Beispiel, süße oder salzige. Nach Rezepten aus einem tollen Buch, das ich in einem Blog - in welchem?? weiß ich nicht mehr - entdeckt habe und nun nach und nach "durchknabbere". Es gibt kaum etwas Tröstlicheres inmitten von Haushaltschaos als eine Tasse Kaffee und ein paar selbstgebackene Kekse. Einzig mögliche Steigerung: ein spannendes Buch dazu (aber dann ist, zumindest bei mir, der Nachmittag gelaufen und die Keksdose leer...). 



Kleinere Herbstwanderungen und -Spaziergänge tun auch unglaublich gut, wenn das Wetter so schön spätsommerlich ist wie am vorletzten Wochenende und man Felder voller Kürbisse und Baumstümpfe voller winziger Pilzchen entdeckt...





Und nächste Woche darf ich Auszeit machen (wieder mal  hier, nach zwei Jahren Pause), und ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue! Ich habe das Gefühl, einen ganzen Rucksack durcheinandergewürfelter Gefühle dort abladen, sortieren und anschauen zu müssen. Gefühle, die ich seit dem Tod meines Vaters vor einem Jahr wie in einer inneren "Schublade" mit mir herumtrage, in die ich nur ab und zu ein bisschen hineinschaue, um sie dann schnell wieder zu schließen... dort werde ich viel Zeit für mich und, wenn nötig, auch jemanden zum Reden haben, liebe Bekannte treffen und neue Teilnehmerinnen kennenlernen. Und mich, wie immer, unerhört wohl und geborgen fühlen.

Dringend: 23 Teilnehmer gesucht!

                                                        
Zu guter Letzt möchte ich noch auf den "Tee-Adventskalender" hinweisen, zu
dem Claudia vom Blog "Alltagsbunt" in diesem Jahr einlädt (ja, ich weiß, man
möchte eigentlich noch gar nicht an Weihnachten denken, aber dann geht es
halt doch immer ganz schnell...). Die wunderschönen Basteleien letztes Jahr bei Manus kreativem Adventskalender waren eine sehr feine Sache, aber ich glaube, dieses Mal ist Teetrinken genau das Richtige für mich. Falls jemand bei dieser "chilligen" Aktion mitmachen möchte: ein paar "freie Plätze" gibt es noch! 

So, das Blog-Comeback ist geschafft - euch allen eine gute Woche, und auf ein baldiges Wiederlesen! 

Montag, 14. August 2017

Ich bin dann mal offline...



...und wünsche euch allen eine schöne zweite Augusthälfte, macht das Beste aus dem Wetter, bleibt gesund - ich freue mich aufs Wiederlesen im September!

Sonntag, 13. August 2017

Blumen-Kohl


Viel Zeit zum Blogschreiben habe ich nicht mehr, denn übermorgen geht es ab in den Urlaub. Aber diese besondere Kohl-Blume wollte ich doch noch gezeigt haben...


...auch wenn es sich hierbei, wie ihr sicher erkannt habt, nicht um eine farbintensive Neuzüchtung handelt, sondern um botanische "fake news".  ;-) Nämlich um eine tiefrosa Malvenblüte, die ich wegen des faszinierenden Farbkontrasts unbedingt auf die schwarzgrünen Blätter des Palmkohls setzen und ablichten musste.


Auf den Toskanischen Palmkohl (oder auch Schwarzkohl) bin ich im Frühjahr beim Sameneinkauf erstmals gestoßen, und die Anzucht auf dem Fensterbrett hat problemlos geklappt. Im Garten sind daraus große, buschige Stauden geworden, deren Blätter kleingeschnitten, mit Zwiebel und Knoblauch gedünstet und mit Pasta oder Kartoffeln vermischt eine schnelle und leckere rustikale Mahlzeit ergeben. Rustikal deshalb, weil der Palmkohl der robustere Verwandte des Wirsings ist und auch nach halbstündigem Garen noch etwas Biss hat, was ich aber gerne mag. Aber auch wenn man ihn nicht essen wollte, wäre er durch sein dekoratives Aussehen eine echte Bereicherung für den Garten (auch ohne rosa Blüten...). Ich habe Palmkohl-Stauden sogar in den üppigen Blumenbeeten im Stadtzentrum entdeckt, wo sie einen tollen dunklen Kontrapunkt zu den bunten Blütenpflanzen setzen. Nur gut, dass wahrscheinlich die wenigsten Leute wissen, dass diese grünschwarzen Blätter essbar und gesund sind, sonst müsste die Stadtgärtnerei ständig Palmkohl nachpflanzen...   :-)

Mittwoch, 9. August 2017

Paradicsom


"Paradicsom" ist ein ungarisches Wort und lässt sich je nach Zusammenhang mit "Paradies" oder aber auch mit "Tomate" übersetzen. Auch bei den Österreichern liegen die beiden Begriffe ja nah beieinander, dort wachsen "Paradeiser" an den Tomatenstecken. In dem Garten, von dem ich euch hier etwas zeigen möchte, könnte man botanisch-wortverspielt von einem "Paradicsom-paradicsom" oder Tomatenparadies sprechen - wenn es dort nicht noch so unendlich viel anderes gäbe, das munter um die Wette wächst. Aber die Sprache stimmt schon mal, denn der Garten ist das Werk eines lieben alten ungarischen Ehepaares, das hier seit zwanzig Jahren viel Zeit und noch mehr Liebe hineingesteckt hat. Am Sonntag waren wir bei ihnen eingeladen, und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus:

 

Der Garten liegt an einem recht steilen Hang im Stuttgarter Westen, den sie terrassiert und in Stufen von unterschiedlicher Tiefe eingeteilt haben, vom XXL-Hochbeetformat bis hin zu einer kleinen Rasenfläche, auf der es sich von der Gartenarbeit ausruhen lässt.






Praktisch jedes Fleckchen Erde ist bepflanzt, das Gemüse gedeiht üppigst und überall dazwischen blühen Stauden und Einjährige in bunter Vielfalt. Und als ob es noch nicht genug wäre, hat die Gartendame mit dem grünen Daumen Töpfe und Schalen dazwischengestellt ("Ich seh immer die armen Blumen im Supermarkt - die Petunien hier wollten sie alle wegwerfen, da hab ich sie mitgenommen!"). 
- Das im Glas sind übrigens "kovászos uborka", wörtlich "Hefegurken", sie werden mit Dill, Knoblauch und einem Stück Brot in Salzwasser eingelegt und ein paar Tage in der Sonne stehen gelassen. Danach schmecken sie sehr apart und völlig anders als die bei uns üblichen süßsauren Gurken. -









Am oberen Ende des Gartens gibt es ein Häuschen  mit Terrasse, daneben steht ein Kanonenöfchen, in dem der Herr des Gartens Kartoffelgulasch gekocht hat.




Und mit Blick auf die "Hängenden Gärten" wurde dann königlich gespeist: Gulaschsuppe, Holzofenbrot, besagte Gurken, ein köstlicher Krautsalat, und zum Kaffee danach Mohnnudeln (von den Schnäpschen, ohne die es bei den Ungarn nie abgeht, schreibe ich nichts, denn das ist das einzige, wogegen ich mich immer standhaft wehre. Ich bekam dafür einen selbstgemachten Kirschlikör, der "isteni" schmeckte - einfach "göttlich").  ;-)






Und natürlich durften wir nicht nach Hause gehen, ohne reichlich mitzunehmen. Die "paradicsom" wurden zu Sauce, ein Kilo Brombeeren zu Marmelade eingekocht, und die übrigen Mohnnudeln gabs am nächsten Tag mit Vanillesauce zum Nachtisch. Mmmhhh... schlotz! :P